Beim Thema Tod und dem Umgang damit und mit den Verstorbenen, da sind wir auch im Bereich religiöser Weltanschauung. Denn es gab auch Völker, die haben ihre Toten auf Anhöhen offen liegen lassen und von den Tieren fressen lassen, andere legen ihre Toten auf Floße und zünden sie an und lassen sie als brennende Fackeln den Fluß entlang treiben... Es gibt Beinhäuser, wo die Knochen hübsch dekoriert aufgeschichtet sind, so dass die Knochen und Schädel ein Muster ergeben...
Nicht jedes Kultur beerdigt oder äschert nur ein. Und wie ist es denn in der freien Natur bei Wildtieren? Die werden entweder gefressen oder sterben allein und werden dann als Kadaver "verwertet" von anderen Tieren, Pflanzen, Bakterien und Pilzen. Kein Begräbnis.
Letztlich kehrt alles zur Erde zurück.
wenn wir Menschen Kühe und Schweine essen, so ist auch die Kuh und das Schwein immer noch ein Lebewesen
Das lässt in mir die Frage aufkommen, bist du Vegetarier? Oder wie stellst du sicher, dass kein Tier leiden musste für dein Essen?
dass die Menschheit endlich kapiert, dass auch Tiere wie der Hund, die Katze, die Kuh, das Schwein, das Kaninchen, das Meerschweinchen eine Seele haben und keine seelenlose Geschöpfe sind. Und dies nicht etwas ist, das allein dem Menschen vorbehalten ist.
Auch hier wieder, das ist eine philosophische/religiöse Glaubensfrage. Denn was ist denn die Seele? Wer definiert, was die Seele ist? Ich? Der Pfarrer? Der Mullah? Der Rabbi? Die Bibel? Der Koran? Die Thora (die ja Teil der Bibel ist)? Und, wer sagt denn, was wer kapieren muss? Wer ist denn das Maß der Dinge?
Nur weil ich etwas so und so sehe, muss das noch lange nicht jeder so sehen, geschweige denn kapieren, und da kommen wir auch schon an die Grenzen unserer Einflußmöglichkeiten und lernen Demut. Denn ich kann nur für mich und meine mir Anvertrauten entscheiden, was anderswo passiert, habe ich weder unter Kontrolle noch ändert es etwas an Missständen, wenn ich deshalb leide und verzweifelt bin.
Deshalb bin ich persönlich der Meinung, ich tu was ich kann, ich habe auch zu dem Thema Tiere, Menschen und Seele meine eigene religiöse Weltanschauung, die dafür sorgt, dass ich mein Bestes tu, sie mit Respekt und Liebe zu behandeln, und gegen das, was ich nicht in der Hand habe, grenze ich mich emotional ab.
Das macht mich nicht gefühlskalt oder egoistisch, sondern ist ein ganz normaler Schutzmechanismus, um nicht am Leid in der Welt (das ja nicht nur Tiere betrifft, sondern auch sehr, sehr viele Menschen) zu zerbrechen.