Beiträge von DerFrechdax

    Wenn man Bedürfnisse auf Grundbedürfnisse runter bricht, essen, schlafen, Bewegung, sozialer Kontakt, charaktergerechte Auslastung,

    die existenziellen Bedürfnisse wie Schlaf, Nahrung, Trinken-

    Bedürfniss nach


    Bindung

    Kontrolle

    Selbstwert

    Lust/unlus

    Ich füge hinzu: Sexualtrieb


    Der ist nämlich eigentlich auch ein Grundbedürfnis, bei Weibchen vielleicht nicht ständig so präsent, weil nur 2mal pro Jahr läufig, aber bei einem gesunden, potenten Rüden spielt sich schon sehr viel ab, wo die Sexualität und Hündinnen im Mittelpunkt stehen. Wo war ein Weibchen, ist es heiß oder kurz davor, oder kurz danach, gibt es Konkurrenz, wo ist die lang gegangen, schnüffelschnüffel, schleckschleck.

    Und der Jagdtrieb, der ist für meinen Podenco damals auch extrem hoch gehängt gewesen. Der hat alles gemacht um abhauen und jagen zu können. Ehemaliger Straßenhund, hat die ersten Monate nur von Müll, Betteln und Jagd gelebt.

    Beide Bedürfnisse werden sehr wahrscheinlich so gut wie nie vollständig erfüllt werden können, außer, der Hund wird in der Jagd oder im Jagdersatz eingesetzt oder in der Zucht.

    Trotzdem wird mein Hund hoffentlich ein schönes Leben haben. Auch ich selbst kann ja nicht allen Bedürfnissen immer sofort nachgeben, ich muss manchmal warten, auf manches verzichte ich auch.


    Der Verzicht auf Fortpflanzung beim Hund finde ich allerdings den eklatantesten Eingriff des Menschen, neben der Kastration. Das empfinde ich als sehr weit weg von tatsächlich bedürfnisorientiert.

    ...... wenn du wie selbstverständlich zu den Decken und Kissen, die du auf die Terrasse hinausschleifst, um es dir im Gartenstuhl gemütlich zu machen, dem Hund ohne Unterwolle ein Kissen mitbringst, damit er warm liegen kann und nicht weinerlich herumtigern muss, weil er nicht weiß, wo er sich ablegen soll, weil überall auf der sonnenbeschienenen Terrasse hart und kalt und bäh... =)

    Für mich sind Bedürfnisse seh hoch angesiedelt, also etwas, das man haben muss, um nicht Schaden an Leib und Seele zu nehmen.

    Okay, dann ist mein Beitrag am Thema vorbei. Außer, man nimmt das meinen Terriern eigene, essentielle Bedürfnis zur Zusammenarbeit mit ihrem Menschen (=ich) als Grundlage.

    Das ist etwas, was ich tatsächlich sehr bewundere an ihnen, meine Leohündin und die DSH hatten das auch, aber die Terrier eben noch mehr, quasi in Vollendung, eine gewisse Fixierung auf ihren Menschen. Ist er da und ihnen gewogen- alles in Ordnung. Nicht da - okay, Holland schon etwas in Not, kommt aber ja wieder. Ihnen nicht gewogen oder gar ärgerlich - uiuiui, Welt bricht zusammen. Kommt aber selten vor :sweet:

    Die Bedürfnisse eines anderen erkennen zu können, muss also auch erst mal erlernt werden. Bei Menschen ist es schwieriger, weil wir alle Nackt und gleich aussehend auf die Welt kommen.
    Hunde gehören ab Geburt oft einer Rasse an und man kann sich Wissen über diese Rasse aneignen.

    Und manchmal stellt man dann fest, dass die eigenen Vorstellungen über die Ideale Erziehung leider auch mit den Individuellen Bedürfnissen nicht im Einklang zu bringen sind.

    Das finde ich wichtig. Die Gefahr besteht nämlich, dass wir uns an Bedürfnissen orientieren, von denen wir nur denken, dass sie tatsächliche Bedürfnisse des Hundes sind, während in Wirklichkeit.... :ka:

    Und eine weitere Gefahr ist, dass einem Gedankenkonstrukte und theoretische Überlegungen zur Natur des Hundes, wie das perfekte Training auszusehen hat und was man auf gar keinen Fall machen darf, im Weg stehen und man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.

    Deshalb finde ich, die vorherrschende Einstellung sollte möglichst sein, selber immer offen zu bleiben für neue Ansätze. Ob diese Ansätze aus einem Hundeforum kommen, vom Trainer oder von Martin Rütter... :ka: und dann immer vergleichen, was dem eigenen Hund wichtig ist.

    Jack findet es zb mega, wenn er mich anspringen darf. Also erlaube ich es in Situationen, wo ich ihn bestätigen möchte, wo er Entspannung braucht, weil ein Stressauslöser in der Nähe ist oder einfach, um mit ihm ein bisschen herumzualbern. Früher war Anspringen für mich ein No-go :ugly: Aber warum soll ich mir das nicht zunutze machen, wenn mein Hund das gern mag?

    Genauso mit Zergeln oder ein Spieli apportieren. Das ist für Jack mega, und der Senior weiss zwar nicht, was los ist, freut sich aber mit und dreht schön auf. Das nutze ich, wenn uns ein fremder Hund entgegenkommt und wir ausweichen. Eine Situation, wo Jack zum Zerreißen angespannt ist, wenn wir zu wenig Platz haben. Also laufe ich seeehr vorausschauend, und wenn ein Hund und Mensch entgegenkommt, dann weichen wir aus und fangen an, mit dem Spieli zu zergeln und herumzualbern. Der andere Hund geht vorbei, wir kehren auf den Weg zurück, Spiel wird von mir beendet.

    Ob man das jetzt bo nennt? :thinking_face: für uns taugt es auf jeden Fall für den Moment.

    Manche Bedürfnisse kann ich nicht befriedigen. Jack will zb keine für ihn fremden Leute im Haus haben. Das kann ich ihm nicht erfüllen. Aber, ich sorge sehr konsequent dafür, dass er mit dem Besuch nicht überfordert ist, nichts regeln muss, nicht angesprochen wird, nicht angeschaut, nicht angelockt. Das taugt für ihn, und er liegt dann neben mir und schläft sogar, während eigentlich ein Stressor im Haus ist.

    Ich hab auch überall Leckerli herumstehen, damit ich schnell mit Leckerli werfen bestätigen kann, wenn die Hunde Wünschenswertes tun, zb nicht bellen, wenn es klingelt, oder sich abwenden, wenn ich sage, dass nichts Wachenswertes passiert ist. Ich füttere inzwischen dem Jungspund tatsächlich früh und abends weniger, weil ich aktuell an der Leinenführigkeit besonders beim Passieren von Passanten arbeite, und geb ihm bei jedem Schauen zu mir ein Stückchen Trofu. Das hatte der Herr schnell heraus, dass sich Frauchen in einen wandelnden Futterautomaten verzaubern lässt, einfach nur durch hinschauen :lol:

    Für jeden Hund passt halt was anderes, man muss gucken, was für den Hund erstrebenswert ist, womit man ihn anmachen kann. Eine gewisse Lockerheit und Offenheit ist sicher nicht verkehrt.

    Ob das jetzt zu dem Begriff "Bedürfnisorientiert" passt... :ka:


    ...und ich hoffe, mein Beitrag ist auf alle Fälle nicht komplett am Thema vorbei :ugly:   xD

    Es tut mir leid, dass du bald vor dieser Aufgabe stehst, deinen geliebten Hund gehen zu lassen. Viele hier haben das schon erlebt, manche auch mehrfach, ich auch. Für mich gehört das möglichst friedliche Ende zum Hundehalterleben dazu. Man hat eine schöne Zeit miteinander, wächst zusammen, kreiert gemeinsam wunderschöne Erinnerungen... und dann, am Ende, darf der Weggefährte zeitig schmerzlos und friedlich seine letzte Reise antreten. Wenn wir gar nichts mehr tun können, ist das das Beste, was wir für unsere vierbeinigen Freunde tun können.

    Den richtigen Augenblick sagt einem der Bauch. Vorher gibt es viele letzte Male, Orte, die man ein letztes Mal aufsucht, Strecken, die man ein letzte Mal abläuft. Bei meiner letzten Hündin war alles sehr plötzlich. Sie war auch sehr kuschelbedürftig, um nicht zu sagen aufdringlich geworden. In der Nacht vor der finalen Diagnose habe ich sehr schlecht geschlafen, bin um 5 nach unten gegangen, sie kam zu mir, ich habe mein Gesicht in ihrem Fellkragen vergraben (es war die Leonbergerhündin im Avatar, oben rechts) und so habe wir sehr lange gesessen/gestanden und ich habe sie gekrault und ihren Duft eingeatmet.

    Dann zur Klinik, Schmerzen am Vorderbein und eine Schwellung abklären, und dann die Diagnose, Knochenkrebs. Am gleichen Tag ließen wir sie friedlich gehen.

    Es ist ein Ausdruck von Liebe, erst versuchen wir alles, und dann lassen wir im richtigen Moment los.

    Alles Gute und viel Kraft dir und deinem Hübschen! :streichel:

    ne länger man mit Hunden zu tun hat, umso länger wird die Liste, scheint mir :lol: Und umso mehr Gedanken man sich macht wahrscheinlich :sweet:


    Also, auf meiner Neverever-Liste stehen

    • Jack Russel Terrier - ich kenne nur Nervensäge und Wadenbeißer dieser Rasse

    • Podenco und ähnliche Windhunde - doch sehr ausgeprägter Jagdtrieb und so gut wie nie ableinbar

    • Herdenschutzhunde - zu speziell und eigenständig und hier auch nicht die idealen Voraussetzungen

    • Bordercollie - neigt zu Zwangsverhalten und würde hier ebenfalls zu wenig Input bekommen

    • Malinois - ist mir zu speziell und zu grob/schnell/intelligent/scharf

    • Chihuahua, Malteser, Pekingese, Tibetterrier, Yorkie... hab ich leider bisher nur unmögliche Vertreter kennengelernt und waren allesamt zum Abgewöhnen

    • Schnauzer - sind doch ziemlich derb und haben eine gewisse Schärfe, das schreckt mich ab

    • Bouvier, Russische Terrier, Briard - für mich zu anspruchsvoll

    • Jagdhunde - weil, äh, jagt halt gern und braucht in Bahnen lenken und würde hier nie glücklich werden

    • keine Listis. Never ever. Nie. Nicht meine Art Hund, Zündschnur zu kurz, Kommunikation und Art gar nicht meins. Gilt auch für alle Arten von Molossern. Machen mich absolut nicht an.

    • leider mit zwei weinenden Augen werde ich mir keine Schäferhunde oder Leos mehr holen, weil ich mich dem Gewicht und der Masse an Hund nicht mehr gewachsen fühle, wenn er steil geht.

    • Ebenso Deutsche Dogge. Leider zu krank. Und zu groß.

    Natürlich keine Hunde mit eingedetschter Nase, die liegen mir gar nicht, und die gesundheitlichen Probleme, die mit diesen Rassen einhergehen, sind mir zu groß.


    Auf der Eventuell-Liste stehen

    • Dackel- kläffig und eigenständig, aber auch ein Charakterkopf und schön klein

    • Terrier, Wheaten, Airdale, Irish oder Cairn

    Auf der sehr wahrscheinlich Liste stehen inzwischen nur noch Wheatenterrier oder Tierheimhunde bis kniehoch, die alle die nervigen Eigenheiten von da oben nicht haben xD Und der nächste Hund wird sehr wahrscheinlich wieder ein Weiberl =)