Als Prepper würde ich selber mich gar nicht bezeichnen. Und wie "richtiges" preppen aussieht...
Wer sagt denn, was richtig ist und was nicht?
Ich persönlich habe die Angst vor dem Krieg von meiner Oma "geerbt". Die steckt mir tatsächlich richtig in den Knochen. Ich bin an sich ein taffer Mensch, aber wenn ich lese von Mariupol und dass da Menschen in Kellern sitzen und nicht weg können weil alles vermint ist, dann löst das in mir was aus.
Ich bin niemand, der Unsinniges daheim hortet, sondern ich habe einen Plan, den hab ich schriftlich fixiert, und entsprechend habe ich Zeug daheim dafür.
Also beispielsweise für einen Stromausfall hab ich Grablichter, Kerzen, Teelichter. Wir haben einiges an Holz und Holzbriketts da, auch Holzkohle, Anzünder und natürlich Streichhölzer und Feuerzeuge und Feuerzeugbenzin, um warm zu machen und evtl. ohne Strom zu kochen. Wir haben einen kleinen Vorrat Diesel daheim, damit wir, sollten wir weg müssen und der Tank ist dann just nur halb voll, nachfüllen können.
Ich kann in 10 Minuten meine Rucksäcke und Schlafsäcke packen, eine Box mit Essbarem, die Hunde und ihr Futter und wir setzen uns zu 4 ins Auto und fahren los.
Genauso können wir anderen etwas abgeben von unseren Vorräten, könnten 4 Wochen Ausgangssperren, Isolation oder Quarantäne aussitzen, könnten sofort Menschen aufnehmen (was wir vielleicht aktuell auch tun werden, wenn es notwendig ist) und hätten sogar einen autarken Wohnwagen, den wir evtl mitziehen könnten (wenn es nicht eine Flucht Hals über Kopf sein müsste, mit Wohnwagen ist man einfach ewig langsam) oder in dem wir jemanden wohnen lassen könnten oder in den wir selbst ziehen könnten.
Natürlich schütteln vielleicht manche den Kopf, es sei jedem gegönnt, die Augen zu verdrehen bei dem, was er hier liest. Mir persönlich gibt es Sicherheit, ich möchte auf niemanden wegen Grundlegendem angewiesen sein, wenn ein regionaler oder überregionaler Notfall eintritt. Ich kann mich selbst versorgen und hab alles da und brauch niemanden einspannen oder mich irgendwo anstellen, wo Essen ausgegeben wird oder Wasser, weil ich alles da hab. So überlasse ich "meine Ration" jemand anderes.
Natürlich kann es auch Situationen und Szenarien geben, in denen alles nichts hilft und für die ich nicht vorsorgen konnte. Denen stelle ich mich (oder wir uns als Familie) dann, wenn es soweit ist.
Ansonsten hab ich auch immer im Kopf, die weitere Familie mitzuversorgen oder Freunde oder Verwandte.
Und es ist halt auch einfach irre praktisch wie wilderbse schreibt, du stehst Samstagabend in der Küche und überlegst, was koche ich heute oder morgen, und dann gehst du zum Gefrierschrank und nimmst das Gulasch oder das Huhn heraus, die Dosentomaten oder die Kokosmilch und die Nudeln oder den Reis, und kochst einfach ein leckeres Essen mit dem, was da ist. Und öffnest eine deiner gut sortierten Weinflaschen oder doch lieber ein kühles Bier.
Aber natürlich, wie mit allem, jeder wie er beliebt und jeder nach seiner Façon.
Ach so, und mit dem Preppertum zb wie in den USA, wo man auch Waffen hortet und sich Atombunker baut etc., hab ich absolut so gar nix zu tun. Das geht in eine Richtung, die mir völlig fremd ist.