Beiträge von DerFrechdax

    Das kann man aber auf alles beziehen.

    Natürlich :ka:

    Nichtsdestotrotz sehen wir im Laufe der Zeit die Dinge mit anderen Augen, weil wir uns selbst weiterentwickelt und verändert haben. Und das ist doch auch schön, wenn man immer wieder sich selbst reflektiert und sieht, wie man selbst reifer oder verantwortungsvoller oder interessanter geworden ist. Dass bei diesem Prozess im Laufe der Zeit die jugendliche Leichtigkeit (um nicht zu sagen manchmal auch der Leichtsinn) auf der Strecke bleibt, gehört wohl dazu.

    Andererseits finde ich Überlegungen wie Momo und Lotte sie anstellt, total wertvoll, weil man vielleicht selber das Gefühl bekommt, wieder mehr Leichtigkeit verspüren zu wollen, hier eben in Bezug auf seine Hunde.

    Zu überlegen, was man damals anders gemacht hat, und das vielleicht neu wieder umzusetzen kann genauso neue positive Impulse geben.

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass das altersbedingt ist. Du bist älter geworden, hast Leute kennengelernt, deren Hund gejagt hat und was die erlebt haben und liest im Thema "Nervige Hundehalter" mit. Du bist geprägt worden auf vielerlei Weise und hast dazugelernt. Das verändert uns und wie wir mit Situationen umgehen, glaube ich.

    Wenn ich so drüber nachdenke, wie ich als junger Mensch zb geritten bin... :see_no_evil_monkey: heute nur noch mit Helm und Sicherheitsweste.

    Früher ist der Hund abgehauen zum jagen - ja, blöd halt, aber passiert.

    Heute passiert das nicht, weil Hund an der Leine bleibt. Weil ich weiss, was alles passieren kann, wie das Wild gestresst ist etc.

    Ich würde also sagen, das hat mit zunehmender Reife und dem Erwachsenwerden und Älterwerden zu tun :smile:

    Ich finde, Intuition im Umgang mit Lebewesen ist nochmal was anderes wie der Umgang mit unbelebter Materie. Klar fahr ich auch nach Gefühl Auto, aber in der Rennsemmel meines Mannes muss ich schon auch öfter mal auf den Tacho gucken, sonst darf ich ne Weile laufen xD

    Wissen und Erfahrung ist natürlich immer auch sehr hilfreich, einfach weil Tiere und Menschen unterschiedlich kommunizieren und die Bedürfnisse sich unterscheiden. Da ist es an mir als Mensch, mich zu bilden, um gut für mein Tier sorgen zu können.

    Im Umgang mit Tieren, Pflanzen und Menschen helfen uns aber auch zusätzlich unsere Spiegelneuronen. Sie ermöglichen es uns, zu spüren, was ein Gegenüber braucht und fühlt, und ich behaupte mal, wenn ich mit meinem Tier eng verbunden bin, spüre ich, was es mir sagen will und was es braucht.

    Allerdings ist dieses Gespür auch fehlbar, weil ich schnell auch Dinge auf meinen Hund projizieren kann, die gar nicht da sind. Ist also ein zweischneidiges Schwert. Und gänzlich ohne Ahnung kann die Intuition auch total verkehrt liegen, siehe "Mein Hund freut sich so" während sich er sich gerade die Seele aus dem Leib fiddelt.

    Wie seht ihr das?

    Geht das meiste doch irgendwie intuitiv?

    Oder wird man durch Fachwissen einfach immer besser im Handling?

    Oder verkrampft man immer mehr?

    Hat man vor dem ganzen Backgroundwissen einfach viele Probleme nicht gesehen?

    Es ist eine Mischung. Man lernt, während der Hund sich entwickelt und wächst zusammen.

    Ich glaube, dass für eine gelingende Hund-Mensch-Beziehung (wie für Mensch-Mensch auch) einige charakterliche Grundvoraussetzungen seitens des Menschen hilfreich sind. Empathie, die Fähigkeit, Kritik anzunehmen, der Wille, sich weiterzuentwickeln, Verzicht zu üben, sich einzubringen, die Führung und Verantwortung zu übernehmen.


    Gleichzeitig gehört Vertrauen auf den eigenen Bauch auch dazu. Der Blick von außen ist mir sehr wichtig, deshalb haben wir immer auch Hundeschulen besucht oder einen Trainer kommen lassen und Bücher gelesen. Gleichzeitig hab ich mein Bauchgefühl sprechen lassen, ob es passt und ab wann wir es allein weiter schaffen.

    Der Jungspund ist jetzt bei weitem nicht mein erster Hund. Ich hatte verschiedene Hunde in der Vergangenheit, jeder hatte Baustellen, an denen wir mit Trainern gearbeitet haben.

    Zeiten, wo ich an mir gezweifelt habe, gab es bei allen meiner Hunde.

    Und hier ist auch das DF etwas tricky, weil man natürlich immer liest, was "richtig" ist und wie man den Hund erziehen und trainieren soll und man bekommt das Gefühl, alle haben perfekte Hunde, nur man selbst nicht.

    Da hilft eine Forumspause, um sich wieder auf sein Bauchgefühl zu besinnen und zu verlassen, das mich persönlich auch im sonstigen Leben nie im Stich gelassen hat.

    Je älter ich werde, umso weniger wichtig ist mir, was andere von mir denken (liegt an den Hormonen, weiss ich von Sheila de Liz :nerd_face: ).

    Inzwischen weiss ich, ich hab Ahnung, auch wenn unser Jungspund das eine oder andere Problem hat, kann ich es managen, wir arbeiten daran, unsere Beziehung zueinander ist eng und intakt und im Laufe der Zeit wird das, was noch nicht ist, schon werden. Ich bleibe dran, hab Vertrauen in mich selbst und halte gleichzeitig die Augen und Ohren offen für neue Anregungen.

    Über Vergangenes nachzugrübeln ist mMn oft nicht so sehr hilfreich. Klar kann das eine oder andere da sein, das bearbeitet und bewältigt werden muss, aber wenn man sich zu sehr in die "was hätte ich anders gemacht, wenn ich das gewusst hätte, was ich heute weiss" Schleife begibt, entwickelt sich das Ganze u.U. in eine destruktive Richtung.

    Niemand ist perfekt, keiner von uns, und wir werden es nie sein. So wie es keine perfekt funktionierende Hunde gibt, gibt es auch keine perfekten HH. Das tröstet mich immer, weil unsere Hunde uns wirklich sehr viel verzeihen (wie unsere Kinder auch übrigens, gibt nämlich auch keine perfekten Eltern, auch wenn das immer als Ideal so hingestellt wird ;) )

    Wenn wir unser Bestes geben, dann ist das gut genug. Für unsere Hunde allemal, denn die lieben und vergöttert uns allein dafür, dass wir den Napf jeden Morgen für sie füllen xD.

    Ich wüsst's so gern, wie's wirklich war.

    Das wird schwer, weil es nicht DIE Realität gibt. Es gibt nur unsere Wahrnehmung und die unseres Gegenübers. Eins weiss ich, unsere Hunde verzeihen mehr als wir für möglich halten.

    Catherinesun unser Jungspund hatte auch eine ganze Weile mit Giardien zu tun.

    Laut unserer TÄ setzen die sich gern drauf, wenn noch anderes im Argen liegt.

    Wir haben dann nach Darmaufbau und verschiedenen Versuchen mit Futterumstellungen damals noch Blut, Urin und Kot genauer untersuchen lassen und es kam heraus, dass er EPI hat. Zuerst haben wir auf Insektenfutter von Ofrieda gewechselt, inzwischen gebe ich das IBDerma von Lupovet und das reine Insektennassfutter von Ofrieda, weil er das Trofu sonst nicht frisst. Dazu gebe ich das Igor Pulver von Lupovet.

    Zusätzlich muss er lebenslang Enzyme bekommen, ich hab die als Kapseln, da kriegt er eine vor dem Fressen in den Rachen geschoben.

    Seitdem geht es ihm gut, nur bei viel Stress, also langer Gassigang, viele Hündinnen vorher dort hingepieselt, viele fremde Menschen oder viele Hundebegegnungen, ist der dritte Haufen immer flüssig, der erste und zweite dagegen völlig normal. Stress regt bei ihm den Darm an.

    Gute Besserung 🍀