Beiträge von DerFrechdax

    Hi, ich glaube, du hast dir die Antwort schon selbst gegeben:

    ei uns das Autofahren, da sie sich hierbei sehr stark hochschraubt.

    Das kann durchaus sein, dass sie nach der Autofahrt nicht mehr aus ihrer hohen Erregungslage herunterkommt und deshalb immer weiter bellt.

    Nach meiner Erfahrung brauchen Hunde, die in diese Bellspirale kommen, Hilfe, da wieder rauszukommen, durch einen Abbruch oder eine Alternative, die man anbietet.


    Wie lang habt ihr denn im Auto mitfahren geübt? Vielleicht war es zu lang und zu viel?

    Und, wie fährt dein Hund denn mit? Vielleicht kann man noch was machen mit einer Box, Abdeckung oder den Hund mit Gurt anschnallen? Gibt ja verschiedene Systeme.

    Ich finde, die Definition von sozialer Kompetenz ist auch immer vom Umfeld abhängig, in dem jemand geprägt worden ist und was dort als "sozial kompetent" gilt , und bei Hunden kommt noch die genetische Disposition durch die Rasse dazu.

    Wir (Menschen) hier neigen dazu, Abstand haben zu wollen, je dörflicher jemand geprägt ist, umso mehr. In der Stadt haben Menschen gelernt, enge Situationen auszuhalten und nicht gleich schreiend davonlaufen (Aufzug, öffentliche Verkehrsmittel), allerdings kommt nicht jeder wirklich gut damit klar. Ist deshalb aber der Dörfler weniger sozial kompetent als der Städter? Nein, nur anders geprägt, finde ich (und inkompetent Menschen findest du da wie dort, mMn).

    Bei Hunden hat man nicht nur die unterschiedliche Prägung (lebt er in der Stadt, im Rudel, mit Kindern), sondern auch noch die Rasse, wo einige eben eine Engelsgeduld haben, andere Konflikte mit Gefiddel auflösen und wieder andere dem Gegenüber sofort im Pelz oder in der Hose hängen.


    Grundsätzlich finde ich, spricht es mMn für eine hohe soziale Kompetenz, wenn sich ein Mensch oder Tier gut auf unterschiedliche Situationen einstellen kann und in der Lage ist, Konflikte so zu lösen, dass sie deeskaliert werden und es keine Verlierer gibt.

    Letztlich ist es aber eine individuelle Empfindung, was jemand als sozial kompetent empfindet und was nicht. Und da sind wir halt doch durch von unserem Hintergrund, Kultur, Familie und Umfeld, Bildung, Erziehung, Erlebnisse etc geprägt. Das beeinflusst auch, was wir bei unseren Hunden als angemessen oder nicht mehr sozial kompetent empfinden.

    Wir haben uns auch umgesehen in verschiedenen Tierheimen, auf Tierschutzseiten und haben mit TS-Vereinen telefoniert, sogar in Ebay Kleinanzeigen hab ich reingeguckt, bevor wir uns wieder für einen Rassehund vom Züchter entschieden haben.

    Wenn du schaust, welche Hunde im Tierheim auf neue Besitzer warten, dann sind das sehr selten Rassehunde aus VDH Zucht. Die allermeisten VDH Züchter schauen sich nämlich ihre Abnehmer sehr gut an und haben lange Wartelisten sowie nehmen Rückläufer zurück oder helfen bei der Vermittlung, wenn wirklich einer wieder abgegeben werden muss.


    Dagegen findest du viele Hunde in der Vermittlung von Tierheimen oder vom TS, die entstanden sind, weil die Besitzer zu faul oder zu stur waren zu kastrieren. Straßenhunde in Rumänien, Spanien oder anderswo fallen ja nicht vom Himmel.

    Oder es sind Hunde vom Vermehrer, die krank sind oder auffällig geworden sind, weil die Käufer kaum Ahnung haben, und der Welpenerzeuger interessiert sich einen Dreck, was aus seinen verkauften Welpen wird und nimmt die nicht zurück.

    Was jetzt mehr dem ursprünglichen Tierschutzgedanken entspricht, Tierleid zu verhindern, muss jeder selbst für sich entscheiden. Ich will hier auch gar kein Thema "TS versus Züchter" aufmachen, das gibt es hier schon.


    Nur stört mich bei manchen Leuten die Doppelmoral (nicht bei euch jetzt), dass man auf keinen Fall den VDH Züchtern "Geld in den Rachen werfen will" und dann holt man sich einen Hund vom Vermehrer, wo man weder das Muttertier noch den Vater dazu gesehen hat oder man kauft "von privat" irgendeinen Mix, vielleicht noch mit Sondermodefarben, wo sich die Leute wirklich alle Untersuchungen gespart haben und trotzdem ad hoc locker 1.500€ pro Welpe bekommen haben. Sowas ärgert mich =)

    Für eine einzige Verpaarung fährt so mancher Züchter auch viele viele Kilometer, zahlt Voruntersuchungen und Decktaxe, geht auf Ausstellungen und lässt sich regelmäßig kontrollieren.

    Abgesehen davon sei es jedem gegönnt, wenn ein paar Euro hängen bleiben.


    Was mich immer wieder stört, ist die Story vom bösen VDH Züchter, der Welpen produziert, während im Tierheim Hunde ein Zuhause suchen.

    Und dann wird ein Welpe aus ungeklärter Quelle aus dem Kofferraum gekauft, wo sich die Hinterleute im Ausland eine goldene Nase verdienen und echtes, wirkliches Tierleid unterstützt wird, aber den Hund hat man ja "gerettet".

    Da könnte ich regelmäßig an die Decke gehen.

    Soweit ich weiß gibt es bis jetzt keine anerkannte Ausbildung ist wie mit Hundefrisörinen Reitlehrerinen oder Heilpraktikerinen, so darf sich jeder nennen.

    Heilpraktiker darf sich nur nennen, wer die entsprechende Prüfung gemacht hat. Und um die Prüfung zu bestehen, muss man sich entsprechend weitergebildet haben. Wie man das allerdings getan hat, wird nicht weiter überprüft, deshalb gibt es große Unterschiede in der Kompetenz.

    Spoiler anzeigen

    https://www.heilpraktiker-ausbildung.de/beruf/heilpraktikergesetz/

    Zitat

    "Heilpraktiker ist ein gesetzlich geschützter Begriff und nur derjenige darf ihn tragen, der die Erlaubnis dazu hat. Die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde wird nach dem Bestehen der gesetzlich geregelten amtsärztlichen Prüfung vom zuständigen Gesundheitsamt erteilt."

    Zitat

    "Die Ausbildung für Heilpraktiker ist nicht geregelt. Um die Erlaubnis zu erhalten, als Heilpraktiker tätig zu sein, müssen sie die amtsärztliche Prüfung bestehen – ob und wie sie die Ausbildung gemacht haben, ist gesetzlich nicht relevant. So haben Ärzte logischerweise mehr Rechte und Befugnisse in ihrer Berufsausübung als Heilpraktiker sie haben."

    Mit Glück hat dein Hund durch das Geschirr nur fiese Quetschungen, mit Pech Brüche, die ihn unter Umständen das Leben kosten.

    Wenn ein Hund in der Box sitzt, kann ihm aber doch auch passieren, dass er verletzt wird, wenn er mit hoher Geschwindigkeit da drin herumgeschleudert wird bei einem Unfall, oder?

    Meine Hunde sitzen auch im Kofferraum mit Gittern zwischen sich und dem Fahrgastraum, aber ich hab mir schon oft gedacht, dass ein Gurt am weichen Geschirr auf dem Autositz vielleicht sicherer wäre.... oder? :thinking_face:

    Bei meiner Leohündin sind es ursprünglich 7 Welpen gewesen. Die Mutterhündin hatte zuvor schon geworfen, war also kein Neuling (ich müsste jetzt lügen, ich glaube, sie hatte zuvor 1 Wurf).

    Der erste Welpe war steckengeblieben und gestorben, die nachfolgenden 6 wurden mit Notkaiserschnitt nachts geholt. 2 davon sind dann an Folgeinfektionen durch den Kaiserschnitt innerhalb weniger Tage gestorben.

    Am Ende waren es 4 Welpen, die für 1.300€ pro ihre neuen Besitzer gefunden haben. Die Hündin wurde im Zuge des Kaiserschnittes gleich kastriert.

    Laut Züchterin war der ganze Wurf ein "Verlustgeschäft" und sie waren froh, dass die Hündin es überlebt hat. Danach war sie naturgemäß aus der Zucht raus.

    Es hat schon ein bisschen was von Roulette. Manchmal bleiben ein paar Euro hängen, aber soweit ich es gehört habe, bleibt es sich, wenn man Glück hat, gleich auf gleich. Die Sorgen, die man sich macht, die schlaflosen Nächte, die Bemühungen um die eigene Rasse und deren Weiterentwicklung und was alles dranhängt, das gibt's noch gratis obendrauf.

    Ich möchte nochmal was dazu schreiben, dass man als Neuling gern eine Aufgabe unterschätzt.

    "Das kann doch nicht so schwer sein!" ist ein Satz, den ich früher gern gedacht habe, aber inzwischen komplett aus meinem Vokabular gestrichen habe.

    Ich bin damit selber 2x auf ganzer Linie gescheitert, einmal mit einem Pferd mit besonderen Bedürfnissen, einmal mit einem Hund aus dem Ausland.

    Selbst was Kindererziehung angeht, habe ich Demut gelernt.

    Und Demut, wenn ich das so schreiben darf, steht jedem gut zu Gesicht, der in Begriff ist, sich kopfüber in das Thema "Schutzhund" und Gebrauchshunde zu stürzen, ohne Ahnung zu haben. Bis ein Gebrauchshund, aber auch andere Hunde natürlich, so sind, wie man ihn haben will, vergehen locker 2-3 Jahre, abhängig davon, wie gut sich der Hundeführer auskennt.

    Man sagt, der erste Hund im Leben wird eh versaut, und da ist einfach was dran. Das ist wie mit den Kindern. Beim ersten macht man noch so viel Zeug, wo man im Nachhinein beim zweiten Kind sich denkt, was einen denn da bitte geritten hat. Und das muss so sein, man lernt ja dazu. Bei einem Hund diesen Kalibers wird es dann aber halt schnell gefährlich. Das ist der Unterschied.

    Man fängt in der Schule doch auch nicht mit dem Abitur an und schreibt sofort sein Staatsexamen, sondern man lernt erst die Basics, lesen, schreiben und rechnen und dann, wenn das sitzt, geht es weiter. Warum sollte das beim Hundetraining anders sein?


    Ich habe seit über 30 Jahren eigene Hunde, und ich würde mir nie im Leben einen Malinois anschaffen. Nicht mal geschenkt. Nichts gegen diese wunderschönen Tiere, aber ich weiss, dass ich die mentale Stärke nicht hätte, diese Rasse zu führen. Also bleibe ich nach Windhund, Deutschem Schäferhund und Leonberger jetzt bei meinen verrückten Terriern.

    (Bessere Wachhunde gibt es übrigens kaum. Gerade unser Neuzugang, der Wheatenjunghund ist wunderbar im melden und vertreiben von Leuten, die über dem Zaun in dem Garten glotzen. Hier kommt niemand ungesehen in den Garten oder ins Haus, und in Notfall hinge er ohne Zweifel in der Hose des Eindringlings.

    Aber auch das muss geregelt werden von mir, so dass er nicht Kinderbesuch zu Tode erschrecken kann, bloß weil er die nicht hier haben will. Kein Licht ohne Schatten, wie man so schön sagt.)

    Ich kann es nur wiederholen, liebe Yasemin98 , höre auf dein Bauchgefühl. Du hast mit deinen Zweifeln 100% recht und siehst die Situation realistischer als dein Mann. Ich hoffe sehr, ihr findet eine Lösung, die vor allem deine Kinder und dich schützt 🍀