Ich möchte nochmal was dazu schreiben, dass man als Neuling gern eine Aufgabe unterschätzt.
"Das kann doch nicht so schwer sein!" ist ein Satz, den ich früher gern gedacht habe, aber inzwischen komplett aus meinem Vokabular gestrichen habe.
Ich bin damit selber 2x auf ganzer Linie gescheitert, einmal mit einem Pferd mit besonderen Bedürfnissen, einmal mit einem Hund aus dem Ausland.
Selbst was Kindererziehung angeht, habe ich Demut gelernt.
Und Demut, wenn ich das so schreiben darf, steht jedem gut zu Gesicht, der in Begriff ist, sich kopfüber in das Thema "Schutzhund" und Gebrauchshunde zu stürzen, ohne Ahnung zu haben. Bis ein Gebrauchshund, aber auch andere Hunde natürlich, so sind, wie man ihn haben will, vergehen locker 2-3 Jahre, abhängig davon, wie gut sich der Hundeführer auskennt.
Man sagt, der erste Hund im Leben wird eh versaut, und da ist einfach was dran. Das ist wie mit den Kindern. Beim ersten macht man noch so viel Zeug, wo man im Nachhinein beim zweiten Kind sich denkt, was einen denn da bitte geritten hat. Und das muss so sein, man lernt ja dazu. Bei einem Hund diesen Kalibers wird es dann aber halt schnell gefährlich. Das ist der Unterschied.
Man fängt in der Schule doch auch nicht mit dem Abitur an und schreibt sofort sein Staatsexamen, sondern man lernt erst die Basics, lesen, schreiben und rechnen und dann, wenn das sitzt, geht es weiter. Warum sollte das beim Hundetraining anders sein?
Ich habe seit über 30 Jahren eigene Hunde, und ich würde mir nie im Leben einen Malinois anschaffen. Nicht mal geschenkt. Nichts gegen diese wunderschönen Tiere, aber ich weiss, dass ich die mentale Stärke nicht hätte, diese Rasse zu führen. Also bleibe ich nach Windhund, Deutschem Schäferhund und Leonberger jetzt bei meinen verrückten Terriern.
(Bessere Wachhunde gibt es übrigens kaum. Gerade unser Neuzugang, der Wheatenjunghund ist wunderbar im melden und vertreiben von Leuten, die über dem Zaun in dem Garten glotzen. Hier kommt niemand ungesehen in den Garten oder ins Haus, und in Notfall hinge er ohne Zweifel in der Hose des Eindringlings.
Aber auch das muss geregelt werden von mir, so dass er nicht Kinderbesuch zu Tode erschrecken kann, bloß weil er die nicht hier haben will. Kein Licht ohne Schatten, wie man so schön sagt.)
Ich kann es nur wiederholen, liebe Yasemin98 , höre auf dein Bauchgefühl. Du hast mit deinen Zweifeln 100% recht und siehst die Situation realistischer als dein Mann. Ich hoffe sehr, ihr findet eine Lösung, die vor allem deine Kinder und dich schützt 🍀