Interessantes Thema!
Früher hab ich eher wenig mit meinen Hunden geredet, ich hatte auch das Gefühl, dass die Hunde da nicht sonderlich dran interessiert waren. Die waren eher den ganzen Tag am pennen und zu festen Zeiten hätten sie dann gern mal raus gewollt oder was zu fressen bekommen.
Mit den Terriern ist das jetzt irgendwie anders. Erstens gucken die einen so klug an, dass ich sicher bin, die wissen schon bevor ich es ausspreche, was ich sagen will zu ihnen.
Sie schauen sehr häufig, ob ich was von ihnen will, sind viel um mich herum und sind sofort "on", sobald ich sie anschaue oder anspreche (falls sie gerade die Augen zu haben sollten).
Und immer ist da diese wunderbare, typische Begeisterung und gute Laune, was mich natürlich animiert, darüber Kommentare abzugeben und darauf einzugehen. So pushen wir uns gegenseitig manchmal hoch und Außenstehende sehen wahrscheinlich eine hampelnde Verrückte mit ihrem noch verrückteren Terrier 
Allerdings, ich habe in meinem aktuellen Buch, das ich lese, auch etwas über "soziale Übersättigung" der Hunde gelesen. Und natürlich macht mich das nachdenklich.
Ich möchte ausgeglichene Hunde, die überall und jederzeit herunterfahren können, was auch meistens super klappt. Ich möchte meine Hunde nicht anstrengen und strapazieren mit meinen Kontaktangeboten.
Deshalb habe ich begonnen, eher wortkarg das Haus zu verlassen, anstatt mich mit meinen Standardsatz "zu verabschieden". Ich beachte auch Jacks Freudentanz nicht, wenn ich heimkomme. Und das tut beiden Hunden gut, es hilft ihnen runterzukommen, und ich kuscheln sie eben durch, wenn sie wieder auf Normallevel sind und frag sie dann, wie ihr Vormittag war 
Ich glaub auch, es kommt auf den Hund an und auf die Situation. Es braucht schon etwas Gespür für Timing und Balance, um das richtige Maß zu finden, aber unsere Hunde sind so super Beobachter, die haben den ganzen Tag Zeit, uns zu studieren
Die wissen ganz genau, wie wir ticken und stellen sich auf uns ein.
Nur, wenn ich tatsächlich konkret was will vom Hund, da red ich nicht groß und breit herum. Da verwende ich Kommandos, die ich aufgebaut habe, und versuche auch beim Lob nicht zu sehr auszuschweifen. Aber Klang der Stimme und Körpersprache spielt ja auch noch mit rein.
Hunde, die wirklich dem ganzen Tag ohne Punkt und Komma totgequasselt werden, tun mir leid. Das ist unheimlich anstrengend, derart belabert zu werden, und ich verstehe dann, dass solche Hunde irgendwann gar nicht mehr hinhören und komplett abschalten. Das würde ich auf keinen Fall wollen, so dass ich bewusst auch manchmal einfach sehr wenig oder bis auf kleine Korrekturen gar nichts sage, zb beim Gassi oder auch, während ich im Haus arbeite. Dann pennen die Hunde oder liegen herum und gucken mir zu, und wir schweigen uns einträchtig an. Auch schön
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