Beiträge von DerFrechdax

    Bei meiner Leohündin sind es ursprünglich 7 Welpen gewesen. Die Mutterhündin hatte zuvor schon geworfen, war also kein Neuling (ich müsste jetzt lügen, ich glaube, sie hatte zuvor 1 Wurf).

    Der erste Welpe war steckengeblieben und gestorben, die nachfolgenden 6 wurden mit Notkaiserschnitt nachts geholt. 2 davon sind dann an Folgeinfektionen durch den Kaiserschnitt innerhalb weniger Tage gestorben.

    Am Ende waren es 4 Welpen, die für 1.300€ pro ihre neuen Besitzer gefunden haben. Die Hündin wurde im Zuge des Kaiserschnittes gleich kastriert.

    Laut Züchterin war der ganze Wurf ein "Verlustgeschäft" und sie waren froh, dass die Hündin es überlebt hat. Danach war sie naturgemäß aus der Zucht raus.

    Es hat schon ein bisschen was von Roulette. Manchmal bleiben ein paar Euro hängen, aber soweit ich es gehört habe, bleibt es sich, wenn man Glück hat, gleich auf gleich. Die Sorgen, die man sich macht, die schlaflosen Nächte, die Bemühungen um die eigene Rasse und deren Weiterentwicklung und was alles dranhängt, das gibt's noch gratis obendrauf.

    Ich möchte nochmal was dazu schreiben, dass man als Neuling gern eine Aufgabe unterschätzt.

    "Das kann doch nicht so schwer sein!" ist ein Satz, den ich früher gern gedacht habe, aber inzwischen komplett aus meinem Vokabular gestrichen habe.

    Ich bin damit selber 2x auf ganzer Linie gescheitert, einmal mit einem Pferd mit besonderen Bedürfnissen, einmal mit einem Hund aus dem Ausland.

    Selbst was Kindererziehung angeht, habe ich Demut gelernt.

    Und Demut, wenn ich das so schreiben darf, steht jedem gut zu Gesicht, der in Begriff ist, sich kopfüber in das Thema "Schutzhund" und Gebrauchshunde zu stürzen, ohne Ahnung zu haben. Bis ein Gebrauchshund, aber auch andere Hunde natürlich, so sind, wie man ihn haben will, vergehen locker 2-3 Jahre, abhängig davon, wie gut sich der Hundeführer auskennt.

    Man sagt, der erste Hund im Leben wird eh versaut, und da ist einfach was dran. Das ist wie mit den Kindern. Beim ersten macht man noch so viel Zeug, wo man im Nachhinein beim zweiten Kind sich denkt, was einen denn da bitte geritten hat. Und das muss so sein, man lernt ja dazu. Bei einem Hund diesen Kalibers wird es dann aber halt schnell gefährlich. Das ist der Unterschied.

    Man fängt in der Schule doch auch nicht mit dem Abitur an und schreibt sofort sein Staatsexamen, sondern man lernt erst die Basics, lesen, schreiben und rechnen und dann, wenn das sitzt, geht es weiter. Warum sollte das beim Hundetraining anders sein?


    Ich habe seit über 30 Jahren eigene Hunde, und ich würde mir nie im Leben einen Malinois anschaffen. Nicht mal geschenkt. Nichts gegen diese wunderschönen Tiere, aber ich weiss, dass ich die mentale Stärke nicht hätte, diese Rasse zu führen. Also bleibe ich nach Windhund, Deutschem Schäferhund und Leonberger jetzt bei meinen verrückten Terriern.

    (Bessere Wachhunde gibt es übrigens kaum. Gerade unser Neuzugang, der Wheatenjunghund ist wunderbar im melden und vertreiben von Leuten, die über dem Zaun in dem Garten glotzen. Hier kommt niemand ungesehen in den Garten oder ins Haus, und in Notfall hinge er ohne Zweifel in der Hose des Eindringlings.

    Aber auch das muss geregelt werden von mir, so dass er nicht Kinderbesuch zu Tode erschrecken kann, bloß weil er die nicht hier haben will. Kein Licht ohne Schatten, wie man so schön sagt.)

    Ich kann es nur wiederholen, liebe Yasemin98 , höre auf dein Bauchgefühl. Du hast mit deinen Zweifeln 100% recht und siehst die Situation realistischer als dein Mann. Ich hoffe sehr, ihr findet eine Lösung, die vor allem deine Kinder und dich schützt 🍀

    Darf ich mal mit einer Frage kurz reingrätschen?

    Ich hab ein Lieblingsnutella von "so vegan, so lecker" oder so aus dem Bioladen. Jetzt ist mir ein paarmal passiert, dass es das gerade da, wo ich eingekauft hatte, nicht gab und ich ohne Lieblingsnutella heimgegangen bin :loudly_crying_face:

    Jetzt würde ich das gern online bestellen, kenn mich aber mit Shops für Bioprodukte nicht aus. Könnte mir bitte jemand welche empfehlen, die unkompliziert und flott liefern? Dankööööö :hugging_face:

    Ich habe meine Mann gesagt er soll aufzählen warum er unbedingt einen gebrauchhund haben möchte.

    Sie sind loyal und würden alles für ihre Menschen tun

    Ja, wenn der Hund gut auf den Menschen geprägt wurde. Wenn man aber Pech hat und ohne Ahnung zu haben an dem Hund herumerzieht, hat man bald einen jungen Hund, der macht, was er will.


    -Sie sind inteligent und lernen sehr schnell

    Intelligenz bei Hunden bedeutet auch oft, der Hund ist schlauer als sein Mensch. Wir haben auch noch oft den Kopf voll mit Arbeit, Familie, Hobbys, Problemen und Sorgen. Hunde haben den ganzen Tag Zeit, sich Unsinn einfallen zu lassen, besonders wenn sie noch jung sind.

    -Sie sehen sehr gut und eindrucksvoll aus

    Das Aussehen ist meiner Meinung nach absolut zweitrangig. Der Charakter ist das Entscheidende!

    sie gehorchen aufs Wort

    Nur, wenn sie konsequent geführt und ausgelastet werden. Und sie gehorchen bei weitem nicht jedem aufs Wort. Es kann passieren, dass der Hund auf den Trainer in der Hundeschule oder im Verein hört, aber auf deinen Mann oder dich nur so lala.

    -Sie sind sportlich

    Das bedeutet, sie brauchen viel Zeit, um sich in ihrer Sportlichkeit auszuleben. Und, ein sportlicher und agiler Hund muss auch lernen, zu ruhen.

    -Sie eignen sich für Schutzhundesport/ausbildung

    Wurde schon gesagt, dass das für einen Anfänger schwierig ist

    -Sie jagen nicht und man kann sie gut ohne leine laufen lassen weil sie Rückruf schnell lernen

    -das ist falsch. Es gibt genug Gebrauchshunde, die mangelhaft erzogen wurden und die auf den Rückruf pfeifen und sich lieber beim Wildern im Wald eine schöne Zeit machen.

    Kenne ich zb persönlich, eine Dobermannhündin, steht an sich top im Gehorsam, kann aber NIE frei laufen, weil sie sofort stöbern und jagen geht. Und dann ist ihr auch der Rückruf egal.

    -Sie wachen und beschützen

    Hunde dürfen in Deutschland ihre Besitzer nicht beschützen. Springt er auch nur jemanden an, ist man dran. Selbst wenn ein Einbrecher bei euch im Haus steht, wenn dein Hund ihn beisst, bist du dran. Ist unsere Rechtsprechung hier.

    Was wäre mit Anzeigen wie diesen? ist kein Welpe mehr aber noch jung genug um sich an alles zu gewöhnen. Oder sind solche anzeigen immer schlecht?

    Wäre laut text sogar für jugendliche geeignet.

    https://mobilemailer-bs.web.de/2ZSzQsMcb8A/de…517023-134-4901

    Ich sage damit nicht das ich belgische Schäferhund zustimme. Aber mich würde nur interessieren was z.B. an solchen anzeigen verkehrt ist?

    Mein Mann durchstöbert seit Wochen das Internet und sagt er findet immer wieder gute Jungehunde mit papiere zu faire preisen.

    Ausgeprägter Beutetrieb ist etwas, was man als hundeunerfahrener Anfänger mit kleinen Kindern im Haus nicht!!! haben will!


    Solche Hunde brauchen Führung, etwas, was ein unsicherer Anfänger nicht leisten kann!

    Dein Mann, so leid es mir tut, überschätzt sich und seine Hundekenntnis gerade ganz gewaltig. Ich möchte dir keine Angst machen, aber das kann für dich und deine Kinder böse ausgehen.

    Nun stellt euch vor, der Direktimport wäre ein Mix mit Blut vom Deutschen Schäferhund drin :exploding_head:

    Ist der dann empfehlenswert für eine Familie mit Kleinkindern, oder fällt der raus, weil er durch den DSH Anteil "unberechenbar" ist?


    Wenn ich einen Hund als absolutes Überraschungsei sehen würde und damit für mich zunächst buchstäblich "unberechenbar", dann wäre das für mich der absolut unbekannte Direktimportmix ohne Pflegestelle, wo er im Notfall hinkommen könnte, wenn er sich nicht gut einfügt.

    Klar kann man damit auch Glück haben. Aber man kann auch gewaltig auf die Nase fallen und hat dann einen Hund, der mitnichten im Familienalltag einfach so mitläuft.

    Die Zeit muss man als Eltern auch haben, neben den vielen Terminen, die es mit sich bringt, wenn man Kinder hat, die Baustellen eines ehemaligen Straßenhundes oder eines Hundes, der im Shelter geboren ist und nichts kennt, zu bearbeiten.

    Wird man dem Hund nicht gerecht, kann es durchaus sein, dass das für alle in der Familie unangenehme Folgen hat.

    Aber woran liegt das? Erwachsene Familienangehörige passen nicht genug auf, bringen den Kindern nicht genug Respekt vor dem Hund bei?

    Oder Hund ist die falsche Hunderasse? Hund wurde nicht gut genug erzogen?

    Ich hab hier mal exemplarisch ein Video aus YT rausgezogen.

    Titel ist:

    "Niedlichen Katzen Und Hunde Liebe Babys. Compilation [HD]"

    Externer Inhalt m.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Wenn man genau hinsieht bei den Hunden (mit Katzen-Körpersprache kenne ich mich nicht aus), dann sieht man überall irritierte, beschwichtigende, gestresste Hunde. Kein Hund lässt sich gern von einem Baby ins Gesicht grabschen oder sich umarmen.

    Die Eltern sehen das nicht. Die filmen und denken sich "Aaaww, wie süß, die lieben sich voll!!!" Ja, so süß. Nicht.

    Irgendwann wird es dem einen oder anderen Hund zu bunt. Besonders Rassen mit kurzer Zündschnur, niedriger Hemmschwelle, unsichere Hunde, Hunde, die einfach die Schnauze voll haben und endlich ihre Ruhe wollen, die werden irgendwann vom Meiden und Beschwichtigen umschwenken, wenn das nicht hilft.

    Irgendwann wird geknurrt, und hilft das nicht, wird irgendwann abgeschnappt.

    Selbst da wird oft nicht gesehen, dass da Holland in Not ist. Da werden dann Erklärungen gefunden, wie, der Hund hat sich erschreckt, oder hat was missverstanden.

    Und irgendwann knallt es dann richtig.


    Der Umgang zuhause und auch anderswo mit Hunden und Tieren allgemein muss, um zu gelingen, bestimmten Regeln folgen.

    Zb fremde Hunde (Tiere) werden ohne zu fragen nicht angefasst und nicht gefüttert. Oder, bevor ich das Tier streichle, spreche ich es an, lasse mich abschnuppern, bin zurückhaltend und abwartend freundlich.

    Oder, ich lasse nie ein Kind mit einem Hund ohne Aufsicht. Nie lasse ich jemanden, ob Kind oder nicht, einen Hund bedrängen, ihn festhalten oder umarmen.

    Es gibt Regeln, an die müssen sich Kinder halten (ein schlafenden Hund wird nicht gestört, fällt mir gerade noch ein) und Regeln, an die muss sich der Hund halten (Kinder werden nicht gehütet, er darf nicht "mitspielen", Spielzeug der Kinder ist tabu, es wird kein Essen aus der Hand des Kindes geklaut etc.)

    Die Verantwortung, dass alles gelingt, liegt in der Hand der Erwachsenen. Also kein "der Hund wollte doch" oder "die Kinder machen xy so gerne". Was die Kinder oder der Hund gerade will, ist zweitrangig. Das, was dazu führt, dass alle konfliktfrei nebenher leben können, das ist wichtig. Dazu gehört, aufkommende Konflikte rechtzeitig zu erkennen. Beispiel, rennende Kinder und hinterherrennender und zwickender Hund. Das kann Jagd- oder Hüteverhalten sein. Beides muss ich schon im Ansatz unterbinden, damit sich nichts hochpusht und eskaliert.

    Dazu brauche ich Ahnung und ein gutes Auge für Hundeverhalten. Klar, Fehler unterlaufen jedem, es sind halt einfach auch Tiere. Aber ich glaube schon, dass die meisten Vorfälle vermeidbar gewesen wären, hätte man früher erkannt, was da wirklich abläuft. Wenn rechtzeitig der Hund aus Situationen herausgenommen worden wäre, wenn der Hund gesichert worden wäre, mit Leine oder Maulkorb zb.


    Ich habe zb damals meine 3jährige Schäferhündin nie ans neugeborene Baby gelassen. Umgekehrt später im Krabbelalter genauso. Der Hund hatte seine Ruhe und auch Ruhebereiche und konnte ich nicht aufpassen, gab es einen großen Laufstall.

    Auch später habe ich meinen Kindern eingeschärft, wie sie den Hund zu behandeln hatten. Der Hund wusste, dass ich ihn jederzeit im Auge habe. Und die Kinder haben von klein auf gelernt, worauf sie zu achten haben, wann der Hund genug hat von Interaktion, und bei Konflikten (Welpe klaut Socken oder Spielzeug bspw) wurde nichts selbst geregelt, sondern ich dazugeholt.

    Es gibt Hunderassen, die würden hier nicht einziehen. Weil ich mich ihnen nicht gewachsen fühlen würde. Und daher sind sie auch nicht geeignet für meine Familie, weil ich das allermeiste manage mit den Hunden. Sich einen Hund zu holen, der einen überfordert, da sehe ich auch ein Gefährdungspotenzial. Es ist wichtig, immer alle Bälle in der Luft zu halten. Klappt das nicht, kann es gewaltig schief gehen.

    Also, es spielt alles zusammen, die Rasse, wie eng geregelt wird, wie gut Hund und Kind erzogen werden (müssen), wie konsequent ich bin, wieviel Ahnung und Problembewusstsein ich habe.

    Und dann sind da ja auch die individuellen Charaktere, die eine Rolle spielen, sei es beim Hund, beim Kind, in der Familie.

    Ich möchte noch anmerken, dass es durchaus ein Problem geben könnte, wenn du mit dem Schäferhund nachts alleine bist

    Stimmt. Ich glaube, dazu hatten wir auch mal einen Faden, der Hund war soweit ich mich erinnere ein Schäferhund und gehörte dem Freund. Der Hund hat sich in Abwesenheit des Herrchens auf das Bett gelegt und wollte nicht mehr herunter und hat die Frau bedroht. Zudem hat er Türen kontrolliert, so dass sich die Frau nicht mehr frei in der Wohnung bewegen konnte, weil der Hund knurrend und fletschend in der Tür stand.

    Ich möchte hier niemandem Angst machen, aber sowas kommt vor. Bei dem Freund hat der Hund angeblich 1a gehört gehabt und der Freundin gegenüber war der Hund ganz anders.


    In einem Haushalt mit kleinen Kindern, wo immer was los ist und wo die Führung fehlt, weil 1 Erwachsener ängstlich und einer unerfahren und viele Stunden berufstätig, kann es sogar passieren, dass der Hund eher nur sehr wenig schläft. Je nach Veranlagung ist er dann am kontrollieren, hinterhergehen, abchecken und aufdrehen. Ruhen/Ruhe halten muss einem Hund auch beigebracht werden, wenn ansonsten viel los ist.

    Deshalb bin ich sehr froh, dass für euch der Schäferhund/Gebrauchshund? vom Tisch ist.