Ich finde, die Definition von sozialer Kompetenz ist auch immer vom Umfeld abhängig, in dem jemand geprägt worden ist und was dort als "sozial kompetent" gilt , und bei Hunden kommt noch die genetische Disposition durch die Rasse dazu.
Wir (Menschen) hier neigen dazu, Abstand haben zu wollen, je dörflicher jemand geprägt ist, umso mehr. In der Stadt haben Menschen gelernt, enge Situationen auszuhalten und nicht gleich schreiend davonlaufen (Aufzug, öffentliche Verkehrsmittel), allerdings kommt nicht jeder wirklich gut damit klar. Ist deshalb aber der Dörfler weniger sozial kompetent als der Städter? Nein, nur anders geprägt, finde ich (und inkompetent Menschen findest du da wie dort, mMn).
Bei Hunden hat man nicht nur die unterschiedliche Prägung (lebt er in der Stadt, im Rudel, mit Kindern), sondern auch noch die Rasse, wo einige eben eine Engelsgeduld haben, andere Konflikte mit Gefiddel auflösen und wieder andere dem Gegenüber sofort im Pelz oder in der Hose hängen.
Grundsätzlich finde ich, spricht es mMn für eine hohe soziale Kompetenz, wenn sich ein Mensch oder Tier gut auf unterschiedliche Situationen einstellen kann und in der Lage ist, Konflikte so zu lösen, dass sie deeskaliert werden und es keine Verlierer gibt.
Letztlich ist es aber eine individuelle Empfindung, was jemand als sozial kompetent empfindet und was nicht. Und da sind wir halt doch durch von unserem Hintergrund, Kultur, Familie und Umfeld, Bildung, Erziehung, Erlebnisse etc geprägt. Das beeinflusst auch, was wir bei unseren Hunden als angemessen oder nicht mehr sozial kompetent empfinden.