Stell dir vor, du sitzt auf einem bequemen Sessel, und dein Partner kommt und schreit dich an. So lange, bis du freiwillig aufstehst und er sich da drauf setzen kann.
Du willst aber nicht aufstehen, da ist es so gemütlich.
Nun kommt deine Mum daher und schickt dich weg, weil ihr das Geschrei deines Partners auf die Nerven geht. Du stehst also missmutig auf, und dein Partner setzt sich auf den Sessel. Du verkrümelst dich und bist... ja, wie würdest du dich fühlen? Benachteiligt? Ungerecht behandelt?
Wer wurde durch dein Eingreifen gestärkt, die zurückhaltende Hündin oder der freche, draufgängerische Rüde? Was wurde belohnt? Dein Rüde hat jetzt was gelernt? Dass er nur laut genug bellen muss und er kriegt was er will?
Bei deinen beiden Hunden musst du managen, das ist wie im Kindergarten. Da lässt man die Kinder Konflikte in der Regel auch nicht völlig allein austragen, sondern leitet sie an.
Und man sollte immer auf dem Schirm haben, was man jetzt gerade fördern möchte und wer gebremst und wer gestärkt werden sollte.
Du könntest natürlich diesen strittigen Platz, der beiden gehören soll, wegräumen. Dann hat jeder seinen Bereich, was zum Frieden beitragen müsste. Kann aber natürlich sein, dass dein Rüde dann andere Konflikte heraufbeschwört.
Wenn die Hündin sehr devot und ängstlich ist, würde ich aufpassen, dass der Rüde nicht zum Mobber wird.