Wir haben eineinhalb Terrier, und gerade der halbe Terrier ist auch so ein Kandidat, der sich gern mal vergisst und im Affekt einmischt in Streitereien oder körperliches (Spiel)gerangel. Der kann das nicht erkennen, dass das einfach nur übermütiges Geplänkel von zwei pubertierenden Jugendlichen ist.
Eure Konstellation empfinde ich auch als ziemlich schwierig. HSH sind für mich trotz langer Hundeerfahrung ein Buch mit sieben Siegeln, und ich halte mich fern von ihnen, weil ich sie nicht einschätzen kann. Ihre Schlussfolgerungen, die sie aus Situationen ziehen, sind mir fremd, und daher sind sie für mich nicht einschätz- und lesbar.
Wenn ich mir vorstelle, ich hätte so einen Hund hier, der nicht aus dem Affekt aufgrund der aufgeheizten Situation voller Bewegungsreize hinlangt, sondern ganz bewusst und dosiert, weil in seiner HSH-Welt das die einzig adäquate Reaktion ist - holla, da würd ich ganz schön gucken... und dem Hund möglichst bald ein kinderfreies und HSHerfahrenes Zuhause suchen.
Grundsätzlich haben die meisten Erwachsenen Hunde es gern ruhig daheim. Die wollen ruhen, fressen, pieseln, bissi den Garten ablaufen, Gassi gehen und Gegend abchecken. Was manche Hunde mit kurzer Zündschnur nicht brauchen können ist, fremde Leute im Haus, Action, Lärm, Streitereien und allgemein Unruhe.
Je nach Nervenkostüm muss man sich dann da ein bisschen zurück nehmen als Mensch.
Also, ja, tatsächlich, das kann bedeuten, aus Rücksicht auf den Hund zu versuchen, Konflikte nicht eskalieren zu lassen und den Hund vorher auszusperren. Oder das zählen anzufangen... 21, 22... dann kann man ruhig und beherrscht Dinge ansprechen.
Egal wie, ihr habt einen Hund, der meint, eure Kinder massregeln zu müssen. Da muss man was tun, das ist euch ja auch klar.
Vielleicht setzt ihr euch mal zusammen und besprechen, wie ihr mit der Situation umgehen wollt in Zukunft, und was jeder dazu beiträgt.
Dann, ganz praktisch: Hund durch Kindergitter woanders separieren, wenn die Kinder am Fernseher Switch spielen und es heiss hergeht. Oder die Kinder gehen in ihren Bereich dazu, und dort ist die Tür zu.
Dann, den Hund immer im Auge zu behalten und frühzeitig wegschicken. Also schon, wenn er angelaufen kommt, um was zu kontrollieren. Decken Training wär vielleicht noch ganz praktisch. Quasi dem Hund von sämtlichen Schutzpflichten entbinden, die er meint, zu haben. Oder sie zb auf den Garten zu begrenzen (falls das bei einem HSH so einfach geht...
).
Ich glaube auch, dass ihr dazu einen Trainer vor Ort braucht, wenn ihr es mit Training versuchen wollt. Besser ist es, jetzt klar dem Hund zu zeigen, was ihr von ihm sehen wollt und was auf keinen Fall, als dass das jetzt vor sich hin dümpelt und es zu einem echten Beissvorfall kommt. Aber ihr wollt es ja angehen, so oder so. Schaut, was euer Bauchgefühl euch sagt, ob ihr euch das als ganze Familie zutraut.
Denn da müssen alle an einem Strang ziehen und sich an feste Regeln halten (zb es wird nicht gestritten oder geschrien, wenn der Hund in der Nähe ist), und die Frage ist, ob die Kinder da mitziehen können.
Es ist auf jedem Fall eine Aufgabe, so ein Hund (wir haben auch einen Hund, der manche Besucher nicht leiden kann... muss man halt immer managen und ein Auge drauf haben. Das muss man wirklich wollen. Wenn der Knoten dann aber platzt, ist es umso schöner).