Beiträge von DerFrechdax

    Hi, was hier passiert ist, tut mir unheimlich leid, vor allem dass der Welpe für sein Leben gezeichnet ist, körperlich und vermutlich auch seelisch.

    Wenn du deshalb Schuldgefühle hast, kannst du es vielleicht versuchen, ein kleines bisschen bei der Halterin des Welpen wieder gut zu machen, durch einen Brief, oder ein Geschenk und vor allem die Übernahme der Kosten und Nachbehandlungen. Der Hund hat davon nichts mehr, aber die Besitzerin und du, ihr könnt so vielleicht ins Reine kommen, wenn ich das so sagen darf.


    Dann, zu den von dir eingestellten Bildern. Die lösen in mir Unwohlsein aus, wenn ich mich in deine Hündin hineinversetze. Der DSH steht deutlich über ihr, pfötelt an ihr herum, und sie schaut gestresst drein. Der DSH war auch eine Hündin, oder?


    Ich könnte mir vorstellen, dass du einen eher potentiell unsicheren Hund die letzte Zeit genötigt hast, sich allein und ohne Hilfe von dir mit allen möglichen Arten von Fremdhunden auseinander zu setzen. Oft kippt das in Mobbing und unterschwellige Unnettigkeiten, die man als ungeschult zusehender Halter aber nicht erkennt. Man sieht nur zwei interagierende Hunde und denkt "die spielen aber schön".

    In Wirklichkeit hat deine Hündin vielleicht versucht, die durch rennen oder herumspringen (fiddeln) loszuwerden.

    Jetzt bei dem Welpen, da ist vielleicht das Fass einfach übergelaufen. Vielleicht hat er sie gezwickt oder ist ihr ins Gesicht gesprungen. Dass die Verletzungen so arg sind, kann ein unglücklicher Zufall sein, wenn sich ein Fangzahn gerade in der Augenhöhle verkeilt und ihr dann daran herumgerissen habt. Oder sie hat nicht einschätzen können, wie stark sie zubeißt, weil sie stark gestresst war. Da gehen manchmal im Oberstübchen für ein paar Sekunden die Lichter aus bei manchen Hunden.

    Egal wie, ich würde sofort mit einem gut passenden Maulkorb ein positives Training beginnen (Leckerli hinter das vordere Ende des Maulkorbs halten, Hund taucht in Maulkorb, nimmt sich durch das Gitter das Leckerli. Wenn man das öfter wiederholt, wird der Maulkorb positiv belegt und man kann den mal kurz schließen usw., lass dir das zeigen von der Trainerin).

    Es ist jetzt an dir, dafür zu sorgen, dass solche Situationen sich nie! mehr wiederholen.

    Noch als Frage zum Schluss, wieso kommst du darauf, dein Hund würde nun auch Menschen oder dich selbst beißen wollen? Hat deine Hündin da schon Ansätze gezeigt oder dich bedroht?

    Hi, ich finde es gut, dass du dich hier zusätzlich informierst!

    Meine Meinung zu eurem Thema:


    Wenn man Zeit hat, sich im Internet durch den ganzen Wust an guter und schlechter Information zu kämpfen, dann hat man auch Zeit, eine gute Hundeschule zu besuchen. Dort lernt dein Hund

    • fremde Menschen kennen sowie

    • fremde Hunde,

    • wird begrenzt (zumindest in einer guten Hundeschule, wo nicht nur die Welpen sich selbst überlassen werden und mobbend herumrennen, sondern tatsächlich altersgerecht aufbauend etwas lernen sollen),

    •er lernt, zu warten, bis er dran ist, und einen gewissen Grundgehorsam, auf den du sein ganzes Leben zurückgreifen kannst

    •dir werden wichtige Basics beigebracht wie -> Medical Training, -> Maulkorb positiv aufbauen, also anziehen, indem der Hund selbst hineinschlüpft und den auch aufbehält, -> richtiges Timing für Bestätigung oder Korrektur und wie diese am besten erfolgt, damit der Hund versteht, was du von ihm willst

    •er wird dosiert Umweltreizen ausgesetzt, die er in der Gruppe gut tolerieren kann, denn die anderen Hunde geben ihm Sicherheit.


    Sei dir bewusst, dass dein Hund später 100% funktionieren muss, weil diese Art Hund von manchen Mitmenschen kritisch gesehen wird. In manchen Bundesländern kannst du in Schwierigkeiten kommen, wenn dein Hund irgendwie auffällig wird. Das setzt dich natürlich unter Druck, deshalb solltest du nicht selbst dran herumprobieren, sondern so bald wie möglich einen Trainer/in ins Boot holen. Unsicherheit ist ganz normal anfangs, deshalb braucht man einen kompetenten Ansprechpartner, der einen ein bisschen an die Hand nimmt. Das geht nicht nur durch ein Forum.

    Gerade habe ich das hier gelesen, als ich gegoogelt habe, ob da, wo ich herkomme, der Bully auf der Liste steht:

    Zitat

    Eine der Gefahren, die sich aus dem übermäßigen Angebot an Bullies ergibt, ist, dass diese Rasse in Verruf kommt, durch:

    -unkontrollierte Vermehrung (Krankheit, Wesen/Aggression, etc.)

    -unsachgemäße Aufklärung potenzieller Interessenten (Wesen, Haltung, etc.)

    -Fehlende Einschätzung des Interessenten hinsichtlich seiner Sachkunde, der Haltung eines solchen Hundes, da bei einigen „Züchtern“ die Gewinnerzielung oberste Priorität hat

    -Unterschätzung der Rasse

    Diese Hunde sind also nicht ohne, sonst stünde da nicht "Unterschätzung der Rasse" und "Einschätzung des Interessenten hinsichtlich seiner Sachkunde". Noch ist alles frisch und alle Wege offen, aber es ist sinnvoll, dass du dich so bald als möglich mit jemandem in Verbindung setzt, der dir eine Strategie bietet, wie es bei euch erziehungstechnisch und trainingstechnisch weitergeht.

    Ich muss mich mal bei Pinky4 bedanken, dass sie mich in den "Vier Sätzen als deinem Buch" auf "Finding Fraser" von KC Dyer gestoßen hat :mrgreen-dance:

    So eine süße Hauptprotagonistin, die Diskrepanz zwischen dem, was sie bloggt und was sie dann wirklich erlebt hat und denkt, ist so erfrischend und lustig :herzen1: Und sympathisch und ehrlich und ein bisschen schusselig :smiling_face_with_hearts: Leichte Kost, einfach nur feel good und gut zu lesen und zu entspannen :smiling_face_with_heart_eyes:

    Danke dafür!

    halt zügig und NACH VORNE GUCKEN

    :bindafür: Genau so!

    Ich hatte mit dem Senior das Aha-Erlebnis schlechthin. Der Senior hat, als er noch fit und wachsam war, ab und zu sehr gern gepöbelt, besonders wenn der andere Hund fixiert, geknurrt oder gebellt hat. Durfte er natürlich nicht, hat auch jedesmal Ärger bekommen. Ich hab mir aber Gedanken dazu gemacht, was es genau auslöst, dass er so reagiert. Irgendwann ist mir aufgefallen, dass es oft so abläuft, wir laufen aufeinander zu, ich konzentriere mich auf meinen Hund, er ist still. In dem Moment, wo sich mein Blick hebt, und ich den anderen Halter und Hund anschaue und grüße, pöbelte er los. Wirklich jedes Mal. Ich grüße, "wawawawawa" :see_no_evil_monkey: (Dorf, da macht man das so).

    Ging ich grußlos, mit Blick nach unten auf meinen Hund und lobend vorbei, hat er nicht gepöbelt. Der Gruß war also sozusagen der Startschuss.

    Als ich beim Senior also außer Abstand darauf achtete, den anderen HH nur noch mit einem kurzen Nicken schon viel früher zu grüßen und beim Vorbeilaufen mich voll auf meinen Hund zu konzentrieren, pöbelte er kaum noch, sondern lief einfach mit (seit er älter ist und abbaut, pöbelt er bei mir nicht mehr). Das fand ich jedenfalls sehr interessant und ist mir gerade eingefallen.

    Hi, wir haben das Kommando "wir gehen einfach WEITER!" aus dem Bauch raus etabliert.

    Das setze ich ein, wenn der Hund a) an der Flexi oder Schlepp was sieht, was er untersuchungswürdig fände, ich aber nicht will, dass er hingeht. Abwenden, wegsehen und weitergehen natürlich wird von mir verbal sehr ausführlich gelobt, ebenso zu mir herkommen (dann gibt's Keks).

    Oder b) wenn ich ihn an der kurzen Leine abgewandt neben mir hab und er sich ein bisschen reinsteigert (er ist kein Leinenpöbler, aber verspannt sich und tänzelt manchmal böse guckend herum, vor allem in "seiner" Hood). Das passiert nur auf engen Wegen, wo wir nicht ausweichen können, denn Abstand ist beim Jungspund der Schlüssel zu mehr Entspannung, bei allen Stressauslösern.

    Fixieren hab ich anfangs immer mit einem scharfen Abbruch versucht zu verhindern, aber das bekomme ich nicht konsequent durchgesetzt ohne Hektik zu verbreiten. "Wir gehen einfach weiter!" ist weicher und der Hund muss nichts tun, als ordentlich vorbeizulaufen (also ohne in die Leine zu springen oder mir in die Beine zu laufen). Seit ich das so mache, sind Hundebegegnungen auf dem Weg wesentlich entspannter.

    Vielleicht hilft euch das ein bisschen weiter? :hugging_face:

    Wenn ich mich richtig erinnere sagte sie, sie wollte einen Freund für ihr Kind und wollte einen Hund zum kuscheln und schmusen....

    Ja und genau da hakt es gewaltig bei mir.

    Es taucht die Frage nach dem Warum will ich eine Freundin für das Kind und einen Hund zum Kuschel und Schmusen in lebiger Form?

    Muss ein Hund wirklich als Sozialkontakt für das Kind herhalten? Stichwort wäre hier KiGa und gleichaltrige Freunde für das Kind in menschlicher Form.

    Und zum Schmusen und Kuscheln für die Frau Mama wäre doch eher der eigene Mann vs. ein Stofftier geeigneter gewesen.

    Ich glaube, da spielen manchmal auch Sehnsüchte aus der Kindheit mit rein. Weil man sich selbst einen Hund gewünscht hätte, aber nie bekommen hat, oder weil in der Nachbarschaft genau so ein Hund gelebt hat usw., liest man ja recht oft hier im Forum.

    Ich selbst bin ja auch mit Hunden aufgewachsen, ich wollte das Gleiche für meine eigenen Kinder. Ich sehe das an meinem Mann, der ist ohne Haustiere groß geworden. Wo meine Tochter oder ich intuitiv richtig und hundegerecht agieren und kommunizieren, muss mein Mann erst nachdenken und trifft manchmal aus dem Bauch auch die verkehrte Entscheidung (aber es wird besonders jetzt mit dem Jungspund immer besser, da passt die Chemie einfach perfekt zwischen den beiden :herzen1: )


    Ich kann den Wunsch nach Kuscheln, nach einem Gefährten für das Kind und einem Begleiter also durchaus nachvollziehen.

    Nur ist das halt keine Einbahnstraße. Ich hab Wünsche, aber ich hab keinen Anspruch, kein Recht, dass sie sich erfüllen. Manchmal läuft es eben anders.

    Das gehört auch zum von Selinchen genannten "Verantwortung tragen" dazu, dass man dann zurücksteckt, sich anpasst, neu von einer anderen Seite her denkt und überlegt, wie man zu einem besseren Verständnis und sowas wie einer Bindung kommt.

    Bindung besteht ja nicht darin, dass der Mensch sagt, "Mach" und Hund macht. Bindung besteht aus soviel mehr und basiert auf gegenseitigem Wohlwollen und Zuneigung und Empathie. Und das muss wohl hier noch erkannt und akzeptiert werden.

    Wenn die Bindung intakt ist, man sich "eingegroovt" hat, dann hat man auch einen Hund, der sich gern zu einem auf die Couch legt und einem dem Bauch hinhält zum Kraulen. Dann hat man einen Hund, der es toleriert, von den Kindern gestreichelt und sogar vielleicht umarmt zu werden, obwohl Hunde das eigentlich nicht so mögen.

    Ein Hund, der Vertrauen hat zu seinem Menschen, macht so viel nur für seine Leute. Nur muss man vorher selbst erstmal kräftig investieren. Tut man das nicht und stellt nur Forderungen, kommt das raus, was hier geschildert wird. Schade und traurig. Ich hoffe wirklich, dass du, Selinchen es schaffst, gemeinsam mit der Trainerin das Ruder herumzureißen und einen Zugang zu finden, auch zu deinen eigenen liebevollen Gefühlen zu diesem Lebewesen, das es wirklich nicht leicht hatte bisher in seinem kurzen Leben.

    Noch dazu, weil du gerade das hier geschrieben hattest:

    Ich will keine lebenslange Baustelle. Ich will einen gemütlichen, freundlichen, ruhigen und gehorsamen Hund. Jetzt erzählt mir nicht das das so abwegig ist.

    Nein, das ist es nicht. Das ist ein absolut verständlicher, nachvollziehbarer Wunsch. Nur hast du dir ja kein Produkt gekauft, sondern ein Lebewesen. Die sind nicht immer so, wie man sie gern hätte, da kann jeder, der Vorgesetzte, Kollegen, Partner oder/und Kinder hat, ein Lied von singen :pfeif:

    Dann muss man improvisieren, sich anpassen, sich weiterbilden. Ich hab mal gelesen, man bekommt den Hund, den man verdient. Vielleicht auch braucht, um sich selbst persönlich zu verändern.

    Manchmal ist es aber auch zu viel. Ich hab auch schon einen Hund wieder abgegeben. Ich hab es damals nicht geschafft, ich war dem Hund nicht gewachsen, hatte damals zu wenig Ahnung und war am Ende verzweifelt. Dann ist es keine Schande, sich einzugestehen, dass man sich übernommen hat.

    Ich hätte ihr lieber einen Maulkorb besorgen sollen.

    Jupp. Bei Chic und Scharf gibt es weiche Biothanemaulkörbe für Möpse: https://www.chicundscharf.com/product_info.p…ops-1-blau.html

    Ich bin dafür, jeden Hund sehr früh spielerisch an einen Maulkorb zu gewöhnen. Dann kennt er das schon, wenn er beim TA zb eine unangenehme Untersuchung über sich ergehen lassen muss. Lass dir den positiven Aufbau zeigen von der Trainerin, nicht einfach draufstülpen. Das übt man mit Leckerli. Wenn du Videos dazu brauchst, guck ich für dich im Netz. Sag einfach Bescheid.

    Ich fühle mich allein gelassen,

    Das verstehe ich und das tut mir unheimlich leid für dich. Deinem Hundebaby geht es genauso :( :

    Ich habe es mir ganz anders vorgestellt

    Das ist schmerzhaft, wenn man sich was wunderbar ausmalt, der Himmel hängt voller Geigen, und plötzlich kommt das böse Erwachen. Das ist wohl jedem schon passiert. Jetzt kommt es drauf an, was du draus machst, wie du damit umgehst.

    Couch ist ab jetzt tabu und eine Hausleine kommt dran, danke für den Tipp.

    Sehr gut! :bindafür:

    Sie schläft aber seit etwa einer Woche komplett durch, etwas positives würde ich sagen. Die Stubenreinheit ist wirklich das einzige das klappt

    Na also. Versuch, dir die guten Erlebnisse immer wieder vor Augen zu halten. Schau mal, ob du eine gute Hundeschule findest. Dort lernst in erster Linie du, aber auch dein Keks. Man trifft dort auch Gleichgesinnte, erfährt, wie es anderen ergeht mit ihren jungen Hunden und bekommt da auch den einen oder anderen Tipp. Außerdem sieht dein Hundebaby, dass es noch andere Menschen und Hunde gibt und erarbeitet sich mit dir zusammen nach und nach genau den Gehorsam, den du möchtest.

    Wenn der Durchfall weg ist, was spricht dagegen, sich nach einer guten Hundeschule umzusehen? Oder vielleicht bietet die Trainerin auch beides an, Gruppenkurse und Einzelstunden?