Beiträge von DerFrechdax

    Also, auf dem Video seh ich wie viele andere auch einen übermütigen jungen Hund, der Action will.

    Du sagst zwar "Nein!" und "Aua", aber deine Körpersprache sagt das genaue Gegenteil.

    Spiel mal dein Video ohne Ton ab und achte darauf, was du tust und wie dein Hund reagiert.

    Du bewegst deine Hand zu ihm, berührst ihn, machst recht hektische Bewegungen. Das alles stachelt deinen Hund nur an.

    Mehr noch, du verbrennst dadurch deine Kommandos Nein, ä-äh und Aua, weil du sie zwar einsetzt, aber eben nicht konsequent durchsetzt. Was willst du denn erreichen? Dass dein Hund Abstand nimmt? Dass er weggeht? Dann sag ihm das. Auch körpersprachlich.

    So, wie ihr auf dem Video interagiert, verstehe ich vollkommen, dass du noch nicht weitergekommen bist im Abstellen von dem Schnappen und Knabbern.

    Dein Hund versteht dich nicht, weil du unklar und konträr kommunizierst, und dadurch nimmt er auch deine halbherzig ausgesprochenen Befehle nicht ernst. Da musst du ansetzen.

    Ich würde noch Mineralien und Spurenelemente zufügen. Guck mal bei Futtermedicus nach Vitamin Optimix. Die Variante "Cooking" ist als Zusatz zu Gekochtem gedacht.

    Ansonsten finde ich auch verschiedene pflanzliche Öle im Wechsel ganz gut, besonders Leinöl und Hanföl, oder mal Kokosöl, natürlich nur wenn es vertragen wird.

    Ich hab ein strukturelles Problem beschrieben.

    Ja, Männer weichen nicht aus und gehen davon aus, dass Frau das tut.

    Wenn ich so etwas so in umgekehrten Rollen schreiben würde, würdet ihr mich köpfen. Ist aber schon ok.

    Ist doch klar, dass das nur eine Minderheit ist :bussi: Und du und mein Mann und ganz viele Männer gehören da sicher nicht dazu. Nicht, weil Frau/Mann, sondern weil in einer Gemeinschaft jeder mal Platz macht für jemand anderes und das zum gelingenden Zusammenleben dazugehört.

    ich mein - wer läuft den auch in das einzige Objekt weit und breit auf der Fläche?

    Leute, die gewohnt sind, dass andere ihnen ausweichen (sollen).

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    Ist in der Stadt bei uns ein Problem, vor allem junge Männer aus bestimmten Kreisen laufen in einer Reihe nebeneinander in der Fußgängerzone, und du als Frau darfst dann gucken, wie du daran vorbeikommst. Ich hab es auch schonmal drauf ankommen lassen, dann laufen die halt in dich rein oder rempeln dich derbe an.

    Testosteronbolzen haben in deren Welt halt Vorfahrt :ugly:

    Was ich gern mache, wenn einer meiner Hunde zu mir kommt, ist, die Lieblingsstellen zu kraulen. Ich massiere, klopfe ab, kraule, guck dabei in die Öhrchen, befühle die Ballen, derweil leckt der Hund mir den Arm ab. Total meditativ übrigens :herzen1:

    Vielleicht kannst du sowas etablieren, quasi "Körperpflege/soziale Zuwendung" auf hündisch. Wenn dein Hund zu dir kommt und Aufmerksamkeit will. So kommt er runter und entspannt.

    Der Knackpunkt ist dann anfangs, jedesmal, wenn der Hund das Knabbern oder Beißen anfängt, ihn ruhig und bestimmt wegzuschieben und mit einem Abbruchkommando (oder ich sage zb mit Grabesstimme den immer gleichen Satz "Nee, das machen wir nicht") die Interaktion zu beenden. Dann abwenden und weggehen. Kommt der Hund hinterher, gehe ich durch ein Türgitter und schließe das und tu irgendwas auf der anderen Seite.

    Wichtig ist halt, klar zu kommunizieren, dass Zähne einsetzen unerwünscht ist und wehtut.

    Man kann auch aua sagen oder quieken, allerdings stachelt das manche Hunde eher an. Deshalb sag ich meinen Spruch und wende mich ab.

    Weil aber meine Hunde schlau sind und gern gekrault und massiert werden (besonders zwischen den beiden Hüfthöckern kurz vor dem Rutenansatz :winking_face: ) hat gerade der Jungspund sehr schnell raus gehabt, dass Zähne einsetzen blöd ist. Und da kommt dann das Anbieten von Alternativverhalten ins Spiel.

    Zur Abfuhr von Energie liegen hier auch verschiedene Zergel, Spielzeuge und ein alter Turnschuh herum. Auf den stürzte sich der Jungspund dann, statt in meinen Arm zu schnappen, wenn ich meinen Spruch "Das machen wir hier nicht" gesagt hab und das fördere ich, indem ich ihn lobe, ihn direkt anstachle und mit ihm ein bisschen zergle. Ich achte dann aber darauf, dass er immer gewinnt, so dass er das Zergeln als Erfolg wahrnimmt und gern wieder macht.

    Irgendwann versteht dein Hund, dass er sich an seinen Spielsachen abreagieren soll und nicht an dir. Und ja, das wird weniger mit der Zeit.

    Stress über den Tag hinweg kann sich anstauen und dann plötzlich entladen. Deshalb ist es auch so wichtig, dem Hund Regenerationsphasen zu gönnen, zb wenn Besuch da war. Oder aber auch, Gelegenheit zu geben, sich mal auszurennen, zb am Fahrrad oder im Freilauf, falls möglich.

    So bekommt nicht nur der Hund den Kopf frei :bindafür:

    Zuerst hat sie unterm Tisch geschlafen, ist dann aufgewacht, an mir bzw dem Stuhl hochgesprungen, hat mich angebellt, angeknurrt und geschnappt.. aus dem Nichts

    Wenn ich eins gelernt habe im Zusammenleben mit meinen Hunden, dann, dass Hunde nichts "aus dem Nichts" heraus tun.

    Sie folgen Ihrer eigenen Logik, sie interpretieren Situationen auf ihre eigene Art und ziehen auch ihre eigenen Schlüsse - aber immer mit dem normalen Ursache-Wirkung-Prinzip.

    Nur, weil wir nicht verstehen, warum der Hund etwas tut, heisst das nicht, dass es aus Hundesicht keinen Sinn macht.

    Ich vermute, vor dem anspringen, anbellen, anknurren und schnappen kam noch eine ganze Eskalationsleiter an Ausdrücken vorher, die du nur nicht wahr genommen hast.

    Ist kein Vorwurf, das geht allen so, die sich noch nicht gut in der Hundesprache auskennen. Nur hilft diese Erkenntnis vielleicht, nicht zu sagen, mein Hund benimmt sich "aus dem Nichts heraus" unmöglich, sondern, mein Hund möchte mir etwas mitteilen - ich verstehe nur nicht, was es ist, das er von mir will.

    Versetz dich mal in deinen Hund - er möchte dir etwas mitteilen, und du verstehst nicht, was er will, bindest ihn an und stellst ihn mit Knabbereien ruhig. Wie frustrierend das sein muss, ständig aneinander vorbei zu kommunizieren.

    Vielleicht wollte er Aufmerksamkeit, vielleicht wollte er raus, vielleicht hat sich da schon sowas wie "ich lasse meinen Frust über xy mal gepflegt an Frauchen aus" eingeschlichen. Ohne die Körpersprache zu sehen, kann man das jetzt nicht mehr nachvollziehen. Vielleicht war deine Reaktion sogar die einzig richtige.


    Vielleicht hast du die Möglichkeit, dich über Körpersprache des Hundes, das hündische Naturell allgemein und über Umgang mit Frustration bzw dem Erlernen von Frustrationstoleranz und Resilienz weiter zu bilden und einzulesen. Gibt gute Bücher dazu. Vielleicht haben hier einige sogar Empfehlungen, falls du Lust auf Lesestoff hast.