Zum Besuch bzw Gästen: Das sieht natürlich jeder, wie er will aber ich für meine Teil bin sehr froh, dass wir Freunde und Freunde der Tochter haben, die sehr tolerant sind mit dem Jungspund jetzt.
Viele Jahre lang war Besuch überhaupt kein Thema hundetechnisch, weil unsere Hunde mit Menschen kein Thema hatten. Also wirklich gar keins, kein Gefiddel, kein Sich-Aufdrängen, keine Unsicherheit. Neutral.
Jetzt hab ich halt einen Hund, der fremde Menschen auswärts inzwischen okay findet, und im Haus so naja. Mal sehen, wie weit wir bei ihm kommen, er ist ja noch in der Entwicklung und ich will nicht zu viel pushen, aber Möglichkeiten zum Training und positiv Besetzen von Gästen auf jeden Fall nutzen.
Das setzt voraus, dass meine Aufmerksamkeit immer mit einem Auge beim Hund ist und ich feste Regeln etabliere.
Beispiel: Unser Esstisch steht quer vor dem Zugang zur Küche. Vor der Küche ist eine Nische, wo ich Jacks Decke und seine Box platziert habe. Direkt daneben sitze dann ich, die Küche nutzt er bei großer Unsicherheit, um sich dorthin zurückzuziehen. Der Rest vom Tisch ist für alle anderen vorbehalten, aber der Zugang zur Küche, wo dann der Hund auf der Decke liegt, ist für Gäste tabu. Ansonsten können sie sich frei bewegen, auf Toilette den Gang runter, alles easy, weil der Hund bei mir bleibt (und dort auch lang angebunden ist).
Warum mache ich das so? Weil ich mal Besuch hatte, Jack lag im Kommando auf der Decke, und jemand half mir den Tisch abzuräumen. Beim rausgehen aus der Küche wurde Jack von der Person massiv bedrängt, sie stand auf seiner Decke und wollte ihn streicheln, während er sich wirklich zitternd an die Wand gedrückt hat. Diese Situation wird es NIE wieder geben in unserem Haushalt.
Wir bauen auch gerade auf, dass Jack nach einer Weile ins Schlafzimmer geht und dort ruht. Momentan kann ich ihn nicht sofort dort unterbringen, weil er sonst bellt. Ist aber der Besuch hereingekommen, jeder platziert am Tisch und Couch und es kehrt Ruhe ein, dann liegt er entspannt neben mir. Und dann kann ich ihn mit nach oben nehmen und er ist okay damit.
Thema alleinbleiben: Unsere Hunde bleiben beide unkompliziert allein, allein die Konfirmandenblase des Senior ist das Limit. Sie haben von mir den Auftrag, schön aufs Haus aufzupassen und schön leise zu sein, dann gehe ich
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Den Hund wegsperren, während bei den Gästen der Bär steppt, ist für mich nochmal eine andere Liga. Da kann ich verstehen, dass ein Hund mit Wächterinstinkt sich nicht aussperren lassen will. Irgendwann will ich auch dahin, dass der Hund akzeptiert, dass er jetzt entbunden ist und ich übernehme, aber das braucht Zeit und ist auch Typsache, ob der Hund das so hinnimmt oder doch nachfragt.
Jedenfalls sind wir auch noch in der Phase, wo wir nach dem Durchprobieren verschiedener Strategien diejenigen, die am besten funktionieren, weiter umsetzen und aufbauen und schlicht üben.
Und da bin ich sehr dankbar für Besucher, die sich nicht daran stören, wenn sie eben nicht den Hund streicheln können, nicht in meine Küche können, aber stattdessen sogar ein Lob für meinen Hund übrig haben, weil er trotz Halligalli beim Spieleabend zu meinen Füßen liegt und schläft
umgekehrt finden Gastgeber es auch sehr nett, dass meine Hunde nicht durch ihr ganzes Haus streifen, sondern zu meinen Füßen eingekringelt schlafen. Oder eben dann doch zu Hause bleiben, wenn es nur ein kurzer Besuch ist.