Die Trainerin meinte, dass es gut sei, wenn man einfach locker an ihm vorbeigehen würde, vielleicht auch im nächsten Schritt sich neben ihn setzen und was anderes machen würde, einfach, damit er merkt, man nimmt ihm nix weg.
Das ist ein Widerspruch in sich.
Wenn ich (aus Hundesicht jetzt) nix von einem anderen will, dann geh ich nicht nah an dem vorbei oder setze mich vielleicht sogar noch dazu. Besonders, wenn der Hund gerade was Fressbares (=Ressource) hat.
Gerade dadurch, dass ich mich danebensetze, den Hund anschaue, vielleicht sogar anspreche oder um den herumlaufe, zeige ich dem Hund in seiner Hundesprache, dass ich brennendes Interesse an seinem Kauteil oder Futter habe.
Ich nutze das manchmal, wenn der Senior gerade eine Phase hat, wo er schlecht frisst (er muss fressen, sonst gibt's Nüchternerbrechen). Dann lass ich unter Aufsicht den Jungspund dazu, und der verhält sich dann exakt so, wie du es beschreibst oben im Zitat.
Nur, dass er sehr wohl Interesse hat und es dem Senior sehr gern wegnehmen wollen würde, wenn ich ihn ließe.
Der Senior reagiert darauf mit Knurren und, naja, er frisst dann halt.
Natürlich kann man das theoretisch üben, dass man sich da mit hinsetzt. Aber man muss sich dessen bewusst sein, dass es den Hund erstens stresst, und zweitens bekommt die Futter/Fresssituation dadurch unnötig Gewicht und Dynamik. Vor allem, ich könnte mir jetzt keinen wichtigen Grund denken, warum ich sowas trainieren wollen würde.
Eher umgedreht, hat der Hund beim Fressen seinen Frieden, kann ich da auch mal vorbeilaufen, und es stört ihn nicht. Weil er immer seine Ruhe dazu hat.
Trenn deine Hunde, wenn die was Kauen sollen oder ihr Fressen bekommen, so hat jeder seine Ruhe und kann sich sicher sein, dass keiner was von ihm will, bis er fertig ist. Hier ist zb ein Türgitter dazwischen zur Futterzeit.