Beiträge von DerFrechdax

    Ich seh da schon eine Drohung in der Streichelsituation. Und zwar an die Adresse des älteren Ersthundes.

    Auch im Video, wo sie liegen, der jüngere vorn, begrenzend, checkt auch gleich ab, was Herrchen/Frauchen will, als die Kamera kommt.

    Fiddelt, ist sofort on und aufgedreht, uuuh, Leute, jemand beschäftigt sich mit mir, Party!!!

    Da müsste Ruhe rein, und ich glaube, der Kleinere hat sich schon eine ziemlich feste dominante Position ausgebaut im Verhältnis zum Ersthund. Das ist für den Ersthund unschön, der fällt vielleicht hinten runter, wenn man das nicht einbremst.

    Ist aber auch evtl entwichlungsbedingt, in der Pubertät entwickeln Jungrüden gern mal Allmachtsphantasien. War hier auch so, und ich musste den Jungspund teils ordentlich einbremsen, damit der Senior nicht leidet unter seinem Verhalten.

    Gehört halt dazu, wenn man mehr als einen Hund hat. Immer die Dynamik der Hunde untereinander auch im Auge behalten :ka:

    Die Hunde haben Stress, in einem Video schüttelt sich einer den Stress aus dem Fell.

    Solche Situationen würde ich in Zukunft unbedingt vermeiden.

    Im letzten Video droht der rechte Hund, er macht sich steif, fixiert, knurrt. Zwischendurch züngelt er deeskalierend, was mMn auf Unsicherheit hindeutet. Der linke Hund schaut hilfesuchend zum Menschen, aber der weist den Frechling nicht zurecht.

    Oder ist das ok, wenn Kind den Hund füttert und dabei sitzt?

    Das Ding ist, sobald ich oder jemand anderes sich da hinsetzt und schaut, meldet man Interesse an.

    Wer mehrere Hunde hat, sieht das öfter. Einer oder mehrere sind schon fertig, einer frisst noch. Und dann geht einer zum noch Fressenden hin und setzt sich hin. Oft deeskalierend mit abgewandtem Blick, je nach Frechheit aber auch mit zugewandtem Blick.

    Der Fressende droht dann häufig, manchmal nur ein Lefzenheben oder kurz erstarren, manchmal ein Grollen.

    Setzt sich also dein Kind dazu oder greift gar in die Schüssel, ist das aus Sicht des Hundes grob übergriffig. Noch sitzen da zwei Kleinkinder, ein hündisches und ein menschliches.

    Da euer Hund aber wesentlich schneller reifer und erwachsener werden wird, wird irgendwann der Zeitpunkt kommen, wo der Hund sich gestört fühlen wird und dann das Kind "korrigiert", zb durch abschnappen. Das sind dann die Momente, wo Eltern aus allen Wolken fallen, weil, "hat er ja noch nie gemacht".

    Deshalb würde ich das dem Kind von Anfang an beibringen, dass der Hund nicht gestört wird, wenn er frisst, säuft, seine Geschäfte macht oder ruht.

    Super, dass ihr euch Gedanken macht und hier nachfragt :bindafür:

    Ja, gut, dann verstehen wir das Schlusskommando unterschiedlich.

    Bei mir wende ich mich ab, das bedeutet, jetzt ist die Interaktion zu Ende. Ich brauch inzwischen dazu kein verbales Kommando mehr.

    Egal, ob ich gekrault hab, gezergelt, Ball geworfen, damit ist dann vorbei und ich mach anderes, meine Hunde wenden sich dann auch anderem zu und fordern nix ein.

    Ein Schlusskommando bedeutet hier einfach Feierabend. Bei dir heisst es, die Interaktion geht weiter, nur wird dann halt gekrault. Das hab ich mit Schlusskommando nicht gemeint.

    Was passiert denn, wenn du wirklich sagst, jetzt ist Ende? Akzeptiert dein Hund das und gut is?

    Der jüngere Hund knurrt also den anderen, älteren Hund an, wenn er selbst gestreichelt wird?

    Er versucht dann also, den älteren Hund wegzuknurren?

    Warum ist euch dieses Streicheln nebeneinander so wichtig? Wäre es nicht sinnvoll, beiden Hunden beizubringen, dass sie nur gestreichelt werden, wenn man jeweils den zu streichelnden Hund herruft? Der andere, der "nicht dran ist", hat dann wegzubleiben.

    Ich glaube, ihr müsst da stärker moderieren und solche Konkurrenzsituationen meiden.

    Und wer knurrt, auch wenn er den anderen Hund anknurrt, wird bei mir nicht gestreichelt. Streicheln und sich gegenseitig putzen ist eine Maßnahme, die den Zusammenhalt fördern und stärken soll. Da wird niemand hier weggebissen oder weggeknurrt. Kann der Jungspund das nicht aushalten, muss er weggehen.

    Das mit dem auf den Rücken drehen würde ich lassen. Da scheint eine ungute Dynamik zwischen den Hunden zu entstehen, und das Unterwerfen mit Gewalt verstärkt das Ganze (wie ihr schon gemerkt habt).

    Gibt es noch andere Situationen, wo der jüngere den Ersthund anknurrt oder einschränkt?

    Geht auch mit Katze oder Ratte

    Sogar mit Kindern und frisch gebackenem Kuchen beispielsweise... oder mir selbst und dem Schokivorrat im Schrank :ugly: :lol:


    Impulskontrolle sieht für mich so aus, dass zb beim Gassi eine Katze unseren Weg kreuzt. Und Herr Hund geht nicht hinterher. Da muss ich dann auch nix sagen, weil sowas einfach ein Tabu ist. Wenn dann aber aus einem Kommando gegangen wird, weil der Hund gerade bei Fuß laufen sollte, da ist dann der Gehorsam gefragt.

    Oder beim Kofferraum aufmachen. Das haben wir bewusst ohne ein Bleib Kommando trainiert. Geht die Klappe auf, bleibt Herr Hund bombenfest sitzen, und wenn der Himmel einstürzt. Das ist dann Impulskontrolle. Natürlich im erweiterten Sinne auch Gehorsam, weil er weiss, das darf er nicht.

    Oder, letztes Beispiel, Senior ist noch am Reste seiner Portion fressen und ich lass den Lockenkopf schon rein ins Wohnzimmer. Da sieht dann Impulskontrolle so aus, dass der Jungspund wartet, bis der Senior weggeht, damit er die Krümel aufklauben kann.

    Wenn ich mich irgendwo auf eine Bank setze und ihn Platz schicke und länger sitzen bleiben möchte, wird's unrund.

    Da würde ich ansetzen.

    Ich kenne einen Lagotto, der ist die ersten, sagen wir mal, 3 Jahre echt eine totale Nervensäge gewesen. Immer on, nie Pause. Beim Gassi hab ich 50 Kilo und 10 Kilo Hund (meine) an einer Hand geführt, während an der anderen Hand Signor Lagotto vor sich hin geflummit hat, was mir ganz tolle Handgelenksschmerzen beschert hat.

    Unglaublich. Und ich kenne nur solche mit Hummeln im Hintern.

    Wobei es auch auf gute Zucht ankommt und was man für Charaktere fördern will als Züchter.

    Insofern, der Tipp, das zu üben, bis der Hund wirklich runterfährt und sich hinlegt, ist nicht schlecht.

    Allerdings, das muss man sagen, das wird eine Weile dauern. Denn man geht nicht weiter, wenn der Hund sich hinsetzt und versucht, dich durch Hypnose zum weitergehen zu bewegen. Man ignoriert den Hund so lange, bis er sich von selbst hinlegt. Das kann man dann evtl mit einem Leckerli zwischen die Vorderpfoten geworfen bestätigen.

    Das kommt dann auch wieder auf den Hund an. Manche schnallen es gleich und bleiben schön liegen und legen sich sogar auf die Seite oder den Kopf ab, andere kommen in eine Erwartungshaltung, und du hast wieder einen Hibbel da sitzen, der was von dir will.

    Jedenfalls braucht man für die Übung einen langen Atem. Erst, wenn der Hund entspannt und teilnahmslos liegt, Kopf abgelegt, geht man leise und entspannt weiter, ohne den Hund zu pushen.

    Allgemein könntest du noch gucken, wie du mit ihm umgehst, und ob du durch Training oder Spiel den Hund unnötig hochdrehst. Nichts gegen ein schönes Spiel, aber der Hund sollte ein "Schluss"-Kommando kennen, wo er dann wieder normal wird und die Aufregung loslässt.