Beiträge von DerFrechdax

    Als Tipp, wenn du Tabletten gibst (Simparica oder Nexgard zb), lass dir gleich mehrere mitgeben, dann hast du für solche Notfälle gleich was zu Hause.

    Die Flöhe werden nicht repellitiert, d.h. die bleiben am Hund und sterben dann direkt nach dem Stich ab. Vorteil: die Flöhe gehen nicht woanders hin, zb auf den Menschen ( :face_screaming_in_fear: ).

    Ich würde trotzdem dass der Hund nicht darauf lag alle Hundeplätze über 60Grad waschen. Auto nicht vergessen :hugging_face: Und saugen, saugen, saugen. Evtl Ritzen abdampfen.

    Falls ihr ein Igelnest habt im Garten lohnt sich eine lückenlose Gabe von Anti-Floh- und Zeckenmitteln bis in den Winter hinein.

    Ihr kriegt das wieder hin! :hugging_face:

    Mir ist wichtig, dass ein Trainer/in den Ansatz verfolgt, den Hund gemeinsam mit dem Halter so umweltsicher zu machen, dass der Hund später unauffällig mitläuft im Alltag.

    Baustellen werden gemeinsam bearbeitet, auch in ein paar wenigen Einzelstunden, wenn nötig, und am Ende soll der Halter in der Lage sein, seinen Hund allein zu führen auf Basis des Gelernten.

    Also kein jahrelanges "Herumgedoktere", mit dem man sicherstellt, dass der Klient einem treu bleibt und möglichst viel Geld dalässt über die Zeit, sondern Hilfe zur Selbsthilfe, wie man so schön sagt.

    Meine Trainerin ist nicht das Gelbe vom Ei, aber die Beste, die es in unserer Gegend gibt. Sie vertritt Standpunkte zum Thema Chippen/Kastration, die ich nicht teile, und sie hat wohl auch mit terriertypischem Verhalten und äh, deren Verhaltensoriginalitäten ein Thema, aber das schüttel ich ab. Ich bin ja nicht gezwungen, ihre Tipps eins zu eins umzusetzen.

    So blieb mein Rüde also unkastriert und ungechippt :partying_face: geht auch, macht aber mehr Arbeit bzw man muss sich dann halt mit typischem (Jung-)Rüdenverhalten auseinandersetzen und evtl eingrenzen.

    Ihre Herangehensweisen an Welpenstunde (kein Spiel, sondern in erster Linie Ruhe lernen, aushalten, Fokus auf den Menschen, Heranführen an verschiedene Reize) und Junghundestunde fand ich sehr lehrreich und ist besonders für Ersthundehalter ein Augenöffner.

    Oft erklärt sie, warum ein Hund was macht und was man dem Hund gerade selber beibringt (zb Verhaltensketten: eine Borderhündin springt immer wieder auf dem Platz auf, wird abgelegt, kriegt Leckerli, springt wieder auf... :partying_face: ).

    Ich finde wichtig, dass keine Allgemeinweisheiten wie "zeig, wer der Chef ist", "der Hund ist nur dominant" verbreitet werden, sondern wirklich überlegt wird, warum macht der Hund, was er tut, und wie kann man das umlenken und Alternativverhalten aufbauen oder wenigstens managen. Ich finde auch Übungen zum Alleinbleiben, Medical Training, Giftködertraining, Antijagdtraining, Maulkorb richtig antrainieren, die Tüte vom TA tolerieren etc wichtig. Halt das ganze Rundumpaket.

    Und, am allerwichtigsten: Am Ende muss der Halter authentisch mit seinem Hund umsetzen können, was er gelernt hat. Nicht ein ideologisch gefärbtes Programm übergestülpt bekommen, und es nützt auch nichts, wenn der Hund beim Trainer super hört, nur nicht beim Halter, sondern der Hund und der Halter sollen ein Team werden und am Ende ohne Trainer funktionieren.

    Was mir noch einfällt, es ist gut, sich frei zu machen von "was er in den ersten 12 Wochen nicht lernt, lernt er nie mehr".

    Es ist ja schon angeklungen, man setzt sich damit so sehr unter Druck. Ein Hund lernt auch später noch genauso, der lernt sein Leben lang.

    Wenn ich meinen ganz normalen Alltag lebe, wie schon geschrieben wurde, dann lernt er nach und nach alles kennen, was er kennen soll.

    Staubsauger, Rasenmäher, Aufzug fahren (wenn man in einem MFH wohnt zb), Auto mitfahren, Radfahrer, Passanten, Besuch, rennende Kinder, Rollstuhlfahrer, Skater, Kindergeschrei am Spielplatz...

    Das wichtigste ist für den Anfang der Name und dass der Hund lernt, wie es BieBoss so schön beschrieben hat, dass mit mir immer was Tolles erlebt wird und bei mir Ruhe, Schutz, Party, Spiel und Spaß stattfindet.

    An Kommandos langt ein Rückruf, den man spielerisch aufbaut und ein Schau-Signal bzw das Orientieren an mir wird immer belohnt.

    Was ich auch viel gemacht habe, mich wo hingesetzt und wenn sich der Hund hinlegt, Leckerli ruhig zwischen die Vorderbeine gelegt. Hinlegen und ruhen wird so verstärkt.

    Wird der Hund älter, haben hier Kindergitter Ruhe reingebracht, so dass das Hundekind lernt, mich auch mal 5 Minuten aus den Augen zu verlieren und wichtig fand ich auch, aus dem "Wiederzusammentreffen" kein großes Ding zu machen. Hier wird nicht begrüßt, wenn ich heim komme, auch wenn meine Terrier dann gern durchdrehen möchten, weil ich ja weg war!Ohne sie! :lol:

    Allgemein zu versuchen, Struktur und Ruhe in den Tagesablauf zu bringen ist ein guter Rat. Dafür kann dann der Junghund mit passenden anderen Hunden oder mit mir beim Gassi "die Sau rauslassen" und sich mal richtig ausrennen und ausspielen.

    Auch wichtig: kein Laufen am Rad unter 1 Jahr

    Ist der Welpe abends überdreht, war der Input am Tag zu viel. Dann muss man Programm runterschrauben. Ideal wäre nur ein oder zwei größere Herausforderungen pro Tag, hängt allerdings auch vom Nervenkostüm des Hundes ab und in welchem Umfeld er aufgewachsen ist und wo er dann aktuell lebt. In einem 1Personenhaushalt, wo den ganzen Tag HO angesagt ist, wird weniger Aufregendes passieren als in einer Familie mit 5 Kindern oder wo mehrere Hunde und andere Tiere leben. Da kann schon der Alltag so spannend sein, dass erstmal kein anderes Training möglich ist, bis der Hund einen Weg gefunden hat, sich anzupassen.

    So, und ein letzter Tipp: immer aufs Bauchgefühl hören. Was sich für den eigenen Hund falsch anfühlt, ist es in der Regel auch.

    Habe fertig :partying_face: :lol:

    Ich würde auch erstmal schauen, wo die "magische Grenze" ist, wo der Hund auslöst.

    Oft merkt man, beispielsweise, dass der Hund ab 10m Abstand steif wird und fixiert, ab 5 Meter dann bellt.

    Vergrößert man den Abstand, bleibt der Hund ansprechbar und man kann Alternativverhalten aufbauen, zb Schau.

    Allgemein ist es sinnvoll, bei einem solchen Hund den Fokus vom "Außen" auf den Menschen zu lenken.

    Im Welpenkniggethread gibt's ein sehr schönes Beispiel von BieBoss wo sie erklärt, wie man das man das machen kann:

    -Ann-
    29. März 2023 um 10:03

    Beitrag No.18

    Was mir noch einfällt:

    Kein "Das muss der lernen", "da muss er jetzt durch" - so kann man ganz viel für das ganze Hundeleben kaputt machen.

    Ich bringe meinen Hunden bei, mir zu vertrauen, ich kümmere mich um alles. Um stänkernde Hunde, übergriffige, grabschende Menschen, ich bring meine Hunde sicher durch Situationen, die sie verunsichern.

    Aus diesem Vertrauen heraus können sie es im Grunde mit allem aufnehmen, ich lotse sie durch. Tierarztbesuche, yay, wie cool, bellende Hunde, macht uns nix aus, stehen wir drüber, schau auf mich, das lohnt sich, bleib bei mir, ich bring dich da durch.

    Dinge, die zu viel sind, werden umschifft und andermal kleinschrittig geübt. Nie den Welpen mit einem Stressor allein lassen.

    Ich werf mal Medical Training in den Ring...


    • Krallen kontrollieren und mini-minimal einkürzen (Aufbau in mehreren Schritten natürlich, erst Pfötchen ruhig in die Hand nehmen, loben und Leckerli, dann in die Hand nehmen, mit dem Knipser mal in die Luft knipsen, so dass das Geräusch entsteht und als ungefährlich abgelegt werden kann im Hundehirn, loben und Leckerli, dann am Ende halt tatsächlich das Spitzchen von der Kralle abknipsen, loben und Leckerli)

    • mal in die Öhrchen gucken, mal mit Feuchttuch auswischen

    • Rute hoch und mal den Popo kontrollieren, mal beim Rüden zwischen die Beine fassen (hat er mal Katarrh, muss man zb den Penis säubern können)

    • striegeln, bürsten, Fellpflege einführen, anfangs nur kurz, dann ausdehnen nach und nach

    • Zähne kontrollieren, Putzen einführen

    • Augen anschauen, stillhalten üben, natürlich erst wenige Sekunden, dann ausdehnen, wichtig, wenn der Hund später Augentropfen braucht