Beiträge von DerFrechdax

    Ist der Zugang zum Haus vielleicht besonders eng und der Hund kann sich nicht zurückziehen, wenn er mehr Abstand braucht?

    Vielleicht wird ihm der Rückzugsweg versehentlich abgeschnitten.

    Wenn er auch bei Hundebegegnungen Enge unangenehm empfindet, könnte man eine andere örtliche Möglichkeit finden, wo ihm das Geschirr an/ausgezogen wird?

    Es ist schon so, bei einem Hund funktioniert partnerschaftliches Erziehen nur semigut. Der braucht ziemlich klare Neins und Jas, alles dazwischen sorgt bei den meisten Charakteren dafür, dass Konfusion und Chaos entsteht.

    Es gibt sie zwar, die Musterschüler, die intuitiv immer alles so machen wollen wie es ihr Besitzer will... aber ich kenne Havaneser als Hunde, die Führung brauchen, sonst entwickeln die sich zu kleinen Kläffmaschinen xD

    Ich finde es auch deshalb schwierig, weil man manchmal das Gefühl hat, immer was falsch zu machen. Man gibt sich Mühe, und dann kriegt man wieder auf die Mütze. Dann macht man es anders, und jemand anderes zeigt mit dem Finger und sagt "So geht das aber nicht".

    Perfektionismus und der Wunsch nach Harmonie um jeden Preis (oder Konfliktscheu, wenn man es so nennen will) ist echt eine Falle.

    "Jedem Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann."

    Viel wertvoller ist es, zu schauen, auch mit einem guten Trainer, was braucht der Hund, wo steht er, wo will man hin. Und man muss es wahrscheinlich hinnehmen, dass es immer jemanden gibt, der den Kopf schüttelt und einen für inkompetent oder verrückt hält.

    Je öfter man die Erfahrung macht, dass das Bauchgefühl recht behalten hat, umso mehr wird man darauf vertrauen. Und hat es einen getrogen, macht man es das nächste Mal besser.

    Manchmal hat man die innere Stimme auch ignoriert, und es ging in die Hose, weil man sich bequatschen hat lassen oder der Kopf einen Knoten hatte. Dann macht Erfahrung auch klug.

    Ich bin in den meisten Fällen pro Bauchgefühl, weil es mich schon vor vielem bewahrt hat.

    Hab ich es ignoriert, war das meistens kein Gewinn für mich und hatte "Hätte ich doch"-Überlegungen für mich zur Folge.

    Das Problem ist, dass sehr oft unser Bauchgefühl etwas anderes sagt als unsere Umgebung von uns will.

    Unser Bauchgefühl warnt uns vor Menschen, die es nicht gut mit uns meinen, warnt uns vor gefährlichen Situationen, zeigt uns, womit wir uns wohl fühlen.

    Warum hören wir nicht öfter darauf? Weil wir in Zwängen stecken, Menschen mit Weisungsbefugnis das Recht haben, unsere Wahl zu beeinflussen oder, und das empfinde ich zumindest so, ein Überangebot von Wahlmöglichkeiten und dominant vertretenen Meinungen uns verunsichert.


    Ich für mich hab diesen Faden zum Anlass genommen, mehr darauf zu achten in mich reinzuhören, was für mich taugt, was mir gut tut und was ich nicht um mich haben möchte. Das gilt ja nicht nur für Hunde- oder Kindererziehung, Bauchgefühl ist immer nützlich im Leben.

    Hi :winken:

    Hier war der Hund schon drei Jahre da, als das erste Kind ankam :herzen1:

    Meine Kinder haben also von klein an gelernt, auf den Hund Rücksicht zu nehmen, und der Hund hat gelernt, die neuen Mitbewohner zu tolerieren/ignorieren, vor allem zu Anfang (war ein Schäferhund).

    Das hier:

    tot kuscheln

    fliegt halt schon mal Spielzeug durch die Gegend, es wird gerannt, getobt usw.

    gibt es halt nicht, wenn der Hund in der Nähe ist. Getobt wurde im Garten oder draußen, Spielzeug möglichst aufgeräumt, weil sonst evtl angenagt, und die Kinderzimmertür war zu, wenn sie nicht zu Hause waren.

    Spielende Kinder ist ein großer Trigger für einen jungen Hund, da hab ich viel Wert drauf gelegt, dass der Hund lernt, dass ihn das nichts angeht.

    Wenn man ein Auge auf beide "Parteien" hat, für beide Regeln gelten und der Hund auch seine Ruhe hat, seinen eigenen Ruhebereich, wo er ungestört ist, kann das sehr gut klappen und eine sehr schöne gemeinsame Zeit sein.

    Frauen magischerweise schon immer wussten, dass Säuglinge Schmerzen empfinden können

    Dass Säuglinge angeblich keine Schmerzen empfinden könnten hab ich erst vor ganz kurzem gelesen und vorher noch nie gehört.

    Dass Babys Schmerzen haben können, ist, würde ich sagen, einfach gesunder Menschenverstand, da ist nix esoterisch dran.

    Meine Tochter hatte schmerzhafte 3-Monatskoliken. Die hab ich Stunden durch die Gegend getragen, bis die Winde abgegangen sind.

    Kein normaler Mensch, der normal empathisch begabt ist, würde Tieren oder Menschen Schmerzempfinden absprechen, egal wie alt sie sind.

    Aber irgendwie wird ja ein Forscher auf diese abstruse Idee gekommen sein. Irgendwelche Anhaltspunkte muss es dafür offensichtlich gegeben haben. Für mich ein Beispiel, dass egal, was man wo liest und angeblich irgendeine Koryphäe sagt, man immer auch hinterfragen und mit seinem eigenen Gefühl, ja, eben Bauchgefühl und gesundem Menschenverstand abgleichen muss.

    Mädchen lernten früh, wie man sich um Babys kümmert.

    Criiiiinge

    Mädchen lernten früh, wie man sich um Babys kümmert.

    Oh gut wir fangen also im Steinzeitalter an

    Leute, ich geh jetzt nicht mit euch auf dieses Thema ein.

    Früher war das eben so, die Rollen waren klar verteilt, und Jungs wurden eher selten in die Pflege eines Säuglings eingebunden. Die haben dem Vater geholfen oder auf der Straße gespielt. Ich red jetzt von der Nachkriegszeit bis ungefähr die Siebziger, Achtziger.

    Heute ist diese Erfahrung für viele Kinder perdu.

    Ich hab Kinder geschrieben und nicht Mädchen. Schliesst beide Geschlechter ein.


    Aber, als ich das geschrieben habe, wusste ich, dass jetzt wieder Leute kommen und Gleichberechtigung schreien. Lasst doch einfach mal gut sein und kämpft euren Kampf woanders. Früher war einiges anders als heute. Ohne Wertung. Punkt.

    Ich glaub, der Knackpunkt ist, viele Menschen wachsen ohne direkte Kontakte zu Tieren auf.

    "Früher" war es zumindest für einen Großteil der Kinder möglich, verschiedene Tiersorten kennenzulernen. Den Hofhund, den man besser nicht getretzt hat, die Hühner der Oma, Stallhasen, Enten, Kühe, Pferde... man ist oft Tieren über den Weg gelaufen.

    Viele Familien hatten mehrere Kinder, d.h. Kinder hatten viel Kontakt mit anderen Kindern, passten auf jüngere Geschwister auf, Mädchen lernten früh, wie man sich um Babys kümmert.

    Heute ist diese Erfahrung für viele Kinder perdu.

    Wo soll das Bauchgefühl herkommen?

    Ich kenne einige Kinder im Bekanntenkreis mit Angst vor Hunden. Warum? Weil in deren Fall kaum Kontakt zu Tieren besteht, keine Regeln in deren Umgang verinnerlicht wurden und dadurch eine große Unsicherheit vorherrscht.

    Ich wollte das anders für meine Kinder, deshalb haben wir immer Hunde und zeitweise eine Katze gehabt und Tochter hat ein Pflegepferd, ich seit Jahren Reitbeteiligungen. Was Kinder sich so "nebenbei" aneignen, kann ihnen nie mehr jemand wegnehmen.

    Aber ja, es ist schade, wir entfernen uns immer mehr von der Natur. Wer kennt noch einheimische Kräuter oder Pflanzen und wofür sie gut sind? Es herrscht eine Entfremdung und damit Unsicherheit. Da leidet das Bauchgefühl, weil keine Grundlage da ist, worauf es sich gründen soll.

    Angelesenes Wissen kann dabei niemals mithalten, sondern nur ergänzen.