Ich glaub, der Knackpunkt ist, viele Menschen wachsen ohne direkte Kontakte zu Tieren auf.
"Früher" war es zumindest für einen Großteil der Kinder möglich, verschiedene Tiersorten kennenzulernen. Den Hofhund, den man besser nicht getretzt hat, die Hühner der Oma, Stallhasen, Enten, Kühe, Pferde... man ist oft Tieren über den Weg gelaufen.
Viele Familien hatten mehrere Kinder, d.h. Kinder hatten viel Kontakt mit anderen Kindern, passten auf jüngere Geschwister auf, Mädchen lernten früh, wie man sich um Babys kümmert.
Heute ist diese Erfahrung für viele Kinder perdu.
Wo soll das Bauchgefühl herkommen?
Ich kenne einige Kinder im Bekanntenkreis mit Angst vor Hunden. Warum? Weil in deren Fall kaum Kontakt zu Tieren besteht, keine Regeln in deren Umgang verinnerlicht wurden und dadurch eine große Unsicherheit vorherrscht.
Ich wollte das anders für meine Kinder, deshalb haben wir immer Hunde und zeitweise eine Katze gehabt und Tochter hat ein Pflegepferd, ich seit Jahren Reitbeteiligungen. Was Kinder sich so "nebenbei" aneignen, kann ihnen nie mehr jemand wegnehmen.
Aber ja, es ist schade, wir entfernen uns immer mehr von der Natur. Wer kennt noch einheimische Kräuter oder Pflanzen und wofür sie gut sind? Es herrscht eine Entfremdung und damit Unsicherheit. Da leidet das Bauchgefühl, weil keine Grundlage da ist, worauf es sich gründen soll.
Angelesenes Wissen kann dabei niemals mithalten, sondern nur ergänzen.