Was sind „diese Rassen“ - wo ziehst Du die Grenze?
Ich hab jetzt ein bisschen darauf herumgedacht. Ist jetzt nur meine persönliche Meinung, deshalb bitte nicht allzu ernst nehmen. Ich lass meine Gedanken mal laufen:
Für mich sind Hunderassen, die keine "angeborene" Beisshemmung haben, Rassen, die in unsere Gesellschaft nicht mehr reinpassen.
Unsere Hunde müssen jeden Tag mit einer Vielzahl Trigger zurechtkommen und ständig Ihre Triebe kontrollieren. Das stell ich mir anstrengend vor, aber natürlich geht das mit Training und Erziehung.
Es gibt Rassen, die wurden so gezüchtet, dass sie hier gut reinpassen, die Begleithunde, aber auch gut erzogene Wach- und Gebrauchshunde, ehemalige Ratten- und Mäusefänger, Hütehunde, sogar gemäßigte Jagdhunderassen passen sich häufig sehr gut an und laufen unauffällig im Alltag mit.
Werden die gereizt, schnappen die maximal ab, gehen vielleicht an die Hose oder den Ärmel, verbellen. Kommt ein Bewegungsreiz, rennen die vielleicht nach, ja, es kann auch dazu kommen, dass ein Hund sogar beißt, das ist dann ein Biss und loslassen.
Oft, wenn gebissen wird, ist das beißen, zurückspringen, nachfassen. Da sind dann Pausen dazwischen, wo man den Hund wegtreten kann, und "normalerweise", in ", weil ein normal sozialisierter Hund das eh nicht macht, aber ein Hund lässt sich "normalerweise " gut beeindrucken bzw. verjagen durch anbrüllen, grossmachen, aufstampfen etc.
Und dann gibt es die Hunde, die man zum Kampf gezüchtet hat. Bullen- und Bärenbeisser, Hunde, die bis zum Tod kämpfen sollten. Oft zur Belustigung des Menschen. Die wurden natürlich nach anderen Kriterien ausgewählt, da stand nicht Verträglichkeit, Ansprechbarkeit und WTP im Vordergrund, sondern Schmerzen aushalten, Vehemenz, Aggression, nicht ablassen, immer weitermachen.
Da kamen dann muskulösen, breite, bullige Hunde raus, die mühelos aus dem Stand 2 Meter hoch springen konnten. Unglücklicherweise wurden Terrier mit eingekreuzt, damit man ein bisschen was zu gucken hat im Ring.
Diese Hunde haben ein völlig anderes Potenzial für mich, weil sie in Tunnel geraten und kompromisslos den Tod des Kontrahenten verfolgen. Die sind dann auch nicht mehr ansprechbar, wenn sie mal dabei sind.
Das hier hab ich zb gelesen:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bullenbei%C3%9Fer
ZitatZu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts beschreibt Georg Franz Dietrich aus dem Winckell 1820 in seinem Handbuch für Jäger, Jagdberechtigte und Jagdliebhaber „die auf Bären anzuwendenden Hetzhunde“ wie folgt:
Zitat„Bullen- oder Bärenbeißer, eine nicht gar zu große, aber starke, beherzte Hunderace mit dicken, kurzen Köpfen. Sie packen Alles, worauf sie gehetzt werden, sind aber schwer. Man pflegt sie zu mäuseln, d. h. die Ohren zu verstutzen; auch die Ruthe kurz abzuschlagen. Beides geschieht, ehe sie sechs Wochen alt werden.
Ihrer Tücke und Bosheit wegen können sie Menschen und Thieren leicht gefährlich werden; aus diesem Grunde ist es in mehreren Ländern nicht erlaubt, sich derselben zu bedienen.“[5]
Man hat also damals schon erkannt, dass diese Hunde eine erhöhte Gefahr darstellen, weshalb diese und eigentlich fast alle Gebrauchshunde früher in Zwingern oder an der Kette gehalten wurden.
Heute leben die Hunde eng mit uns zusammen, da ist in meinen Augen unabdingbar, darauf zu achten, dass sie verträglich sind und keine Gefahr darstellen bzw maximal gesichert sind.
Was noch dazu kommt, ist, dass ja viele Leute uninformiert ihren Hund aus "Hinterhöfen" beziehen, wie man so schön sagt. Das sind dann nicht gut sozialisierte, wesensschwache Nervenbündel, wenn man Pech hat. Das kombiniert mit der angezüchteten Aggression, dem nicht ablassen können im Tunnel und dazu dann noch Schwachmaten, die ihren Hund gern "krass" hätten, macht diese speziellen Hunderassen mMn zu einer größeren Bedrohung als es ein unerzogener Jack Russel, Dackel, Collie oder Pudel wäre.
Die Hunde in unserer Rasseliste hier sind da nicht umsonst. Ich geh mit Kat. 1 d'accord:
ZitatPit–Bull
–Bandog
–American Staffordshire Terrier
–Staffordshire Bullterrier
–Tosa–Inu.
Kat. 2 muss zum Wesenstest. Das sind diese hier:
Zitat–Alles anzeigenAlano
–American Bulldog
–Bullmastiff
–Bullterrier
–Cane Corso
–Dog Argentino
–Dogue de Bordeaux
–Fila Brasileiro
–Mastiff
–Mastin Espanol
–Mastino Napoletano
–Perro de Presa Canario (Dogo Canario)
–Perro de Presa Mallorquin
–Rottweiler.
Da ist das Thema Kangal, Alabai etc, also HSH und deutscher/belgische Schäferhunde noch gar nicht dabei.
Ich kenne einige American Bulldogs, weil die von unserer Trainerin gezüchtet werden. Liebe, nette Hunde, bis ein Auslöser kommt.
Und das kann auch sein, selbst erlebt, dass ein Neu-Kunde mit bellendem Hund zum Training zu spät kommt. Die gingen ab wie Raketen, es war laut, es war eine beschxxxene Situation, und diese Hunde hörten normal wie eine 1. Keine Ahnung, was die da geritten hat. Am Ende hatten alle glücklicherweise nur einen Schrecken und die Neukundin einen Kratzer von einer Kralle im Gesicht. Aber das war dann zb so ein wtf Moment für mich.
Ich sag nicht, die Politik soll dies oder jenes. Ich sage, nur für mich und mein subjektives Sicherheitsgefühl ist es so, dass ich froh bin, dass die obigen Hunderassen bei uns nicht mehr so sehr vertreten sind wie früher.
Ich persönlich hab weder was gegen gut geführte Rottweiler (obwohl Kat.2), noch RR, noch Malinois oder Dobermann, die bei uns bekanntlich gar nicht auf der Liste stehen.
Bei zwei blauen Amstaffs, die mich bzw meine Hunde mal in Imponierhaltung fixieren durften, während mein Senior und Klein-Jack gern im Mausloch verschwinden wollten und der Besitzer stand wartend daneben, während die Hunde abgewogen und dann entschieden haben, weiterzugehen... öhm, da wurde mir schon unwohl. Das ist einfach grundsätzlich eine bedrohliche Situation für mich, und ich weiss, diesen Hunden kann ich nichts entgegensetzen. Da bin ich also schon kritisch.
Ich weiss, dass nicht die Hunde an sich das Problem sind, das Problem ist der Mensch. Dadurch, dass einige Rassen aus meinem Umfeld verschwunden sind, fühle ich mich subjektiv sicherer. Und ja, ich weiss,dass sich gewisse Idioten dann Mixe mit Phantasienamen holen, die zwar meistens als Abkömmlinge auch unter die Liste fallen, aber das muss man erst mal beweisen. Ich erinnere mich auch an einen Halter, mit dem ich beim TA im Wartezimmer ins Gespräch kam, dessen grauer Listenhund von ihm als "Bully" bezeichnet wurde und der wär ja nicht auf der Liste, hehe, bin ich nicht findig. Der Hund hatte Narben und einen frischen Cut, weil er sich mit einem anderen Hund geprügelt hatte, haha, *unausgesprochen* bin so stolz auf den.
Ich kannte den nicht und hab den auch nie mehr gesehen, da bin ich auch nicht böse drum.
Ich bin halt Mutter, ich will solche Hunde gefühlsmäßig nicht um mich oder meine Familie haben. Wir wohnen in der Nähe von Sportplatz und der Grundschule, es sind viele Familien hierher gezogen. Diese Art Hunde passen hier nicht her, nur, wo passen sie noch hin?