Beiträge von DerFrechdax

    Was sind „diese Rassen“ - wo ziehst Du die Grenze?

    Ich hab jetzt ein bisschen darauf herumgedacht. Ist jetzt nur meine persönliche Meinung, deshalb bitte nicht allzu ernst nehmen. Ich lass meine Gedanken mal laufen:

    Für mich sind Hunderassen, die keine "angeborene" Beisshemmung haben, Rassen, die in unsere Gesellschaft nicht mehr reinpassen.

    Unsere Hunde müssen jeden Tag mit einer Vielzahl Trigger zurechtkommen und ständig Ihre Triebe kontrollieren. Das stell ich mir anstrengend vor, aber natürlich geht das mit Training und Erziehung.

    Es gibt Rassen, die wurden so gezüchtet, dass sie hier gut reinpassen, die Begleithunde, aber auch gut erzogene Wach- und Gebrauchshunde, ehemalige Ratten- und Mäusefänger, Hütehunde, sogar gemäßigte Jagdhunderassen passen sich häufig sehr gut an und laufen unauffällig im Alltag mit.

    Werden die gereizt, schnappen die maximal ab, gehen vielleicht an die Hose oder den Ärmel, verbellen. Kommt ein Bewegungsreiz, rennen die vielleicht nach, ja, es kann auch dazu kommen, dass ein Hund sogar beißt, das ist dann ein Biss und loslassen.

    Oft, wenn gebissen wird, ist das beißen, zurückspringen, nachfassen. Da sind dann Pausen dazwischen, wo man den Hund wegtreten kann, und "normalerweise", in ", weil ein normal sozialisierter Hund das eh nicht macht, aber ein Hund lässt sich "normalerweise " gut beeindrucken bzw. verjagen durch anbrüllen, grossmachen, aufstampfen etc.

    Und dann gibt es die Hunde, die man zum Kampf gezüchtet hat. Bullen- und Bärenbeisser, Hunde, die bis zum Tod kämpfen sollten. Oft zur Belustigung des Menschen. Die wurden natürlich nach anderen Kriterien ausgewählt, da stand nicht Verträglichkeit, Ansprechbarkeit und WTP im Vordergrund, sondern Schmerzen aushalten, Vehemenz, Aggression, nicht ablassen, immer weitermachen.

    Da kamen dann muskulösen, breite, bullige Hunde raus, die mühelos aus dem Stand 2 Meter hoch springen konnten. Unglücklicherweise wurden Terrier mit eingekreuzt, damit man ein bisschen was zu gucken hat im Ring.

    Diese Hunde haben ein völlig anderes Potenzial für mich, weil sie in Tunnel geraten und kompromisslos den Tod des Kontrahenten verfolgen. Die sind dann auch nicht mehr ansprechbar, wenn sie mal dabei sind.

    Das hier hab ich zb gelesen:


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bullenbei%C3%9Fer

    Zitat

    Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts beschreibt Georg Franz Dietrich aus dem Winckell 1820 in seinem Handbuch für Jäger, Jagdberechtigte und Jagdliebhaber „die auf Bären anzuwendenden Hetzhunde“ wie folgt:

    Zitat

    „Bullen- oder Bärenbeißer, eine nicht gar zu große, aber starke, beherzte Hunderace mit dicken, kurzen Köpfen. Sie packen Alles, worauf sie gehetzt werden, sind aber schwer. Man pflegt sie zu mäuseln, d. h. die Ohren zu verstutzen; auch die Ruthe kurz abzuschlagen. Beides geschieht, ehe sie sechs Wochen alt werden.

    Ihrer Tücke und Bosheit wegen können sie Menschen und Thieren leicht gefährlich werden; aus diesem Grunde ist es in mehreren Ländern nicht erlaubt, sich derselben zu bedienen.“[5]

    Man hat also damals schon erkannt, dass diese Hunde eine erhöhte Gefahr darstellen, weshalb diese und eigentlich fast alle Gebrauchshunde früher in Zwingern oder an der Kette gehalten wurden.


    Heute leben die Hunde eng mit uns zusammen, da ist in meinen Augen unabdingbar, darauf zu achten, dass sie verträglich sind und keine Gefahr darstellen bzw maximal gesichert sind.

    Was noch dazu kommt, ist, dass ja viele Leute uninformiert ihren Hund aus "Hinterhöfen" beziehen, wie man so schön sagt. Das sind dann nicht gut sozialisierte, wesensschwache Nervenbündel, wenn man Pech hat. Das kombiniert mit der angezüchteten Aggression, dem nicht ablassen können im Tunnel und dazu dann noch Schwachmaten, die ihren Hund gern "krass" hätten, macht diese speziellen Hunderassen mMn zu einer größeren Bedrohung als es ein unerzogener Jack Russel, Dackel, Collie oder Pudel wäre.

    Die Hunde in unserer Rasseliste hier sind da nicht umsonst. Ich geh mit Kat. 1 d'accord:

    Zitat

    Pit–Bull

    Bandog

    American Staffordshire Terrier

    Staffordshire Bullterrier

    Tosa–Inu.

    Kat. 2 muss zum Wesenstest. Das sind diese hier:

    Da ist das Thema Kangal, Alabai etc, also HSH und deutscher/belgische Schäferhunde noch gar nicht dabei.

    Ich kenne einige American Bulldogs, weil die von unserer Trainerin gezüchtet werden. Liebe, nette Hunde, bis ein Auslöser kommt.

    Und das kann auch sein, selbst erlebt, dass ein Neu-Kunde mit bellendem Hund zum Training zu spät kommt. Die gingen ab wie Raketen, es war laut, es war eine beschxxxene Situation, und diese Hunde hörten normal wie eine 1. Keine Ahnung, was die da geritten hat. Am Ende hatten alle glücklicherweise nur einen Schrecken und die Neukundin einen Kratzer von einer Kralle im Gesicht. Aber das war dann zb so ein wtf Moment für mich.


    Ich sag nicht, die Politik soll dies oder jenes. Ich sage, nur für mich und mein subjektives Sicherheitsgefühl ist es so, dass ich froh bin, dass die obigen Hunderassen bei uns nicht mehr so sehr vertreten sind wie früher.

    Ich persönlich hab weder was gegen gut geführte Rottweiler (obwohl Kat.2), noch RR, noch Malinois oder Dobermann, die bei uns bekanntlich gar nicht auf der Liste stehen.

    Bei zwei blauen Amstaffs, die mich bzw meine Hunde mal in Imponierhaltung fixieren durften, während mein Senior und Klein-Jack gern im Mausloch verschwinden wollten und der Besitzer stand wartend daneben, während die Hunde abgewogen und dann entschieden haben, weiterzugehen... öhm, da wurde mir schon unwohl. Das ist einfach grundsätzlich eine bedrohliche Situation für mich, und ich weiss, diesen Hunden kann ich nichts entgegensetzen. Da bin ich also schon kritisch.

    Ich weiss, dass nicht die Hunde an sich das Problem sind, das Problem ist der Mensch. Dadurch, dass einige Rassen aus meinem Umfeld verschwunden sind, fühle ich mich subjektiv sicherer. Und ja, ich weiss,dass sich gewisse Idioten dann Mixe mit Phantasienamen holen, die zwar meistens als Abkömmlinge auch unter die Liste fallen, aber das muss man erst mal beweisen. Ich erinnere mich auch an einen Halter, mit dem ich beim TA im Wartezimmer ins Gespräch kam, dessen grauer Listenhund von ihm als "Bully" bezeichnet wurde und der wär ja nicht auf der Liste, hehe, bin ich nicht findig. Der Hund hatte Narben und einen frischen Cut, weil er sich mit einem anderen Hund geprügelt hatte, haha, *unausgesprochen* bin so stolz auf den.

    Ich kannte den nicht und hab den auch nie mehr gesehen, da bin ich auch nicht böse drum.

    Ich bin halt Mutter, ich will solche Hunde gefühlsmäßig nicht um mich oder meine Familie haben. Wir wohnen in der Nähe von Sportplatz und der Grundschule, es sind viele Familien hierher gezogen. Diese Art Hunde passen hier nicht her, nur, wo passen sie noch hin?

    Du hast recht, das sollte jetzt auch kein "Mia san mia" Getue sein, das liegt mir total fern. Sollte eine geographische Angabe sein, wo "hier" in meinem Fall ist.


    Ich seh nur halt, wenn wir mal wieder Freund in Lüneburg besuchen und Ausflüge nach Hamburg und die Umgebung machen, immer wieder Hunde, die bei uns ziemlich sicher auf der Liste stehen. In Niedersachsen gibt es ja mWn keine Liste.

    In unserer modernen Gesellschaft haben sich einige Rassen mMn einfach überholt, man sieht ja leider auch, was für ein Klientel sich da manchmal genau diese Rassen holt. Die werden nicht "trotz" der Genetik geholt und dann vorausschauend geführt, sondern "wegen" der Genetik und weil man damit dann der Chef ist.

    Tut mir dann auch leid, wenn diese Tiere im TH landen und quasi unvermittelbar sind, oft mit trauriger Vorgeschichte und Beißvorfällen im Gepäck. Das ist ein bisschen so wie im QZ Thread, würden diese Hunde nicht vermehrt, gekauft und gehalten, würde viel Tierleid (und manchmal auch Menschenleid) vermieden werden können.

    Und ja, ich weiss dass es auch Blümchen unter den Sokas gibt. Kann man sich dann bedanken, wie es so schön heisst, bei den Xxxx, die ihre Hunde als Waffe ausbilden und missbrauchen. Und ja, da bin ich emotional. Volkan hätte sein ganzes Leben vor sich gehabt, hätte dieser Depp nicht gemeint, mit seinem Hund auf dicke Hose zu machen. Da bin ich nicht sachlich.

    Natürlich geht sowohl von mir als auch von ihr ein gewisses Gefahrenpotenzial aus.

    Wie von jedem von uns.

    Wobei ich aber wieder der Meinung bin, dass Tiere instinktgesteuert sind, wir Menschen aber die Möglichkeit haben, Entscheidungen zu treffen und vorher den Kopf einzuschalten.


    Weil es jetzt mehrfach geschrieben wurde, es wäre neben dem Fehlverhalten bzw asozialen Verhalten des Halters beim Hund auch Veranlagung bzw Genetik des Hundes -

    Und dieses in den Rausch geraten und nicht ablassen, war neben der gezielten Förderung auch irgendwo Anlage.

    Hunde mit entsprechender Genetik holt

    Dass sich das Beuteverhalten so ausgeprägt hat, das ist sicher teils auch Veranlagung, aber zum größeren Teil der Hinrnrissigkeit der Halter geschuldet.

    Ich schrieb ja: „Dass sich das Beuteverhalten so ausgeprägt hat, das ist sicher teils auch Veranlagung, aber zum größeren Teil der Hinrnrissigkeit der Halter geschuldet.“ Dass das nicht der Norm entspricht ist völlig klar.

    - Da stellt sich mir wieder die Frage, was diese Hunderassen in der Hand von Nicht-Profis (also außerhalb von zb Schutzdienst, Polizei, Drogensuche etc) zu suchen haben.


    Und ich bin gerade wieder froh um unsere Liste hier in Bayern, die ja mWn auch ein Import- und Zuchtverbot beinhaltet. Ihr könnt mich damit jetzt zum Dorf hinausjagen, aber hier bei uns in der Gegend gibt's diese Hunderasse (Amstaff) schlicht nicht und ich bin froh drum.

    Ich weiss, dass nicht jeder Listenhund so gestört ist wie Zeus und es viele verantwortungsvolle Halter gibt, die ihren Hund mit Potential sehr vorausschauend führen.


    Aber wenn ich sehe, es gibt Hunde mit der Anlage, bei Fehlverhalten des Halters derart neben sich zu stehen, dass sie im Blutrausch einen Menschen töten würden, dann frag ich mich, warum diese Rassen noch existieren.

    Hi, mir kam der Gedanke, ob da andere Hunde wohnen oder sonst was sein kann, was dem Hund Stress macht, wenn er dann so loslegt.

    Gras und Blätter rupfen kann eine Übersprungshandlung sein, wodurch Stress, Konflikte und Unsicherheiten abgebaut bzw kaschiert werden. Überlegt mal, ob da örtlich was sein kann, was den Hund triggert.


    Ansonsten wäre mein Rat, einen guten Trainer/in zu kontaktieren und direkt vor Ort ne Gassirunde zu drehen und das Verhalten live zu zeigen.

    Oder vielleicht habt ihr die Möglichkeit, das zu filmen und über YT zb einzustellen und hier zu verlinken?

    Zum Tatvorgang würde ich gerne Fragen stellen. Ich spoilere mal besser, weil es ja unglaublich grauslig war:

    Spoiler anzeigen

    es soll ja so gewesen sein, dass sich Hündin Gipsy durch den Ball, den Volkan in den Händen hielt, getriggert fühlte und sich dann auf Volkan mitsamt Ball stürzte. Und dann kam Zeus hinterher, getriggert vom Verhalten der Hündin.

    Das kann ich etwas nachvollziehen. Aber wieso zerfleischten sie Volkans Kopf ? Er starb ja nicht an einem Kehlbiss, wurde nicht totgeschüttelt.

    Das ist etwas, was mich selber auch unglaublich tief getroffen hat, als ich mir gestern den Podcast angehört habe.

    Wie kann ein Hund so derart fehlgeleitet sein in seiner Beurteilung einer Situation? Wie kann es dazu kommen, dass ein Hund

    Spoiler anzeigen

    wirklich buchstäblich im Blutrausch einen Menschen beginnt aufzufressen?

    Dieser Hund muss komplett auf Autopilot geschaltet haben und zu einem Raubtier geworden sein.

    Es kam vielleicht Beutefangverhalten durch das rennende Kind zum Tragen, aber normal bricht ein Hund ab, wenn er erkennt, dass es ein Kind ist, und selbst wenn ein Hund schnappt, dann verbeisst sich der normalerweise nicht so derart in einen Menschen, und auch wenn er durch Schreie oder andere Trigger noch angestachelt wird, ich hab noch nie gehört davon, dass ein Hund wirklich buchstäblich beginnt, gezielt Stücke aus einem Menschen herauszureißen und diese zu fressen (Vorfälle, wo der Mensch tot umfällt und post mortem angenagt wird oder versehentlich beim Biss lösen schwere Verletzungen entstehen außen vor).

    Diesem Hund muss wirklich jede Art natürliche Hemmung ausgeprügelt worden sein.

    Ich schließe mich der Ansicht von Herrn Tsokos an, dieser Mensch, der Halter, ist für ihn böse. Buchstäblich.

    Jemand, der andere durch Angst vor seinem Hund einschüchtert und offensichtlich im ganzen Viertel Angst und Schrecken verbreitet hat, was ist das für ein Mensch?

    Für mich liegt die Verantwortung ganz klar beim Halter und der Halterin der Hündin. Der Halter hat diesen Hund zu dem gemacht, was er dann war, eine gefährliche Waffe. Es tut mir so leid, wie dieses Kind so leiden musste und sich so furchtbar gequält hat, ich kann das gar nicht in Worte fassen.

    Gehe ich zB in einen Hundeauslauf (was ich nie machen würde) dürfen die Hunde frei Kontakt aufnehmen. Gehe ich Gassi wird halt gefragt.

    Seh ich auch so.


    Was mich an dem Video so ein bisschen triggert, ist, dass der Hund durch seine Art natürlich viel "Submission" erfährt. Das nutzt der Besitzer aus, um ein belehrendes Video über "Hundeverhalten" zu machen, wobei das Video im Grunde immer wieder dasselbe zeigt, nämlich Hunde, die seinem Hund auf deeskalierende Weise versuchen zu verklickern, dass sie ihre Ruhe wollen.

    Einzig der Deutsche Schäferhund hat den Mut, den Kandidaten einzugrenzen, er eskortiert ihn ein Stück und geleitet ihn weg, mehrmals. Das erinnert mich an "Geleitungen" von Flugzeugen, die sich in fremden Lufträumen befinden, abgefangen werden und hinauseskortiert werden.

    Das hat einfach nix mehr mit normalem, netten, anständigen Verhalten zu tun. Und am meisten hat mich aufgeregt, wie er seine 4 Hunde aus dem Auslauf frei zum Auto laufen hat lassen, obwohl ein ganz großes Schild drauf hinweist, dass man am Weg raus bitte seinen Hund anzuleinen hat. Und dann noch lacht, als der Terrier von der Frau seine Hunde verbellt.

    Das ist einfach auf so vielen Ebenen falsch, und das regt mich auf.


    Aber, das muss ich auch sagen, ich weiss, worauf @Cindychill hinauswill, dass man seinem Hund auch mal was zutraut, ihn soziale Kompetenz lernen und so auch mal Frust aushalten lernen lässt, wenn so ein Proll daherkommt. Finde ich auch sehr wichtig, kommt natürlich auch auf den Hund an, allerdings ein Aber: "normales" Hundeverhalten, wo ältere Rudelmitglieder jüngere erziehen, Jungspunde eingenordet werden, lernen, sich hinten anzustellen, auch mal begrenzt werden oder umgekehrt selbst begrenzen dürfen, ihr Revier abstecken, sich fortpflanzen etc, das hast du hier bei uns gar nicht so, wie es hundegerecht sein sollte/müsste/könnte.

    Hier treffen sich in der Regel fremde Hunde, die sich in jeweils"ihrem" Revier im Grunde in die Quere kommen.

    Deshalb, weil wir von klein an eingreifen, Welpen von ihren Familien trennen und woanders, nämlich beim Käufer aufwachsen lassen, diese Tiere meistens nicht im familiären Rudel leben, sondern ihren Job als Familienhund und Begleiter von uns Menschen erledigen, von A bis Z alles von uns begleitet, reguliert und gesteuert wird, deshalb müssen auch Hundebegegnungen zu einem gewissen Grad reguliert werden.

    Für mich persönlich ist eine sehr interessante Beobachtung gewesen, wie sich Jack verhält, wenn er in Betreuung in dem Rudel in der Hundepension ist, wie er sich in der Hundeschule benommen hat und wie er ist, wenn er hier, in unserer Gegend, fremde Hunde trifft, und er unterscheidet hier bei uns auch zwischen Weibchen ( :herzen1: ) und Rüden ( :stock1: ), und es ist nochmal anders, wenn ich dabei bin oder eben er ohne mich unterwegs ist.

    Jedesmal zeigt er situativ anderes Verhalten, von unterwürfig, unsicher, deeskalierend bis "Du willst Stress, komm her, du kriegst Stress :barbar: ".

    Vor kurzen trafen wir einen echt lieben Rüden auf unserer Hausrunde, den mein Hund warum auch immer von Anfang an gern ungespitzt in den Boden gerammt hätte. Also reguliert ich, leine an, breche Starren ab und halte Abstand. Die andere Hundebesitzerin hatte die glorreiche Idee, ich solle einfach mal ableinen, die machen das schon unter sich aus :partying_face:

    Nee, einfach nur nee. Warum soll mein Hund jetzt die Erfahrung machen, er ist der Babo von der Hood und der andere Hund macht gleichzeitig ne beschxxxene Erfahrung? Braucht doch keiner, und da "trau" ich meinem Hund auch einfach nix "zu", weil ich das schon von allerweite sehe, dass das gleich blöd werden würde. Würde wahrscheinlich nicht mal einer verletzt werden, denn Jack ist eigentlich nur ein kleiner testosterongesteuerter Angeber, der meint, ihm gehört unser Dorf xD Aber hätte halt für keinen einen Mehrwert.

    So ist das halt unterschiedlich , wäre er so ein netter, lieber und freundlicher Kumpel wie der nette Rüde, den er nicht leiden kann, würde ich vermutlich auch viel mehr plädieren auf "Vertrau deinem Hund, lass einfach mal laufen". Ist nun nicht so und ich kenne meinen Pappenheimer, deshalb wird hier nix laufen gelassen. Da wir hier auch gut ausweichen können, muss er auch nicht lernen, mit viel Hundeverkehr umzugehen. Wäre das anders und wir würden mehr städtisch leben, wäre das wahrscheinlich auch anders.

    So oder so kann man nicht alles über einen Kamm scheren und pauschal urteilen. Ist halt jeder für sich eine eigene Welt =)

    Warum sind viele Hundehalter doch so harmoniebedürftig (ich meine das jetzt nicht abwertend), warum wird dem eignen Hund gleich was "angetan", wenn mal ein Rüpel daherkommt?

    Ich glaube, das ist die gleiche Dynamik, wie wenn, sagen wir mal, du abends in der Münchner Innenstadt unterwegs bist und dir große Gruppen halbstarker Männer mit viel Testosteron (und evtl Alkohol) im Blut entgegen kommen.

    Wie fühlt man sich da? Je nach persönlichen Erfahrungen und Hintergrund kann das ganz schön Puls auslösen. Und ja, ich bin dann eher "harmoniebedürftig", geh Umwege, weiche aus, verkrümel mich, warum, weil ich weiss, dass das schnell eskalieren kann und ich dem nichts entgegensetzen kann.


    Das Video finde ich traurig, weil erstens der Hund, der die Kamera am Buckel hat, selber ganz schön gestresst ist, und zweitens scheint der Halter nur zweierlei Signale lesen zu können - Beschwichtigen/Unterwerfen und Dominanz.

    Das sind für mich arme Menschen, die nur in zwei Kategorien einteilen können: "unten" und "oben". Nach oben dienen, nach unten treten. Das Recht des Stärkeren.

    Solchen Menschen, ich kenn selbst derart gestrickte Leute, entgeht einfach soviel Gutes, Schönes, Positives. Weil sie ihre Stellung permanent bedroht sehen und "Schwächen" anderer sofort nutzen um einzuhaken.

    Wie der Herr, so sein Gscherr. Auch der Hund erfährt sehr viel Beschwichtigung und Ausweichen, viele Hunde zeigen runde Rücken und wollen keinen Stress. "Harmoniebedürftig" also. Warum? Weil Hunde wie alle sozialen Lebewesen lieber in Frieden leben und ihre Ruhe haben wollen.


    Würde ich ihn lassen, würde sich mein Hund in "seiner" Hood vermutlich auch als Blockwart aufführen. Er wäre ein Mobber und würde sich ganz gern an kleineren Hunden ausleben, wenn er dürfte, das sehe ich schon an seinem Blick. Bei großen Hunden dagegen backt er schön kleine Brötchen, dumm ist er ja nicht. Und klar reguliere ich das, ich fände es unfair, andere Hunde und ihre Halter mit arxxxxigen Verhalten meines Hundes zu belästigen, genauso wie ich nicht belästigt werden will.

    Was man dann reguliert und was man laufen lässt, ist individuell, ich denke, da kennt jeder seinen Hund am besten.

    Ich kann nur von mir sprechen, dass ich die Hundewiese im Video vermutlich fluchtartig verlassen hätte. Ich seh weder mich noch meinem Hund als Prellbock für übermotivierte Cäsar Milans mit ihren Alphahunden, die mich in ihrer Funktion als Leader of the Pack als Blitzableiter für ihr Gefolge missbrauchen. Da bin ich mir dann und ist mir mein Hund zu schade dafür, und die TA Kosten zahlt mir dann auch keiner, wenns eskaliert. Braucht keiner.

    Mein jetzt 15 Wochen alter Welpe läuft in der Woche etwa jeden zweiten Tag für zehn bis fünfzehn Minuten an der Leine. Mehr nicht. Mit 12 Wochen war das noch weniger. Nicht, weil ich das nicht üben will, sondern, weil die Kapazitäten des Hundes mehr nicht hergeben. Am Samstag habe ich zum allersten Mal Sitz geübt.

    Was von all dem Training, das Du da machst, kennt dieser Welpe von vorher? Lies Dir das bitte durch. Ich vermute, dass Dein Welpe völlig überfordert ist und bald auch körperlicher Erkrankungen aufgrund der Anforderungen anstehen. (Typisch wären Magen-Darm-Probleme, Durchfall, Futterunverträglichkeit, Giardien ...)

    https://flyingpaws263650978.wordpress.com/2023/05/11/das…s_neue_zuhause/

    Hammer Artikel und so tolle Videos dazu! Ich bin ganz hin und weg :herzen1:

    Rucksack wäre eine Möglichkeit. Muss ich mal gucken, ob er darin ruhig wäre.

    Du hast den Link sicher gelesen und vielleicht die Videos angeschaut, vielleicht ist dir aufgefallen, mit welcher Ruhe die Hunde an Neues herangeführt werden?

    Auf YouTube findest du übrigens noch mehr Videos von flying-paws .

    Um einem Welpen Ruhe beizubringen, müssen Reize minimiert werden, ist wie bei uns, wir machen ja auch das Licht aus und Telefon stumm, wenn wir schlafen wollen.

    Deshalb finde ich eine Hundetasche, einen Rucksack oder Buggy viel besser als ohne, weil dein Hund da drin abgeschirmt ist und niemand Fremdes an ihn rankommt.

    Allerdings muss das wieder langsam aufgebaut werden, also erst mal nur in der Wohnung das Teil rumstehen lassen, Kontaktaufnahme mit dem Teil belohnen, dann mal Leckerli drin reinlegen, den Hund kurz reinsetzen... vorher müsste aber das stressfreie Hochheben geübt werden, weil du schreibst, dein Hund strampelt, wenn man ihn hochhebt.

    Am Besten machst du dir wirklich eine Prioritätenliste, wie in dem Link angesprochen.

    Hochheben, Pfoten, Zähne, Popo angucken sind absolute Basics, die dürften also recht weit oben stehen. Dann evtl das Heranführen an einen Buggy o.ä., und wenn er jetzt mit dem Auto öfter abgeholt wird, wäre es sinnvoll, auch das für den Welpen möglichst angenehm und ruhig zu gestalten. Also Welpen ins Auto (Box, Kofferraum) setzen, Leckerli hinlegen, wieder raus, wenn er zur Ruhe gekommen ist. Oft setzen oder legen die sich ruhig hin, dann ist der Reiz "abgehakt".

    Wenn der Welpe jetzt anfangs recht aufdreht, weil er noch kräftig Cortisol im Blut hat, wäre gut, dass er mit Ruhe aus der Situation genommen wird und sich kein Kreislauf aus Hund dreht auf, Hund wird geschimpft, Hund dreht weiter auf usw entsteht, auch nicht bei deinen Eltern.

    Ich freue mich, dass du einen "Neustart" machen möchtest und wünsche euch gutes Gelingen dabei! Das kriegt ihr bestimmt hin!