Ich würde den Hund für Knurren nicht korrigieren.
Je nachdem wie die Korrektur aussieht, kann das die Abneigung gegen Menschen verstärken.
Dein Hund wird sich als erstes vermutlich in Imponierpose aufrichten und anspannen, wenn er was sieht, was seiner Aufmerksamkeit bedarf.
Das löse ich so, dass ich in ganz beruhigendem, leisen Ton sage "Danke, hab ich schon gesehen" oder "Das geht uns nichts an, der/die darf da laufen". Auch, wenn unsere Hunde uns nicht Wort für Wort verstehen, die Message ist, dass das ok ist.
Geht der Hund nicht entspannt weiter (Kopf senkt sich wieder entspannt, Körper relaxt), sag ich "weiter" oder rufe heran. Kommen uns Leute auf einem engen Weg entgegen, geht mein Hund immer an der kurzen Leine bzw mit kurzgenommener Schleppleine abgewandt neben mir. Sind wir vorbei, gibt es immer ein Leckerli. Inzwischen kommt mein Hund von selbst zu mir, wenn er Leute oder Radfahrer sieht, die uns entgegen kommen.
Mein Hund ist anfangs sehr wachsam gewesen und hat oft gebellt oder geknurrt, wenn er im Garten war und auf der Straße oder vor dem Gartentor Leute liefen oder Stimmen zu hören waren. Das hab ich gelöst mit dem "Danke, ist ok, das ist nur der Nachbar/Herr Meier/xyz" und wenn er nicht entspannt ein Abruf und Lob und Knuddeln oder einer Streicheleinheit. Geht das nicht, gab es ein "Lass es!", das brauche ich auch ansonsten, wenn er etwas fixiert und nicht auf meinen beruhigenden Satz reagiert/reagieren kann. Das bedeutet, er muss sofort abbrechen, was er tut, das setz ich dann zur Not auch körpersprachlich durch, dass er wenigstens den Blick abwendet. Blick abwenden wird hier immer sofort hochwertig belohnt, zb wenn mein Hund eine Katze sieht, die im Weg rumsteht.
Du musst die verschiedenen Situationen lernen, für deinen Hund zu managen. Er darf nicht mehr due Gelegenheit bekommen, für ihn bedrohliche Situationen selbst zu regeln. Zusätzlich zum Management mit zb Hund hinter sich bringen würde ich unbedingt daran arbeiten, Menschen zu ignorieren und wenn möglich positiv zu belegen, wie Donna63 das beschreibt.
Zusätzlich finde ich das Buch "Betreten verboten" sehr informativ, da steht einiges über Territorialverhalten drin. Bei diesem Verhalten in Kombi mit Unsicherheit finde ich es besonders wichtig, dem Hund einerseits zu helfen, sich weiterzuentwickeln und natürlich andererseits, dass sich Menschen nicht ängstigen müssen oder bedroht fühlen.
Gutes Gelingen euch beiden 🍀