Beiträge von DerFrechdax

    Und das andere, ja, wenn man einen Tierheimhund aufnimmt anstatt einen produzierten zu kaufen sitzt ein Hund weniger im Tierheim. Das ist ja nun eher eine ziemlich banale Tatsachenfeststellung.

    Ja, und wenn ich zwei aufnehmen würde, wären zwei weniger im Tierheim, und wenn neue Leute zu TH-Hundehaltern würden, auch, und wenn nicht Leute sich völlig unpassende Hunde anschaffen würden, um die dann im Tierheim abzugeben, dann säße der Hund da gar nicht, und wenn Hunde nicht als Strassenhunde leben würden oder vom Halter kastriert würden....

    Solche Gedankenketten neigen dazu, ein schlechtes Gewissen auszulösen, allerdings bei den falschen Leuten. Seh ich kritisch. Weil die Verantwortung verschoben bzw weitergeschoben wird und Schuldgefühle ausgelöst werden.

    Naja, Dünkel gibt's auf beiden Seiten. Gibt genug Leute, für die ist ein Mischling "unter ihrer Würde", genau wie es Leute gibt, die ob meines Rassehundes die Nase rümpfen.


    Schlimm finde ich, wenn zb tigergescheckte Frenchis oder Catahoula x Labbi x Aussie oder sonstige besondere Farben und Formen gehypt werden und die Leute rennen dann zum Vermehrer, der ihnen genau diese Combi frei von allen Kontrollen oder Untersuchungen für ein Schweinegeld ohne Rückgabe oder weitere Betreuung verkauft.

    Gerade macht der Nutzgarten echt Spass :partying_face:

    Gestern habe ich aus den schwarzen Johannisbeeren Marmelade gemacht, davor waren die Stachelbeeren dran, die mit (gekauften) Pfirsichen zu Gelee wurden. Die Zucchinischwemme setzt gerade schön ein, Tomaten sind einige reif, Buschbohnen waren jetzt fertig abgeerntet, das Bienenbeet versamt sich gerade, bin gespannt, was da kommendes Jahr wieder kommt.

    Der Brokkoli war leider eine Enttäuschung, einer hatte gar keine Blüte, der andere winzig klein. Aber die Japanische Weinbeere und die zwei neuen Himbeeren sind schön angewachsen und die Himbeeren haben sogar direkt ein paar Früchte getragen :smiling_face_with_hearts:

    Ich persönlich finde, ein Lebewesen, das erwünscht geboren wird, mit Herz aufgezogen und nach bestem Wissen und Gewissen in liebevolle Hände vermittelt wird, wo es Rasseziele gibt, wo ein gesunder, agiler Hund gewünscht ist (QZ und weitere, kaputte Rassen fallen damit für mich raus), wo man sich ein Bein ausreisst, um Hunde, die doch ungeplanterweise ein neues Zuhause brauchen, neu in der Züchter/Rassecommunity zu vermitteln - das ist doch im Grunde gelebter Tierschutz. Das alles und viel mehr leistet ein guter Züchter.

    Tierschutzhunde hatte ich auch, die wurden genauso geliebt von mir, und dennoch hatte ich dabei immer auch das Gefühl, hinter jemand Fremdes her aufzuräumen. Fremde Fehler auszubügeln.

    Klar nimmt man das gern in kauf, man liebt das Tier, man weiss das und arbeitet gern daran.

    Aber vom Grundsatz her ist TS nach meinem Empfinden meistens passiv, reaktiv, außer man kann wie vor etlichen Seiten beschrieben Welpen einer trächtigen Hundemutter im Shelter einen optimalen Start ermöglichen.

    Ist ein Züchter mit Herz und Verstand für seine Rasse tätig, ist das mMn tatsächlich ein aktiver Beitrag zum Tierwohl.

    Die Interessenten werden normalerweise gut ausgewählt und, das muss man auch dazu sagen, die Preise bewegen sich doch allermeistens im 4stelligen Bereich. Es ist wirklich traurig, aber ganz viele Menschen denken, was nix kostet ist nix wert, das ist einfach Fakt. Dem beugt ein nicht zu niedriger Preis vor (gerade hautnah erlebt, Bekannte will ihr Pferd verkaufen, aber nicht an Leute geraten, die ihn postwendend an den Schlachter verkaufen- also muss der Preis bewusst hoch angesetzt sein, um Freaks auszusieben).

    Mein vor kurzem verstorbener Senior wurde mir damals geschenkt, der aktuelle Hund hat nicht wenig Geld gekostet, beide Hunde wie alle meine Hunde haben die bestmögliche Erziehung, Behandlung und medizinische und anderweitige Versorgung erfahren. Ich mach da keinen Unterschied. Für mich sind beide Wege gut gewesen, Tierschutz hatte seinen Platz genau wie gute Zucht.

    Das sind TS-Welpen, die in ihrem Alter gediegen mit mehr umgehen, als bei jedem Züchter, den ich kenne. Sie bekommen auch deutlich mehr Aufmerksamkeit und mehr Alltag mit als bei vielen Züchtern und werden nicht durch den Menschen von der Mutter zwangsentwöhnt.

    Diese Welpen sind der Jackpot für jeden, davon würde ich auch einen nehmen :herzen1:

    Es ist nicht alles schwarz und weiß, ich habe auch einen Hund aus guter VDH Zucht, der Macken hat. Freunde von uns hatten einen Welpen aus einer Beschlagnahmung von der Autobahn übers Tierheim bekommen, also einen aufgepäppelten Kofferraumwelpen. Trotz Parvoimpfung ging ihnen der Welpe später mit ungefähr 4 Monaten elendig an Parvo ein, weil die Impfung irgendwie nicht gewirkt hatte. Die waren auch bedient, die Kinder haben Rotz und Wasser geheult.


    Jeder hier spricht wahrscheinlich aus seinem Erfahrungsschatz, und der ist so individuell wie es die Hunde selbst sind. Entscheiden muss jeder am Ende für sich selbst.

    Ich möchte das hier jetzt nochmal aufgreifen:

    Ich selber denke mir bei solchen Diskussionen immer, wie viele echte, reinrassige Zuchthunde aus FCI-Zucht sitzen denn im Tierheim oder auf Pflegestelle? Verantwortungsvolle Züchter aus dem Verband wie zb VDH kümmern sich in der Regel um ihren Nachwuchs und nehmen den auch zurück oder helfen bei der Vermittlung.

    Darum geht es auch nicht, sondern es geht darum, dass schätzungsweise 90% der Hundehalter genauso gut einen netten Mischling halten könnten.

    Das ist jetzt ein Statement, das ich, pardon, etwas überheblich finde.

    Erstens, wer bestimmt denn, wer zu den 10% gehört, denen genehmigt wird, einen Rassehund zu halten, und warum "langt" 90% der Leute dann ein Tierschutzhund?

    Ich habe gerade TS-Hunde als Hunde mit Ängsten, teils Traumata, teils einfach einer Prägung erlebt, die es ihnen zunächst schwer macht, hier Fuß zu fassen. Es gibt auch ruhige, freundliche Exemplare, aber Fakt ist doch, gerade beim Auslandstierschutz muss man sich bewusst machen, dass das oft Hunde sind, die rausgerissen wurden aus allem, was sie kennen und sich hier erstmal neu sortieren müssen. Plus Erfahrungen, die sie schon gemacht haben, plus Charakterzüge, die sich aus dem Mix der Rassen ergibt, der drin steckt.

    Man stelle sich mal hypothetisch vor, dass ein Teil der Ressourcen, die in die Rassezucht investiert werden, stattdessen in professionellen Tierschutz im Ausland investiert würden, um das Problem dort zu beheben

    Warum sollten wir Leuten in anderen Ländern aufdiktieren, wie "unserer" Meinung nach "professioneller Tierschutz" auszusehen hat?

    Wir haben hier in Normalfall sehr hohe Standards, was die Versorgung unserer Haustiere betrifft, aber gibt mir das das Recht, diese hohen Standards auch auf andere Kulturen zu übertragen? Darf ich anderen vorschreiben, was zu tun ist?

    Wünschenswert wäre ein tiergerechter Umgang überall auf der Welt allemal, aber ich bin immer auch der Meinung, dass man eher vor seiner eigenen Haustüre kehren sollte.

    wenn die Einheimische Bevölkerung nicht voll und ganz hinter dem Ganzen steht.

    Das kommt leider dazu. Äußere Zwänge, fehlende Mittel, die Liste der Gründe ist lang und individuell.

    Ich bin gerade auf Twitter in Diskussion mit einem kanadischen Autoren Matthew Fraser,

    Grundsätzlich möchte ich zu bedenken geben, dass man bei öffentlich geführten "Diskussionen", besonders in Schriftform, absolut sattelfest sein muss im gewählten Themenbereich.

    Ist man das nicht, könnte es sein, dass man "der/seiner Sache" einen Bärendienst erweist, indem man ungewollt und wahrscheinlich auch unverdient inkompetent erscheint. Im schlimmsten Fall tritt man einen Shitstorm los, weil sich noch andere berufen fühlen, reinzugrätschen, und das kann wirklich arg böse werden. Ich glaube, ich hätte die Nerven dazu gar nicht :dead: xD

    Ich verstehe, dass es einen reizt, besonders wenn das Gegenüber eine gewisse Kompetenz und Bekanntheit hat, aber da kann man auch schnell wie ein, sorry, Idiot dastehen.

    Und, es wurde schon gesagt, es ist halt auch ein Stück Einstellungssache.


    Ich selber denke mir bei solchen Diskussionen immer, wie viele echte, reinrassige Zuchthunde aus FCI-Zucht sitzen denn im Tierheim oder auf Pflegestelle? Verantwortungsvolle Züchter aus dem Verband wie zb VDH kümmern sich in der Regel um ihren Nachwuchs und nehmen den auch zurück oder helfen bei der Vermittlung.

    Wir haben uns vor unserem jetzigen Hund aus Zucht ja auch ausgiebig umgesehen, in TH oder im TS. Tatsächlich gab es einfach keine familientauglichen Hunde in unserem Beuteschema (die zwei kläffigen Chihuahua, die nur zusammen abgegeben werden sollten, waren mir zu filigran). Edit: Oder der Verein versuchte uns einen Vertrag mit Eigentumsvorbehalt aufzudrücken. Wollten wir nicht, also adieu, Hund.

    Alle anderen Hunde hatten Macken und große Baustellen und so war mein Weg der zum Züchter (dass unser Kasperle jetzt auch ein paar Specials in petto hatte, die es zu bearbeiten galt, nehm ich als liebenswerte Charaktersache einfach mal so hin xD Ausnahmen bestätigen die Regel und so :ugly: ).

    Ich persönlich würd mich jedenfalls aus einer öffentlich geführten Diskussion heraushalten und allerhöchstens persönlich oder per PN Meinungsaustausch betreiben :sweet: .

    Das klingt jetzt aber so als seien ALLE so. Ist aber nun mal auch nicht wahr. Und Züchter sind halt auch nicht alle super.

    Suchen muss man so ist das eben.

    Du hast aber schon gelesen, was ich geschrieben habe?

    Häufig war meiner Erfahrung nach das Klima auch sehr von Misstrauen und Überheblichkeit seitens der TS-Leute geprägt. Da kam ich von meinem Gefühl her mit Extrawünschen und Vorbehalten als dahergelaufener Interessent nicht gut an

    Und schlussendlich:

    Egal wie, muss man das mit sich und seinem Gewissen ausmachen.

    Es wurde nach persönlichen Erfahrungen gefragt, und ich hab meine persönlichen Erfahrungen geschrieben.

    An dem ganzen System Hundeanschaffung läuft doch etwas falsch

    :ka:

    Es ist wie es ist, und entweder man macht sich wie meine Eltern selbst die Mühe und nimmt im Ausland einen Hund aus dem Tierheim mit (mit gültigen Papieren und Impfungen natürlich), oder übernimmt wie wir es mal gemacht haben von einer hiesigen Pflegestelle mit Handschlag (war aber vor Urzeiten und ging gut, aber eher nicht zur Nachahmung empfohlen), mein Gang jetzt war dann eben der zum VDH Züchter.

    Egal wie, muss man das mit sich und seinem Gewissen ausmachen.

    Ändern wird man das Verfahren der TS-Vereine als Einzelperson nicht können, die sind ja nicht auf einen angewiesen.

    Häufig war meiner Erfahrung nach das Klima auch sehr von Misstrauen und Überheblichkeit seitens der TS-Leute geprägt. Da kam ich von meinem Gefühl her mit Extrawünschen und Vorbehalten als dahergelaufener Interessent nicht gut an :ka: