Beiträge von DerFrechdax

    Hi, zu den Tipps von BieBoss ist nicht mehr viel hinzuzufügen... wenn dein Hund früher als Streuner unterwegs war, hat von seinen Jagderfolgen buchstäblich sein Leben abgehangen. Ich kann den Hund also durchaus verstehen, und das Verhalten wird man nie mehr ganz wegtrainieren können.


    Was du noch zusätzlich tun kannst, um das Jagen aus Hundesicht "obsolet" bzw als Luxus erscheinen zu lassen, ist, zusätzlich zum Training drauf zu achten, dass er satt ist wenn es zum ausführlichen Gassi raus geht und 2. dass du superleckeres Futter dabei hast, also zb angebratene Hühnerherzen oder sowas Feines.

    Damit kannst du belohnen, wenn der Hund beim Gassi zu dir schaut, entweder indem du es ihm bei Blick zu dir zuwirfst oder wenn er (freiwillig) herkommt (die lernen das schnell, dass Kramen in der Tasche nach dem Leckerli heißt, es gibt was Gutes, ich hab zusätzlich ein Wort dafür bzw einen Satz, "Willst du'n Keks?" heisst, da kommt was Feines, für das sich lohnt, alles fallen zu lassen). So wirst du Priorität, wie BieBoss es gut erklärt hat.


    Man erarbeitet sich mit solchen Hunden am besten Strategien, also, wenn mein Hund dieses oder jenes Verhalten zeigt, was möchte ich stattdessen sehen und wie erreiche ich das?

    Beispiel, Hund beginnt, ner Spur nachzustöbern, ich möchte, dass er Spur Spur sein lässt und entweder weiter geht, oder zu mir herkommt, oder absitzt und dann herkommt, oder, oder.

    Das übt man dann mit der besten Belohnung, also entweder Futter, oder Lob oder einem Rennspiel oder Beute (Zergel etc).

    Da probiert man aus, was am besten zieht. Natürlich immer gut gesichert an der Schlepp, und idealerweise übt man zunächst ohne Ablenkung.

    Das Laufen an der Schlepp muss natürlich auch geübt werden, zb anzuhalten auf Kommando, am Weg bleiben ("raus da") und nicht in die Schlepp zu rennen (heisst hier "langsam", d.h. Schlepp ist zu Ende).


    Im Laufe der Zeit wird der Hund lernen, dass es mit euch richtig cool ist, weil er mit euch auf coole Exkursionen gehen kann und gleichzeitig an hochwertiges Futter kommt, wenn er kooperiert (Hühnchenherzen :drooling_face: ).

    Es hatte ja einen Grund, warum er sich euch angeschlossen hat :smiling_face_with_hearts: jagen gehen kann er auch alleine... schön, dass ihr ihm ein Zuhause gebt und er mit euch zusammen tolle Sachen erleben darf :herzen1:

    Wünsche euch gutes Gelingen und hoffe, vielleicht mehr von euch zu hören, zb in einem Pfotothread? :sweet:

    Ich frag mich ja. Wenn du wo stehst und deinen Hund rufst. Und dann drehst du dich ein bisschen, und dein Hund steht schon die ganze Zeit genau in deinem toten Winkel neben dir und schaut dich an, als ob du nimmer alle Latten am Zaun hättest, weil du ihn rufst und wartest und rufst und wartest, während er doch schon die ganze Zeit da ist, hier, genau neben dir!!!1!!elf!!

    Ist das so'n Terrierding? Der Senior konnte das auch supergut, und trotz des Größenunterschieds hat es Jack auch gerade geschafft, in meinem Rücken im Wohnzimmer stehend mit mir zusammen geduldig an der Terrassentür darauf zu warten, "bis er aus dem Garten wieder reinkommt" :see_no_evil_monkey:

    Manchmal frag ich mich echt... :gott:

    :lol:

    Erfahrung gemacht, dass man nicht über Abwesende lästern sollte, ohne tiefen Einblick in die Verwandtschaftsverhältnisse zu haben.

    Ich ergänze, man sollte auch sichergehen, dass nicht die engere Verwandschaft des Lästeropfers gerade hinter der Hecke steht und still und leise Garten gießt :pfeif:  |)   (für euch getestet)


    Ansonsten ist hier die wichtigste Regel, immer schön zu grüßen, das Grünzeug im Rinnstein wegzumachen, keine Büsche über den Zaun hängen und den Hund nicht bellen zu lassen. Wenn man dann noch freundlich ist zu jedem, kriegt man von allen Seiten Kirschen, Himbeeren, Zucchini und übrige Bratwürstchen spendiert :sweet:  xD  (ebenfalls Franken, man möchte es kaum glauben :p)

    Vielleicht ist das ein Knackpunkt. Wenn man durch solche Aussagen (wie die des Herrn, der Ausgang des Threads war) Schuldgefühle bekommt, dann hat man das Gefühl, sich verteidigen zu müssen. Nachvollziehbar.

    Aber warum bekommst du* Schuldgefühle? Du tust doch offensichtlich eine Menge. Und allein das Bewusstsein, dass man theoretisch an gewissen Stellen noch mehr tun könnte, muss dir doch keine Schuldgefühle machen. Niemand kann (oder muss) auf alles verzichten.

    Naja, wenn wir jetzt mal weg von meiner Person gehen, kein Mensch, der denkt, mit offenen Augen durchs Leben geht und mitfühlt, bleibt unberührt von dem, was überall um uns passiert.

    Wenn wir beim Tierthema bleiben, vom menschlichen Leid mag ich gar nicht anfangen, dann fängt das bei den verhungernden Eisbären an, geht über Fische und Wale mit Plastik im Magen und Vögel mit Öl im Gefieder weiter, und endet irgendwann halt beim Tierschutz/Thema Hund.

    Natürlich bemüht man sich, aber es ist nie genug.

    Und das kann tatsächlich sein, dass das auch meine persönliche Achillesferse ist :partying_face:

    darf jeder (in diesem Fall Matthew Fraser) seine Meinung äußern, an welchen Stellschrauben man noch drehen könnte. Wer das liest ist nicht verpflichtet, dem nachzukommen. Es kann zum Denken und reflektieren der eigenen Handlungen anregen, klar. Aber es ist auch vollkommen legitim, nach dem Nachdenken für sich selbst zu entscheiden, dass man diesem Frasers Argumentation nicht folgen kann/die Forderung nicht umsetzen kann/das ganze nicht so relevant findet/an anderen Stellen Prioritäten setzt...

    Ich persönlich hab gar nicht bei ihm selbst gelesen, welchen Standpunkt er vertritt :ops:

    Ich hab immer nur direkt auf das geantwortet, was hier im Forum geschrieben wurde.


    Es ist immer ein schmaler Grad, jemand zum Nachdenken und Reflektieren anzuregen oder eben gewissermaßen vom hohen Ross jemand anderes Lebensentscheidungen zu bewerten und die Legitimation in Frage zu stellen. Aber das ist was Grundsätzliches, wie weit soll Wokeness gehen und wo sollte man die Kirche im Dorf lassen.

    Puh, gestern keine Zeit gehabt, ich versuchs mal:


    Habe ich was Gutes getan? Dem Hund nicht unbedingt, den gebe es (wenn wir jetzt rein von einem Angebot - Nachfragemarkt ausgehen) ohne mein Verlangen nicht

    In unseren Fällen, wo wir einen Rassehund aus VDH Zucht gekauft haben, war zweimal der Hund übrig und hat mehr oder weniger dringend einen Platz gesucht und einmal war die Warteliste ewig und wir haben das letzte freie Weibchen bekommen. Hätten wir nicht zugesagt, wäre sie woandershin gekommen.

    In guter Verbandszucht fallen bei weitem nicht so viele Welpen wie du vielleicht denkst. Da geht der Hund einfach zum nächsten auf der Liste.

    Sind die Hunde älter als das typische Abgabealter, schaut es vielleicht anders aus. Aber in der Regel werden die behalten oder intern weitervermittelt.

    Ob ich persönlich da jetzt Interessent wäre oder nicht, spielt kaum eine Rolle.

    da es in Deutschland mittlerweile rund zehn Millionen(!) Hunde gibt, wird der Faktor Hund allmählich ein entscheidender Umweltfaktor. Hunde konsumieren Fleisch (es leiden also wiederum andere Tiere), und haben zusammen einen CO2-Ausstoß der so groß ist wie die Hälfte(!) allen deutschen Flugverkehr

    Ich schließe mich Lionn an, ich kann nicht die Welt retten. Ich versuche, bewusste Kaufentscheidungen zu treffen und kaufe regional und Bio, aber ich kann es gar nicht leiden, wenn der Konsument mit seinem individuellen und schon sehr bemühten Konsum noch eins reingedrückt bekommt, weil er noch nicht genug mitdenkt. Während woanders Industrie den Planeten wirklich derbe zerstört.

    Diese Argumentation:

    Nun, ich habe zumindest nichts neues produziert, also keinen Schaden angerichtet.

    Als radikale Umweltschützer:in würde man wahrscheinlich sogar für den Verzicht plädiere

    schade ich ja immer noch aus egoistischen Gründen latent der Welt (und habe, wenn! ich die Möglichkeiten habe, die Chance jemandem zu helfen ungenutzt gelassen)

    hat ganz viel Potential, dünnhäutige Naturen an dem Sinn ihrer eigenen Existenz zweifeln zu lassen. Das kann wirklich zerstörerisch werden.

    Ich als Mensch kann gar nicht anders, als in diesem System leben und obwohl ich versuche, es richtig zu machen, kann ich immer nur scheitern und verlieren. Jeder von uns richtet Schaden an, verbraucht Ressourcen, hinterlässt Abfälle, trotz aller Bemühungen.

    Ich kann immer nicht so ganz einordnen, woher diese Angst vor solchen Gedankengängen kommt, die auch DerFrechdax grade wieder angesprochen hat

    Welche Ängste meinst du jetzt? Ich hab von schlechtem Gewissen gesprochen, nicht von Ängsten.

    Ich bin mir auch nicht sicher wer die "falschen Leute" für ein schlechtes Gewissen sind, aber ich geh davon aus ich bin die richtige, ich kann da mit meiner eigenen Fehlerhaftigkeit ganz gut umgehen ohne zu verzweifeln, und bin wenn ich was Gutes dazu lese noch motivierter da wo es Sinn macht das nächste Mal doch second hand Sachen zu kaufen.

    Schau, ich als Einzelperson kann mich noch so sehr bemühen, baue selbst Gemüse an, esse als Familie Bio, fliege nicht in Urlaub, pflanze regionale Büsche in meinen Garten und leg Bienenweiden an, ich mach und tu und dann kommt immer noch ein Hansel daher und sagt mir, wie ich das mache, ist verkehrt, du musst mehr machen. Warum fährst du Auto. Warum isst du Fleisch. Warum hast du ne Ölheizung. Warum kaufst du noch Nestlé.

    Das ist anmaßend, wertend und letztendlich auch verletzend. Wie gesagt, ich hatte auch schon Hunde aus dem Tierschutz aus Teneriffa, aus Spanien und von hier. Macht mich das zu einem besseren Menschen, weil ich "verzichtet" habe und weniger "Schaden" angerichtet habe? Nein!

    Tut jemand gern was für die Umwelt und setzt sich aus vollsten Herzen ein, finde ich das toll, ich tu in meinem mir möglichen Rahmen das gleiche.

    Aber das gibt (jetzt grundsätzlich gesprochen) keinem das Recht, den anderen anzuprangern oder Schuldgefühle bei jemandem zu wecken, der das in diesem Rahmen nicht leisten kann.

    Die Verursacher der vielen Hunde, die irgendwo weggefangen werden müssen und dann hier vermittelt werden, die sind die wahren Schuldigen. Deren Suppe löffeln dann bemühte Personen aus sowie die Käufer dieser Hunde.

    Zu sagen, ich kaufe einen Zuchthund und vergebe die Chance, einem anderen Hund etwas Gutes zu tun, ist zwar an sich korrekt, aber ich bin der Meinung, man darf daraus nicht ein "besser" oder "schlechter" machen, also bewerten.

    Und Gutes tun kann man auf ganz vielen Ebenen, völlig ab vom Thema Verzicht/Konsum und Hund.