Beiträge von DerFrechdax

    Ich erinnere mich an eine Begegnung, nur andersherum. Wir waren auf einem beliebten Ausflugsziel in der Fränkischen Schweiz unterwegs, da ist ganz oben so eine Art natürlicher Plattform.

    Wir standen dort mit unserer Leonbergerhündin und haben den Fernblick genossen, als ein mittelalter bis älterer Mann fragte, ob er unsere Hündin mal streicheln dürfte.

    Als er so dahockte und sie durchwuschelte, erzählte er mit Tränen in den Augen von seinem eigenen Leo, der schon gestorben war. Das war eine Begegnung, die mich damals sehr berührt hat, weil der Mann so bewegt war durch den Kontakt mit unserer Hündin :herzen1:


    Ähnlich ging es mir letzte Woche, als ich (ohne Hund) einen 7jährigen Deutsche Doggenrüden streicheln und kraulen durfte. Die Würde und Ruhe, die diese riesigen Rassen ausstrahlen, sucht wirklich ihresgleichen.

    Nichts Weltbewegendes, aber für mich ein sehr berührender und irgendwo emotionaler Moment, der mich lange beschäftigt hat.

    Ich könnte mir vorstellen, dass man sich bei diesem Hund von der Vorstellung erstmal verabschieden muss, dass er ein großer Menschenfreund wird.

    Es gibt Hunde, die mögen einfach keine fremden Leute im Haus und fertig. Nie. Die lernen Meidestrategien, die lernen, das zu tolerieren, wenn man sie quasi zwingt, aber die werden nie Hurra schreien und sich schön durchwuscheln lassen.

    Mein Hund mag auch keine fremden Leute und da ich die Erfahrung gemacht hab, dass es immer doch einen Hirni gibt, der den deutlich unsicheren Hund dann antatschen will, auch wenn er gerade friedlich in seinem Safe Place döst, nur weil man gerade wegschaut oder an der Kaffeemaschine steht - deshalb schaut unser Hund jetzt durchs Kindergitter aus der Küche zu. Dort kann er die Laufwege zum Klo nicht mit Blicken kontrollieren und hat die Gäste nicht komplett im Blick.

    Seitdem ist er viel ruhiger, und natürlich ist er dadurch eben gesichert, was mir persönlich das wichtigste ist, denn ich könnte mir eine Eskalation nie vergeben (er ist allerdings eher ein Schisser und geht eher weg und bellt dann rum).

    Ich würde schauen, ob man zb mit niedrigen Kallaxregalen und Welpengittern was stabiles gestalten kann, vielleicht hinter einer Couch, einen ruhigen Bereich, wo er sich aufhalten kann und wo eine Box steht, in die er sich zurückziehen kann und natürlich eine Wasserschüssel.

    Dort würde ich zum antrainieren öfter füttern, Kauknochen geben, kuscheln und ein Buch lesen... und dort kommt der Hund hin, wenn Besuch kommt.


    Kontakt würde ich im Haus gar nicht mehr zulassen, sondern höchstens beim Gassi draußen.

    Für meinen Hund, der recht territorial ist, ist es ein riesiger Unterschied, ob er auf jemanden draußen trifft (wird ignoriert oder sogar angewedelt und angeschnüffelt) oder ob jemand unseren Garten oder das Haus betritt. Allein sowieso nicht, aber auch in unserer Begleitung, wie es halt bei Besuch üblich ist, werden die gleichen Leute von ihm unterschiedlich behandelt und eingeordnet.

    Aber mit ihm hinter Gittern ( :D ) läuft es für alle entspannt und sehr friedlich ab. Das war aber natürlich auch Training. Kommt eine gewisse Routine rein und es gelten feste Hausregeln, wird das Ganze gut zu händeln. Man muss halt nur konsequent sein und vor allem nichts von dem Hund verlangen, was er nicht leisten kann.

    Da platzt leider dann auch die eine oder andere Seifenblase an Wunschvorstellung, wie man sich das mit dem Hund sich ausgemalt hatte :tropf: (Ich spreche aus Erfahrung... würd ihn aber trotzdem nicht hergeben)

    Edit: wenn man befürchtet, dass der Hund sich so aufregt, dass er ausbricht aus seinem Bereich, hilft ein Haken in der Wand und den Hund mit Geschirr und Leine dran festmachen und somit extra nochmal sichern

    Hallo und auch von mir mein herzliches Beileid :streichel:

    Ich fühle mich halt wirklich schuldig, da die Entscheidung aus dem Nichts ganz schnell getroffen wurde. Es fühlt sich so beiläufig an.

    Ich musste auch schon einen Hund, meine Herzenshündin, von jetzt auf gleich gehen lassen. Du stehst früh auf und ahnst noch nicht, dass dieser Tag euer letzter war und du abends ohne dein geliebtes Tier dastehen wirst :tropf:

    Das ist schlimm und bringt uns natürlich durcheinander. Lass dir deshalb Zeit zu trauern. Ich träume auch heute noch oft von ihr, obwohl wir wieder einen neuen, anderen Hund haben.

    Tiere, die uns ein Stück begleiten auf unserem Lebensweg bleiben für immer in unserem Herzen. Deshalb ist auch der Tod eines Hundes nichts Beiläufiges, auch, wenn es sich für dich so anfühlt. Auch wenn der Akt selber schnell und schmerzlos erfolgt, was ja an sich etwas sehr Gutes ist, was zählt sind die vielen schönen Stunden, die wir mit ihnen geteilt haben.

    Mit so einem Befund wäre es nur noch bergab gegangen, da ist es ein Ausdruck von Liebe und Treue zum Tier, es friedlich einschlafen zu lassen. Tut mir echt leid für euch :streichel:

    Jack wacht und das richtig gut. Also inzwischen schlägt er wirklich fast nur noch an, wenn ihm was komisch vorkommt. Da geh ich dann raus, gucke und sag "Is gut" und Jack hält die Klappe. Oder ich lobe ihn, wenn eine zwielichtige Gestalt draußen plötzlich schnell weitergeht.


    Zwei Ausnahmen gibt es, das Postauto, da bellt er zwar nicht aber rennt wie von der Tarantel gestochen raus und am Zaun auf und ab, und einen kleinen Kläffer, der mit Halter quasi "äff-äff-äff" kläffend ab Haustür durchs Dorf pilgert. Wenn der vorbeikommt und kläfft, schmelzen Jacks Synapsen.

    Wir haben allerdings einen zweiten Zaun, weil Jack wirklich sehr hoch springen kann und ich nicht möchte, dass sich am Gehweg jemand erschreckt. Plus 4 Warnschilder, die auf Hunde hinweisen.

    Führt er sich auf und hört nicht auf meinen Abbruch, geht's hier direkt ins Haus. Im Garten möchte ich meine Ruhe, er darf auch nicht mitmachen, wenn der Goldie, die zwei Terrier oder der Labbi um uns herum bellen. Eigentlich darf er das nur ignorieren, nicht mal aufspringen und patrouillieren möchte ich sehen. Meistens klappt das, aber daran trainieren wir noch.

    Danke für deine zusätzlichen Ausführungen, das gibt gleich wieder ein anderes Bild. Ist ja nicht böse gemeint, wir reagieren halt auf das, was du schreibst :nerd_face:

    Das mit der Trainerin hört sich gut an, ich wünsch euch gutes Gelingen :hugging_face:

    Deinen Ansatz find ich sehr gut, einfach hinsetzen und den Hund beobachten lassen. Wenn der Hund sich entspannt, wäre dann gut, wieder heim zu gehen. Also immer mit einem Erfolgserlebnis aufhören.

    Wenn ich das hier noch sagen darf:

    Das hier:

    Der Hundeopa war ganz verträglich und hat hallo gesagt. Paulchen hat ihn dann angeknurrt xD

    ist eigentlich das Gegenteil von dem, was du willst. Du möchtest deinen Hund ja sozialisieren, was wahrscheinlich bedeutet, dass du möchtest, dass er freundlich und verträglich ist und bei Konflikten eher weggeht.

    Dadurch, dass du einen anderen fremden Hund hingelassen hast und dein Hund deutlich zeigen musste, dass er Abstand braucht, weil du die Anzeichen vorher (Meideverhalten wie wegducken, starr werden, oder auch fixieren) nicht wahrgenommen hast, hast du leider unter Umständen genau das Gegenteil erreicht. So lernt dein Paulchen, wie er sich alle fremden Hunde selber vom Leib hält, aber den Job müsstest ja eigentlich du erledigen, weil er dir ja vertrauen soll. Verstehst, wie ich mein?

    Natürlich muss man irgendwann auch mal anfangen und es müssen nach dem blöden Erlebnis gestern (?) jetzt auch viele gute folgen, aber versuch, es langsamer anzugehen. Lass ihn nicht anschnüffeln, wenn er sich bei dir versteckt oder auf deinem Schoß sitzt, weil das ist sein Safe Place.

    Versuch, mit anderen Leuten ein paar Schritte zu gehen, ohne dass die Hunde Kontakt haben. Das nennt man Social Walk und kann wirklich ein guter Einstieg sein, weil kein Kontakt stattfindet, man in Bewegung ist und der Hund merkt, dass ihm nichts geschieht.


    Aber grundsätzlich freue ich mich, dass Pauli in dir so einen bemühten Freund gefunden hat und ich hoffe, wir dürfen euch ein Stückchen begleiten auf eurem Weg :hugging_face: