Ich könnte mir vorstellen, dass man sich bei diesem Hund von der Vorstellung erstmal verabschieden muss, dass er ein großer Menschenfreund wird.
Es gibt Hunde, die mögen einfach keine fremden Leute im Haus und fertig. Nie. Die lernen Meidestrategien, die lernen, das zu tolerieren, wenn man sie quasi zwingt, aber die werden nie Hurra schreien und sich schön durchwuscheln lassen.
Mein Hund mag auch keine fremden Leute und da ich die Erfahrung gemacht hab, dass es immer doch einen Hirni gibt, der den deutlich unsicheren Hund dann antatschen will, auch wenn er gerade friedlich in seinem Safe Place döst, nur weil man gerade wegschaut oder an der Kaffeemaschine steht - deshalb schaut unser Hund jetzt durchs Kindergitter aus der Küche zu. Dort kann er die Laufwege zum Klo nicht mit Blicken kontrollieren und hat die Gäste nicht komplett im Blick.
Seitdem ist er viel ruhiger, und natürlich ist er dadurch eben gesichert, was mir persönlich das wichtigste ist, denn ich könnte mir eine Eskalation nie vergeben (er ist allerdings eher ein Schisser und geht eher weg und bellt dann rum).
Ich würde schauen, ob man zb mit niedrigen Kallaxregalen und Welpengittern was stabiles gestalten kann, vielleicht hinter einer Couch, einen ruhigen Bereich, wo er sich aufhalten kann und wo eine Box steht, in die er sich zurückziehen kann und natürlich eine Wasserschüssel.
Dort würde ich zum antrainieren öfter füttern, Kauknochen geben, kuscheln und ein Buch lesen... und dort kommt der Hund hin, wenn Besuch kommt.
Kontakt würde ich im Haus gar nicht mehr zulassen, sondern höchstens beim Gassi draußen.
Für meinen Hund, der recht territorial ist, ist es ein riesiger Unterschied, ob er auf jemanden draußen trifft (wird ignoriert oder sogar angewedelt und angeschnüffelt) oder ob jemand unseren Garten oder das Haus betritt. Allein sowieso nicht, aber auch in unserer Begleitung, wie es halt bei Besuch üblich ist, werden die gleichen Leute von ihm unterschiedlich behandelt und eingeordnet.
Aber mit ihm hinter Gittern (
) läuft es für alle entspannt und sehr friedlich ab. Das war aber natürlich auch Training. Kommt eine gewisse Routine rein und es gelten feste Hausregeln, wird das Ganze gut zu händeln. Man muss halt nur konsequent sein und vor allem nichts von dem Hund verlangen, was er nicht leisten kann.
Da platzt leider dann auch die eine oder andere Seifenblase an Wunschvorstellung, wie man sich das mit dem Hund sich ausgemalt hatte
(Ich spreche aus Erfahrung... würd ihn aber trotzdem nicht hergeben)
Edit: wenn man befürchtet, dass der Hund sich so aufregt, dass er ausbricht aus seinem Bereich, hilft ein Haken in der Wand und den Hund mit Geschirr und Leine dran festmachen und somit extra nochmal sichern