Beiträge von DerFrechdax

    Hallo in die Runde!

    Ich überführe das Thema vom "Gefährliche-Hunde"-Faden mal hierher, weil es dort zu Off Topic wurde.

    Vielleicht würde euch ein Austausch auch interessieren.

    Die Fragen, die im Raum standen, waren, ob Hunde die Schutzbedürftigkeit von anderen Lebewesen, zb Babys und Kleinkindern oder auch Welpen oder Kitten, erkennen können und entsprechend zurückhaltend und vorsichtig agieren.

    Ich zitiere mal exemplarisch zwei User, damit der Kontext etwas klarer ist.

    In meinem Umfeld gibt es jedoch x Hunde, die überhaupt nicht erzogen sind und trotzdem mit Kindern und Welpen ganz anders umgehen als mit ausgewachsen Exemplaren. Auch bei Pferden kommt dies wohl öfter mal vor.

    Das liegt schon daran, denke ich, dass sie die Harmlosigkeit und leichte Verletzlichkeit einschätzen können und sich darauf einstellen. Ergo Empathie.

    Ich füge auch gleich noch einen Link zum Beginn dieser Diskussion im anderen Faden ein, falls jemand dort nachlesen möchte, was schon geschrieben wurde.

    Hundundmehr
    2. November 2023 um 10:11

    Beginn war Post #7784 von Hundundmehr

    Ich freue mich auf eure Meinungen!

    Also, ich kenne schon Hunde, da hab ich noch nie gesehen, dass da erzieherisch eingegriffen wurde. Meistens Leinenpöbler, die an der langen Flexi ihre Leute hinterherziehen und jeden anmachen, der ihnen näher als 10 oder 20 Meter kommt.

    Denen weichst du besser aus, aber so richtig eskalieren tut es dann halt auch nicht. Die Hunde pöbeln sich an der Flexi und am Gartenzaun halt so durch ihr Leben und daheim läuft es dann doch so einigermaßen rund, dass man keinen Grund sieht, nen Trainer oder so zu suchen.


    Das hier:

    Joa wenn man für gewisse Dinge nicht der Typ ist sollte man die Haltung mindestens von gewissen Hundetypen stark überdenken.

    ist leider leichter gesagt als getan. Denn wenn man realisiert, dass Rasse X doch nichts für einen ist, sitzt der Hund ja schon im Zuhause. Wenn es so einigermaßen läuft, gibt man den nicht einfach ab. Dann arrangiert man sich irgendwie.

    Man kann höchstens für die Zukunft dann Rasse X ausschließen.


    Oft höre ich auch, dass man es schon versucht hätte, aber Hund der Rasse X ist halt "erziehungsresistent". Vielleicht ist es manchmal auch eine Gemengelage von zurückhaltendem Naturell des Halters und Hund mit dickem Fell, an dem zaghafte Versuche der Einflussnahme abprallen. Und solange nichts passiert, plätschert das halt so hin und Hund macht was er denkt, weil er den Menschen eh nicht ernst nimmt.


    Edit: bezog sich auf diese Aussage:

    Ich denke bei keinem Hund funktioniert "ich kann nicht Nein sagen".

    Bevor das hier jetzt noch ueber zig Seiten hin und her geht, bin ich mal boeser Mod:

    Macht dazu doch bitte ein eigenes Thema auf. Da kann sich jeder beteiligen der will. Hier ist es mittlerweile dann doch sehr OT.

    Ich würd ein neues Thema dazu aufmachen, wenn Interesse besteht an Austausch darüber, ob Hunde es erkennen, dass Kinder besonders schutzbedürftig sind?

    unsere Hündin Ella hat seit ca. einem Dreivierteljahr immer wieder mal Angstzustände, die für uns unerklärlich sind.


    Diese äußern sich folgendermaßen: an bestimmten Stellen beim Gassigehen, die davor völlig unproblematisch waren, bleibt sie plötzlich stehen, will nicht mehr weiter und zittert am ganzen Leib. Wenn wir zurück gehen, rennt sie los und zieht in Panik stark an der Leine. Normalerweise ist sie sehr gut leinenführig.

    Wie oft ist "immer mal wieder"?

    Kommt es immer an den gleichen Stellen vor? Welche waren das?

    War es dunkel?


    Wurde denn mal die Gebärmutter in der letzten Zeit vorsorgeuntersucht?

    Womit wir aber wieder bei den Sonderfällen wären

    Das müssen doch keine Sonderfälle sein. Sehr hohe Errungslage, vielleicht weil der Hund von Charakter und Temperament schon so ist... schon wird der Hund, je nach Typ, für eine Korrektur nicht mehr erreichbar.

    Ähm ja, das gibts natürlich auch noch. Wenn man das noch nie erlebt hat, dann kennt man das nicht. War für mich dann auch ne neue Lernerfahrung :hust:

    Dann kannst du nur durch die akute Situation managen und durch Training üben, dass der Hund so früh wie möglich wieder ansprechbar ist. Das natürlich positiv.

    Oder verhindern, dass der Hund überhaupt so abtiltet zb durch Abstand.

    Und nicht sofort an sich selbst zweifeln oder an den eigenen Kompetenzen. Als ich das erste Mal erlebt hab, wie ein Hund im Tunnel verschwindet, kam ich mir vor wie... ja, keine Ahnung. Doof.

    Aber dann sucht man sich Hilfe, liest Bücher, redet mit anderen, die einen ähnlichen Schlag Hund haben.

    Und trotzdem etabliert man Regeln. Hohe Trieblage und Tunnel in Ehren, aber in mich wird nicht reingebissen. Basta.

    Man korrigiert nicht in der akuten Phase, aber man hat vorher und nachher und auch währenddessen noch viele andere Handlungsmöglichkeiten.

    Im Gegensatz dazu dann die Fraktion der Hilflosen, die sich nicht handlungsfähig sehen und das einfach laufen lassen. Da kann dann leider nix Gutes rauskommen und Leidtragender ist dann der Hund.

    Ich komm jetzt mal mit dem berühmten Bauchgefühl um die Ecke.

    In unserem Haus gibt es bestimmte Hausregeln, die möchte ich gern sehen bzw nicht sehen. Je nach Hund und auch je nach seinem Entwicklungsstadium passe ich das an, wie ich ihm meine Regeln vermittle.

    Der eine Hund ist vielleicht weich, unsicher und bemüht, der wird viel bestärkt und gelobt und da passe ich auch meine Erziehung an und generiere viele positive Erfolgserlebnisse.

    Der nächste ist vielleicht ein kleines Schlitzohr, der sich jeden Tag neuen Blödsinn einfallen lässt und dem ich auch mal deutlich und direkt sagen muss, wie ich das finde, und der das zur Kenntnis nimmt, sich kurz schüttelt und dann zur Tagesordnung übergeht.

    Der eine Hund braucht klare Ansagen, der nächste muss über Teamarbeit ins Boot geholt werden, für den nächsten Hund muss es sich lohnen (oder alles drei auf einmal).


    Ein Hund, der weiss, wo sein Platz ist und der das Gefühl hat, von mir gut und sicher geführt zu werden, der ist zufrieden und entspannt. Tu ich das intuitiv und authentisch, bin bei mir, dann merkt das auch der Hund.


    Was ich oft beobachte, ist, dass Menschen verunsichert sind und sich nicht trauen, ihren Schutzbefohlenen eben diese Führung zukommen zu lassen (auch bei Kindern bspw.).

    Das wird dann bemäntelt mit "muss man sich entfalten lassen", Autonomiebedürfnis des Kindes oder Tieres, Ablehnen von Gewalt, die angeblich schon bei einer verbalen Ansage beginnt etc.


    Im Grunde erlegt man dann die Verantwortung für das Setzen der Grenzen dann der Umwelt auf.

    Den Menschen, die nur noch mit Gerte ins Paddock gehen können um ihr Pferd aus der Herde zu holen, weil sie sonst vom grenzenlos und unerzogenen Pferd angegriffen werden, die HH, die einen fremden Hund wegtreten müssen, weil er nicht auf den RR hört und den eigenen Hund umbombt oder angreift, den Lehrern oder Erzieherinnen, die mit den unerzogenen Kindern jeden Tag umgehen müssen und ihnen die Grundregeln des gelingenden Zusammenlebens beibringen müssen.


    Beispiel, am Campingplatz waren am Nachbarstellplatz Leute mit 2 großen Hunden, die permanent gebellt und gejault haben ergo unter immensem Stress standen und dafür permanent angeschrien wurden. Mit denen wurden dann auch noch völlig sinnlose Dominanzübungen gemacht, zb durften die nur im Liegen fressen (ich hab es selbst nicht gesehen, sonst hätte ich was gesagt).

    Dann liefen die andererseits aber stets mit schleppender 2m Leine rum. Es kam wie es kommen musste, einer von denen hat sich losgemacht und lief auf meine 2 zu, die gerade angeleint warteten, dass wir zur Abreise ins Auto einsteigen. Ich hör nur die Tochter schimpfen, seh den Hund auf meine 2 zukommen und bin händeklatschend dazwischen und hab den Hund erschreckt und weggeschickt.

    Der hat sich so erschreckt, dass er sich auf dem Absatz umgedreht hat und in den Wohnwagenaufbau fürs Fahrrad gesprungen ist. Hat ihm natürlich weh getan, tat mir leid für ihn.

    War aber für mich in dem Moment Gefahrenabwehr, ich hätte keinen Stress brauchen können mit meinen zwei. Wäre der Hund besser im Gehorsam gestanden, wäre er angeleint gewesen... hätten wir uns das alle sparen können.

    Solche Leute nerven mich. Lassen ihren Hund ohne Führung und dann, wenn er was falsch macht, bricht gefühlt Armaggedon über den herein und der weiss gar nicht was los ist. Das ist einfach nur unfair.

    Habt ihr bei euch im Garten auch entlang einer längeren Zaunseite Sichtschutz und was habt ihr so und was würdet ihr empfehlen?

    Der Vermieter hatte zur Straße hin Thuja gepflanzt, wir haben an der anderen Seite noch Hainbuche hin, und wo keine Hecke ging, haben wir auf den Sichtachsen verschiedene Büsche versetzt gepflanzt. Plus ein Zaunschutzelement.

    Was glaubst du denn worauf das Verhalten von Wölfen in einem Rudel beruht, die sich überaus rücksichtsvoll dem Nachwuchs verhalten?

    Oder warum verletzte/kranke Rudelmitglieder mitversorgt werden?

    Diese Fähigkeit soll nur beschränkt sein auf den Familienverband?

    Ich hab schon mehr als einmal gelesen und in Dokus gesehen, dass Welpen oder Löwenjunge getötet werden, damit die Weibchen wieder läufig bzw rollig werden und der neue Rudelchef sich vermehren kann. Und viele Hündinnen mögen keine fremden Welpen.


    Zu erwarten, dass Hunde, ohne dass man es ihnen sagt, Babys und Kinder als schutzbedürftig im Sinne von rücksichtsvoll zu behandeln ansehen, ist mMn von einem Tier zu viel verlangt. Das muss beigebracht werden, durch ganz normales Training und je nach Hundetyp muss man da gehörig den Daumen drauf haben.


    Quäkende Säuglinge sehe ich sogar als ganz starken Trigger für Hunde an, die das nicht kennen. Ich hab schon mehr als einmal den Blick von einem Hund aufgefangen, der dumm geschaut hat, weil das Bündel Mensch da auf der Couch, in der Wiege oder im Kinderwagen plötzlich gejammert hat. Da war nix mit beschützen wollen, eher "Soll ich machen, dass das aufhört?" :ugly:

    Mich würde aber wirklich interessieren, wo du wohnst, dass alte Menschen und Kinder bei euch nicht mehr das Haus verlassen können, wenn man auffällige Hunde nicht in staatlichen Verwahrungsstellen unterbringt.

    Das habe ich nicht gesagt, dreh mir nicht das Wort im Mund herum..

    Ich habe mich auf deine Äußerung hier bezogen:

    Ja, davon kenne ich selbst mehr als genug. Das Leben ist halt nicht risikofrei und dann geht man halt nicht joggen oder Pilze suchen