Beiträge von DerFrechdax

    Hier sitzt immer pünktlich zum letzten Handgriff der Musterschüler mit herausgedrückter Brust schon im Hausflur parat (wo gefüttert wird), während ich in der Küche die letzten Vorbereitungen für sein Futter treffe xD

    Auslöser ist das Geräusch, das seine Enzymkapseln im Glas machen, wenn ich eine herausschüttle, um sie ihm vor dem Füttern zu geben.

    Vorher beobachtet er an der Küchentür meine Vorbereitungen, aber hört er das Geräusch, rennt er in den Flur, setzt sich hin und wartet, bis ich mit dem Futter ums Eck komme... könnte ich jedes Mal dahinschmelzen, wenn er da so brav und aufmerksam sitzt und wartet :herzen1:

    alle drüber dürfen nicht frei laufen miteinander.

    In "meiner" Hundeschule gab es das auch nicht während der regulären Trainingsstunden. Der Trainerin war die Verletzungs- und Eskalationsgefahr zu groß.

    Sie bot "Spielstunden" an, aber nur mit ihr bekannten Hunden und meistens getrennt nach Männlein und Weiblein. Sie musste dabei sehr ein Auge drauf haben, dass alles smooth abläuft und bei Bedarf eingreifen. Für meinen Hund war das nichts.

    Mein Weg wäre, erstmal die Trainerin zu fragen, was die "Philosophie" hinter ihrem Training ist. Warum der Hund beim Gassi am Bein kleben soll. Was der Hund dabei lernen soll, und wie lang das so gehen soll.

    Ist schwierig hier im Forum, wir haben jetzt deine Schilderungen pony82 , die von deiner Mutter kommen, um zwei Ecken herum, und bei jedem entstehen andere Bilder im Kopf.

    Deshalb kann ich jetzt nicht komplett verteufeln, was diese Trainerin da verzapft. Vielleicht hat sie dazu Hintergedanken und einen Plan für diesen speziellen Hund.

    Aus dem, was du schreibst, hört es sich natürlich nicht gut an, aber es kann auch neutral betrachtet ganz anders sein.

    Deshalb wäre es der Job deiner Mutter, zu gucken, was ihrem Hund gut tut (3 Monate nur Gassi an der kurzen Leine wäre es jetzt bei mir nicht) und dann auch der Trainerin Feedback geben, dass sie unzufrieden ist und der Plan überarbeitet gehört, falls es einen Plan überhaupt gibt und nicht ein Patentrezept über alle Hunde gestülpt wird.

    Ich kenne auch jemanden, der lässt die Hunde immer kurz angeleint hinter sich herschleichen, und ab und an dürfen sie an der Wiese dem Ball hinterher rennen, bevor es wieder kurz angeleint im Schleichgang hinter ihm heimgeht.

    Das ist nicht das, was ich unter Gassi verstehe, da soll mein Hund zusammen mit mir die Seele baumeln lassen, entspannen und Neues aufnehmen.

    Wenn der Hund jetzt keine größeren Baustellen hat, die so ein krasses Eingreifen in die Freiheiten des Hundes beim Gassi erforderlich macht, seh ich da keinen Sinn darin.

    Aber wie gesagt, besser ist, die Trainerin direkt zu fragen, warum und weshalb.

    Ich verstehe jetzt ehrlich gesagt nicht, wieso du jetzt hü sagst, wenn die/der TE sich jetzt für hott entschieden hat.

    Ich persönlich bin ganz bei flying-paws weil ich denke, der Hund muss erstmal Cortisol abbauen plus er hat eine verletzte Pfote.

    Zum anderen finde ich die Stehenbleib-Methode bei einem Hund, der mit Frust und Aufregung nicht gut umgehen kann, eher suboptimal.

    Die Stehenbleibmethode hilft dem Hund, sich allgemein runterzufahren, über Tage, das bleibt aber natürlich nicht für immer so, irgendwann baut man da drauf auf, wenn der Hund aus seinem Tunnel wieder rauskommen kann und arbeitet an der nächsten Stufe der Leinenführigkeit.

    Ein Hund, der permanent auf einem hohen Erregungslevel ist, kommt noch viel schlechter mit Frust zurecht als ein Hund, der sich weiter unten eingependelt hat. Plus der Hund lernt außer ruhiger werden auch, nicht mehr wie ein Ochse zu ziehen.

    Sinn dahinter wäre für mich, dass Hund nach und nach lernt...

    - dass Spazierengehen nicht heißt, sich komplett mit Reizen abzuschießen

    - dass draußen gar nichts Krasses passiert

    - dass du am anderen Ende der Leine auch noch existierst und es sich lohnt, mit dir zusammen zu arbeiten

    - dass er sich Zeit nehmen kann, darf und soll, um seine Umwelt in Ruhe wahrzunehmen

    Für den Hund passiert leider jede Sekunde was Krasses. Deshalb schießt er sich mit Reizen ab. Zusammenarbeit mit seinem Menschen interessiert ihn kein winziges Bisschen. Er kann seine Umwelt nicht in Ruhe wahrnehmen, weil er hormonell hochgeputscht, high ist.

    Das muss durchbrochen werden, und da muss ihm sein Mensch dabei helfen.


    Dieser Hund ist vermutlich depriviert und wird nie in der Lage sein, Reize so gesund zu verarbeiten, wie es ein gut geprägt aufgezogener Welpe/Junghund tun würde. Die Neigung zum kopflosen Losballern wird vermutlich immer da sein.

    Wenn man den Status quo als gegeben annimmt und sich von da weiter vorarbeitet, kann man für sich und den Hund viele kleine Erfolgserlebnisse generieren. Vergleiche dagegen mit anderen, gesunden Hunden erzeugen Ärger und Frust.


    Was ich noch machen würde, ich würde mal bei Gelegenheit (TA Besuch) Blut nehmen lassen und die wichtigsten Werte abnehmen lassen. Plus evtl B12 und Magnesium bestimmen lassen.

    Mein Hund ist auch ein leicht manischer Stresskeks, wenn man ihn lassen würde :relieved_face:

    Er bekommt kurweise von mir eine Mineral- und Vitaminmischung, und zwar "Masterdog relaxed". Enthalten ist L-Tryptophan, Magnesium und B12, eine Mischung, die auf Hibbelhunde eine beruhigende Wirkung haben kann. Seit mein Lockenkopf kastriert ist, ist er zwar nochmal viel ruhiger geworden, aber die Jahre davor hat es ihm sehr gut getan. Zudem hat mein Hund EPI, wo ein erhöhter Bedarf an B12 gegeben ist.

    Falls noch nie Blut genommen wurde, schadet es nicht, zu gucken, ob soweit alles im grünen Bereich ist.

    Ich bin auch erstmal für ordentliches Equipment. Ideal wäre ein Sicherheitsgeschirr, das hat 3 Schlaufen um den Hund statt nur 2 und auch mehr Ösen, um die Leine einzuhängen.

    Dann, die Videos, danke dafür.

    Hier mein Feedback:

    Es kann natürlich alles nur wegen dem Filmen sein, aber ich finde, du gibst dem Hund sehr wenig Orientierung, kaum Feedback, du führst nicht, sondern läufst deinem Hund hinterher, der dich führt. Steht er, stehst du. Geht er weiter, folgst du. Alle Entscheidungen trifft dein Hund.

    Als er sich an den Pfotenspuren festschnüffelt, kommt von dir keinerlei Aufmerksamkeit auf dich ziehen, kein Abbruch, nichts. Danach springt er in die Leine, wird Energie los.

    Da könnte man ihn schon vorher ansprechen, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, loben, ruhig weitergehen.

    Ich finde, dein Hund wirkt unsicher, überwältigt von den ganzen Eindrücken und bräuchte eine stimmliche Rettungsleine von seinem Menschen, der ihn da durchlotst durch das (für ihn) Durcheinander.

    Also viel mehr "komm", "ja, super", "nee", Bestätigung und Korrektur. Führung halt.

    Vielleicht kann dir das der Trainer vermitteln, der bald kommt. Nicht den Hund zuschwallen natürlich, aber immer wieder signalisieren, wie man das findet, was der Hund macht.

    Und, ja, nicht so durch die Gegend ziehen lassen. Gern mal in die andere Richtung laufen oder stehenbleiben, weitergehen wenn der Hund noch schnüffelt, also bestimmen, wann gegangen wird und wann gestanden wird.

    Und, last but not least, hübscher und ganz feiner Hund :herzen1:

    und meinst du nicht dass das sein Trauma wieder hoch holt, da er bei den Vorbesitzern ja kaum ausgeführt wurde und sein Geschäft meistens in der Wohnung gemacht hat

    Die Frage ist, ob der Hund das als Trauma sieht oder als geschützten Rahmen, in dem er aufgewachsen ist, den er kennt und in dem er sich wohlfühlt.

    Ich tippe eher auf zweiteres (auch wenn es natürlich tierschutzwidrig ist und zu verurteilen, einen Hund so zu behandeln. Es ist halt alles, was er bisher kennt und vermutlich auch als "normal" verknüpft hat).

    Im Endeffekt ist es nur Leinenhandling.

    Ja natürlich auch. Ich wollte jetzt auch kein pro/contra Flexi Thema aufmachen.


    Ich persönlich komme mit einer Flexi viel besser zurecht, obwohl ich beides verwende, aber vielleicht ist das auch individuell.

    Als ich noch 50 Kilo verrückten Junghund an der Leine hatte, hab ich mir mit der Schleppleine Verbrennungen geholt. Man hält 50 Kilo Junghund nicht, wenn der aufgedreht in die Leine rennt, genau wie 20 Kilo Rakete im vollen Lauf, ebenso ist da nix mehr mit draufsteigen.

    Da bin ich mit Flexi einfach besser gefahren.


    Hier ist aber ja doch nur ein Hund mit 16 Kilo. Das konnte ich natürlich nicht wissen, ich bin von dem Random Tierheimbild weiter vorn ausgegangen.

    Anfangs ist er voll in das Leinenende gebrettert, nun weiß er langsam, wie lang 20 m sind und

    Das ist einer der Gründe, warum ich Flexi-Leinen für sehr problematisch halte: Hund lernt nur das Ziehen an der Leine, ist bei maximaler Länge nicht mehr führbar, kaum haltba

    Grundsätzlich hört sich gut an, was sich hier erarbeitet wurde von dir, Der olle Hansen

    Nur möchte ich zu bedenken geben, dass 20m Schleppleine bei einem größeren Hund, wie es bei Chitchat9271 der Fall ist, auch wirklich gefährlich sein können.

    Ich kenne den Fall einer Frau mit einem roten Podenco, der mit einer 10m Schleppleine die ganzen 20m Durchmesser ausgenutzt hat, um mit vollem Karacho in die Leine zu rennen. Dabei hat er ihr die Schulter gebrochen und sie ist ihm im hohen Bogen hinterher geflogen.

    20m sind nur praktikabel bei kleineren Hunden und Hunden, die gelernt haben, nicht in die Leine zu rennen.

    Deshalb wäre meine Wahl im "Freilauf" immer Geschirr und stabile Gurtflexi. Da hast du einen Stop und einen Griff in der Hand.


    Am Halsband kommt nur die kurze Leine dran/ich habe teils die doppelte Sicherung verwendet an Straßen und in Wohngebieten. Kommen wir zum Feld, leine ich wie du auf Flexi/Schlepp/lange Leine um.