Beiträge von DerFrechdax

    Naja, wenn ein Mensch das tut, dann sage ich der Person natürlich, dass sie aufhören soll. ABER Menschen sind nun einmal keine Hunde. Sie haben ein Verständnis von Falsch und Richtig. Hunde kennen dieses Prinzip nicht und deshalb macht es in meinen Augen einfach keinen Sinn sie für etwas anzuschreien oder zu schubsen, dass sie nicht verstehen. Der Hund weiß nicht warum es falsch war. Deshalb ist es für mich so wichtig ihm das RICHTIG beizubringen.

    Also, ich bin mir ziemlich sicher, dass gut gezogene Welpen mit einer einigermaßen gefestigten Mutter sehr früh lernen, was Grenzen sind, insbesondere räumliche und körperliche Grenzen.

    Hast du dir schonmal angeschaut, wie Individuen in einer Herde Pferde oder einer Gruppe Hunde sich bewegen? Da gibt es manche, sehr oft ranghoch, die laufen durch die Gruppe durch und teilen die wie Moses das Meer.

    Alle im Weg Stehenden weichen sofort aus. Warum weichen die aus? Weil das ranghöhere Tier ihnen klargemacht hat, oft nur durch minimale Körpersprache, dass es das Sagen hat. Das fängt mit der Positur an, in der der Kopf getragen wird und die sind sich auch nicht zu schade, zu drohen oder (gehemmt) mal zuzulangen. Im Leben nicht würde ein rangniederes Tier, auch nicht aus Versehen, zb die Leitstute anrempeln. Man ist manchmal erstaunt, wie gesittet und delikat Pferde ihre Hufe setzen und Umwege und Bögen laufen können, nur um nicht an der dösenden Leitstute vorbei zu müssen :partying_face:


    Es gibt bei hündischer Körpersprache eine Eskalationsleiter. Da fängt eigentlich alles immer erstmal mit kaum wahrnehmbaren Anzeichen an, die Pupille verändert sich, die Körperspannung, die Position der Ohren, des Schwanzes, der Blick...

    Hunde kommunizieren 100 mal feiner als wir Menschen es je können werden. Entscheidet sich also ein Junghund, mir einfach mal so in die Hacken zu zwicken, dann hat der einfach grad den Schuss nicht gehört. Dann macht der das mit voller Absicht, weil er es kann und weil er es will.

    Das ist nicht zu vergleichen mit Angsthunden, und natürlich muss man die behutsam an alles heranführen. Aber ein jugendlicher normal entwickelter Punk, der sich ausprobiert oder ein hochtriebiger Hund, der sich grad selbst vergisst, wird hier nicht behutsam an was rangeführt (Hunde, die aus Stress oder Überforderung überdrehen, nehme ich mal aus).

    Der weiss genau, dass er hier eine Grenze überschreitet, und er macht es einfach trotzdem. Und deshalb bekommt so ein Hund das erste Mal von mir gleich auch das Echo. Oft ist das ausgesprochen heilsam für die übermütigen Zwerge, man ist dann auch gleich wieder gut und nicht nachtragend, und Hund speichert ab "War ne Schxxx Idee. Machen wir nicht mehr."

    Mehr will ich gar nicht.

    Das warum das falsch ist und weshalb und wieso ist dem Hund dann tatsächlich egal. Ich will das nicht und basta.

    Jetzt wird es ein bisschen päpstlicher als der Papst. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.


    Mein Terrier hat sich von mir genau in so einer Situation wirklich aus Reflex eine eingefangen. Erst hat ihn so ein Tut nix ewig genervt, der nicht eingesammelt wurde, dann hockt mein Hund sich zum kacken hin, dann kam der Tut nix wieder zum Hallo sagen her. Jack ist direkt der Kragen geplatzt, ich bin dazwischen und der Knallkopf denkt, man könnte auch im Übersprung wunderbar in meinen Arm beißen. Hat er sich eine einfangen. Das waren Sekundenbruchteile, vom Beginn der Eskalation bis zum körperlichen Abbruch. Wir haben uns beide belämmert angeschaut und die Frau Tut nix Besitzerin hat ihr Pubsikeksi derweil schnell eingefangen, haben wir dann gar nimmer mitgekriegt.

    Weder bin ich gewalttätig noch mein Hund gefährlich. Der hatte einfach den Kaffee auf und sich die Falsche gesucht zur Abfuhr in dem Moment. Und unser Verhältnis ist seitdem weiterhin ungetrübt. Nur wurde seitdem nie mehr so aufgedreht von Herrn Hund.

    Hm. Hört sich logisch an, fand ich aber damals mit Stillkind für mich anders einfacher.

    Lässt du alles rumstehen oder rumliegen wie gehabt und sitzt mit deinem Kind ne halbe Stunde im Eck und stillst, kannst du nicht eben aufstehen und ein Nein durchsetzen. Genauso wenn du gerade das Kind wickelst oder badest.

    Da finde ich es sinnvoller, Konfliktträchtiges zumindest am Anfang wegzunehmen. Es bleibt ja genug anderes übrig, wo Konflikte entstehen, das ist die Natur eines Welpen und Jungspundes :sweet:

    Was ich aus BieBoss Beitrag mitnehme und auch weiterempfehle, ist, potentielle Konfliktauslöser zu minimieren.

    Wenn ich weiß, mein Hund reißt sich gern Kinderspielzeug unter den Nagel, um es dann in irgendeinem Eck zu bearbeiten, dann darf der nicht mehr ins Kinderzimmer. Und die Kinder müssen im Haus ordentlicher sein.

    Wenn ich weiss, der macht regelmäßig irgendwelchen Blödsinn auf der Couch am Abend, dann ist abends die Couch tabu.

    Oder er klaut Essen -> Küchenverbot

    Oder knurrt, wenn das Kind beim Fressen vorbeikrabbelt - wird separiert beim Füttern

    usw und so fort.

    "Wehret den Anfängen".

    Manchmal geht das nicht und man muss situativ und pronto ne Grenze setzen.

    Manchmal lohnt es sich aber, zu überlegen, ob man durch kleine Änderungen im Alltag das Fehlverhalten im Alltag gar nicht erst aufkommen lässt.