Beiträge von DerFrechdax

    Für einen Hund ist halt nicht klar, warum er das Leckerli nehmen darf, das ihm das Kind hinhält, aber die Breze nicht, die das Kind durch die Gegend trägt.

    Ich vermute, da wurde kein Freigabesignal mit dem Hund erarbeitet (🔮🔮🔮).

    Dummerweise verlieren kleine Kinder immer wieder Essbares, halten es dem Hund sogar hin und lassen abbeißen oder lassen sich das Essen ohne Gegenwehr abnehmen vom Hund, ohne dass die Erwachsenen es so schnell sehen.

    Das ist einfach verführerisch und darüber hinaus äußerst lohnend für den Hund.

    Das hat für mich auch erstmal nichts mit Ressourcenaggression zu tun, sondern damit, was sich aus Hundesicht lohnt.

    Beim Begrüßen beruhigt sie sich auch quasi sofort, wenn man sich zu ihr hockt und sie begrüßt, nur können/wollen meine Kinder das nicht, zumindest die Kleinen, weil sie vor dem stürmischen Hund dann einfach totale Angst haben.


    Dieses Hunde-Kinder-Ding war hier von Anfang an schwierig, am Anfang hatte der Hund nämlich panische Angst vor den Kindern und irgendwann löste sich dieser Knoten und nu ist es eher andersrum, weil sie jetzt einfach super aufdringlich ist.

    Google mal "Fiddle about Hund". Dieses aufgedrehte Herumgewetze kann auch eine Strategie der "4 F's" sein: Fight, Freeze, Fiddle und Flight

    https://www.mirjamcordt.com/blog/das-fiddl…obachtet-werden

    Zitat

    Die Strategie, die sicherlich am verkanntesten ist, ist das "fiddle about". "Fiddle about" ist ein Überspielen einer schwierigen Situation, ein "Herumkaspern". Sehr häufig wird vom Hundehalter nicht erkannt, dass es sich dabei nicht um ein entspanntes Spiel handelt. Bei einem echten Spiel nimmt man das Umfeld als nicht belastend wahr, man kann sich erlauben, ins Spiel zu versinken. Stellt das Umfeld jedoch eine Belastung dar, so sind im "fiddle about" alle Antennen immer noch auf das Umfeld gerichtet, man kann es sich nicht erlauben, sich in ein Spiel zu vertiefen. Entsprechend abgehackt sehen auch die Spielbewegungen aus: Es wird mal kurz mit den Pfoten geklopft, um dann mal schnell nach rechts oder links zu schauen, dann folgt ein weiteres Gehüpfe, um dies dann wiederum zu unterbrechen und die Umgebung zu sichern.


    Ich denke, euer Hund hat für sich über die letzten 3 Monate Strategien entwickelt, wie er mit dem für ihn anstrengenden und immer wieder auch angstauslösenden Situationen umgehen kann, weil er zu wenig Lösungen von seiner Hauptbezugsperson angeboten bekommen hat (manchmal kann die Lösungen auch sein, den Hund aus der Situation zu schicken oder mal das Programm runterzufahren).

    Deshalb bin ich der Meinung, es braucht eine Person vor Ort, die sich das anschaut.

    Wenn du die ersten 3 Zahlen eurer PLZ einstellst oder ungefähr einen Anhaltspunkt, bis wohin ihr bereit wärt zu fahren, bekommt ihr hier sicher gute Trainerempfehlungen.

    Prima, allerdings kann ich jetzt nur im ganzen Block zitieren xD

    Ich lass dir zum Trainieren beim Heimkommen der Family mal diesen Link da. Es gibt verschiedene Varianten, einfach "Die Sitzdose" googeln.

    https://www.trainieren-statt-dominieren.de/blog/bellen-besucher/die-sitzdose


    Das mit dem Kuscheln im Bett, hm, also ein Hund der hinterher drüber ist, bekommt hier natürlich den Auslöser weggenommen. Es gibt halt leider so viele verschiedene Hintergründe, warum der Hund was macht.

    Aus seiner Sicht total logisch oder kann nicht anders, liegt es an uns, ihm zu helfen, wünschenswertes Verhalten zu zeigen und Stress abzubauen. Und wenn mein Hund nach dem Kuscheln im Bett in meine Arme schnappt, dann gibt's für ne Zeit kein Bett mehr hier, basta. Heißt ja nicht dass es für immer ist.


    Ich hatte eine 3jährige Schäferhündin, als das erste Kind kam. Von Anfang an war für den Hund klar, dass das Kind den Hund nix angeht. Kein Kontaktliegen, kein Begrenzen, kein Anrempeln, kein Essen klauen. Allerhöchstens hinterher respektvoll mit gebotenen Abstand die Krumen aufklauben. Spielzeug war tabu, und Interaktion wurde von mir anfangs lange Zeit überwacht und geführt, vor allem als das Kind mobil wurde.


    Noch was fällt mir ein:

    Als wir auf der Suche nach einem Hund im Tierheim waren, wurde uns ein Wäller vorgestellt. Sehr stürmisch und hat sich auch so reingestresst, dass er einen angesprungen hat und in die Schulter gezwickt. Hat man ihn weggeschubst, wurde er immer stürmischer und gestresster und gröber (war dann auch ein Ausschlusskriterium, weil unser Sohn damit nicht hätte umgehen können). Die Lösung für diesen Hund war, sich zu ihm zu beugen oder in die Hocke zu gehen und ihn festzuhalten, also richtig zu umfassen und zu halten. Da hat er sich sofort beruhigt.

    Ich selber hätte bei einem fremden Hund mein Gesicht nicht so nah am Maul haben wollen, aber die Pflegerin schien da sehr erfahren zu sein und der Hund reagierte darauf positiv.

    Allgemein braucht es bei euch vielleicht einfach mehr Führung und Gestaltung der Interaktionen durch dich. Ins Körbchen schicken, auf die Decke oder kurzzeitig separieren kann auch helfen, um dem Hund zu vermitteln, dass das Verhalten, das er zeigt, nicht erwünscht ist.


    Nichtsdestotrotz hat dieser Hund offensichtlich auch aus dem, was ich lese, einen Grundstress, und den sollte man ergründen und möglichst natürlich ausmerzen :sweet:

    Klingt nach kompletter Überforderung mit Menschen. Wie viele Stunden am Tag ist sie mit Menschen zusammen? Wie viele Stunden muss die damit rechnen, dass Menschen im die Räume kommen, in denen sie sich befindet?

    Sie ist den ganzen Tag mit Menschen zusammen. Mein Mann arbeitet im Homeoffice und ich bin generell zuhause. Wenn wir ein Pflegekind hier haben, ist auch das immer hier. Ab ca 14 Uhr mittags kommen die Kinder dann nach Hause, zuerst die Kleinste und dann die beiden Mittleren und zuletzt die Großen. Dann ist meist „Ruhe“ bis zum späten Nachmittag und dann geht öfter mal wieder jemand ein und aus.

    Hier werden gleich sicher noch qualifiziertere Antworten kommen, aber das klingt für mich entweder nach a) total überfordert/gestresst im Umgang mit Menschen oder b) rotzfrech

    Was macht ihr denn so den Tag über mit ihr, und wie habt ihr bisher mit ihr gearbeitet?

    Ich gehe fünf Gassirunden täglich mit ihr, zwei kleine 10 Minuten Runden und drei Runden á ca 30-40 Minuten. Das sind immer die selben Runden, nur unterschiedlich weit ausgeweitet. Da sie draußen noch oft mit den Eindrücken überfordert ist, braucht sie da diese feste Struktur. Auf den Runden „arbeite“ ich immer ein bisschen mit ihr. Grundgehorsam, Balancieren, Hindernisse überwinden, Schnüffeln etc. Auf einer dieser Runden gehen meine Eltern mit ihrem Hund mit.

    Aus Hundesicht ist das ein sehr stressiges Programm. Im Haus ist nie wirklich Ruhe, so dass der Hund permanent "on" ist. Und durch die häufigen Gassirunden bekommt er weitere Eindrücken, die auf ihn einprasseln. Plus, der Hundekontakt. Plus, euer Training. Puh.

    Ist der Hund eigentlich auch mal allein oder kann tief schlafen?

    Hi :winken:

    Zu Folgendem ist mir was eingefallen :

    freut sich inzwischen wie bekloppt, den kleinen Mann zu sehen, sucht von sich aus Kontakt zu den Kindern, fühlt sich bei ihnen so sicher und wohl, dass sie neben ihnen liegen bleibt und schläft, wenn ich mal kurz den Raum verlasse usw.

    Das zb sehe ich aus meiner Sicht nicht unbedingt positiv. Kontaktliegen kann auch ein Versuch sein, seine Umwelt zu kontrollieren.

    sie ist sehr sehr „körperlich“ alles und jeder wird direkt angesprungen, angeschlabbert, man kann quasi keinen Meter gehen ohne sie

    Quasi ein distanzloser Junghund =) und auch hier lese ich Kontrolle seiner Menschen heraus. Könnte auch "sanfte" Massregelung sein, das kommt dann auf die Situation vorher an.

    nur versucht sie auch essbares aus (Kinder-) Händen zu klauen. Jeder Keks, jede Banane, jedes Bonbon führt hier dazu, dass ich permanent den Hund im Auge haben und wegdrängen muss, weil sie in der kleinsten unbeobachteten Sekunde sich unter den Nagel reißt was sie kriegen kann.

    Auch das sehe ich im Kontext von oben mit dem Kontaktliegen und Kontrollversuchen einfach rotzfrech und respektlos. Da hat sich der Hund eine Position "erarbeitet", die sich aus seiner Sicht lohnt, die ihm aber im Grunde nicht zusteht.

    legt sich zwischen mich und meinen Mann und kuschelt mit uns und sobald ich dann aufstehe, dreht sie total auf und „beißt“ mir in die Arme und Hände

    Hier auch. So ein Hund hätte bei mir im Bett nix verloren. Ihr empfindet es als Kuscheln, der Hund kann da ganz andere Motivationen haben.

    Sie macht das auch, wenn sie spielen möchte und fängt von sich aus an, mir in die Hände zu beißen. Ich möchte das generell nicht, aber egal ob ich dann „schimpfe“, sie ignoriere, weggehe oder sie wegschubse, es macht keinen Unterschied, sie macht entweder direkt weiter oder versuchts halt später wieder.

    Das ist vermutlich kein Spiel 🔮

    Ein Spiel ist sofort beendet, wenn sich eine Partei nicht wohl fühlt mit der Interaktion.

    Dass der Hund einfach weitermacht, lässt mich wieder an Massregeln, Frustabfuhr, Stressabbau und einen allgemein sehr überforderten Hund denken.

    Es wird gebellt wie verrückt, bis sie denjenigen begrüßt hat.

    Ihr habt vermutlich einen selbsternannten Wächter :sweet:

    Da gibt es Möglichkeiten, dem Hund zu vermitteln, dass man ihn aus der Verantwortung entlässt. Dazu müsste dieser Hund das Vertrauen entwickeln, dass ihr in der Lage seid, euch zu kümmern. Und, ja, er müsste auch lernen, begrenzt zu werden.

    Zb ist hier ein Kindergitter in der Tür zum Wohnzimmer eingebaut. Klingelt es an der Tür, geht unser Hund inzwischen schon von selbst hinter das Gitter. Ich mach es zu und geh an die Tür.

    Man kann dem Hund auch beibringen, auf Befehl auf seine Decke zu gehen, wenn die Kinder zb mit Brezel in der Hand herumlaufen.

    Ich glaube, da liegt noch einiges an Arbeit vor euch... dazu bräuchte es eine/n Trainer/in, die sich das Zusammenleben vor Ort anschaut und dann Empfehlungen ausspricht, wie ihr einerseits managen könnt, andererseits auch die Wurzel der Problematik findet und daran/damit arbeitet.

    Viel Glück 🍀

    du hast schon viel für den Tierschutz getan.

    Da kannst du auch mal egoistisch einen unkomplizierten Hund holen.

    Zum "egoistisch" wollte ich noch kurz etwas schreiben (nicht persönlich gegen dich, Schlumpfinchen8 , dein Post ist nur der Aufhänger)

    Spoiler anzeigen

    Es gibt Menschen, die sind total gern immer für andere da. Nur wenn es um sie selbst geht, tun sie sich schwer und lassen ihre eigenen Bedürfnisse gern hinten runterfallen. Ich kenne aus meinem engen Umfeld genau solche Menschen, herzensgute und hilfreiche Menschen, und selbst neige ich auch bisserl dazu. Nie würden diese Leute etwas tun, was man als egoistisch ansehen könnte.

    Dass es völlig ok und keineswegs egoistisch ist, wenn man auch für die eigenen Bedürfnisse sorgt und es einem sogar mal richtig gut gehen darf, musste ich erst lernen.


    Vielleicht trifft das alles hier nicht zu und der Gedanke ist völlig fehl am Platze, dann entschuldigt. Lag mir aber am Herzen, es kurz erwähnt zu haben :hugging_face:

    Nun habe ich einen Hund gefunden, der ziemlich perfekt ist. Er sitzt auf einer Pflegestelle in der Nähe und scheint bisher regelrecht makellos.

    Ich finde, dieser Hund hat es genau wie jeder andere verdient, bei dir ein glückliches, ausgelastetes und geliebtes Leben zu führen.

    Gleichzeitig finde ich (ohne dass ich dir zu nahe treten möchte), dass auch du selbst verdient hast, dir selbst etwas Gutes zu tun, und wenn du das tun möchtest, indem du einen netten, eher einfach zu führenden Hund aufnimmst, warum nicht? Einfach nur, um dir selbst eine Freude zu machen? Der Hund sucht ja so oder so ein Zuhause.


    Außerdem lese ich ja öfter, wie deine hundehalterische Umgebung so drauf ist. Wäre ein Hund ohne größere Baustellen dann nicht ein Geschenk? Und vielleicht passt genau dieser Hund auch gut zu den jüngsten Veränderungen in deinem Leben?

    So grob meine Gedanken dazu. Nicht einfach, die Entscheidung, aber manchmal darf man sich auch freuen, wenn sich das Glück wie ein kleiner Schmetterling für einen Moment auf die eigene Schulter setzt. Viel 🍀 🍀 🍀