Beiträge von DerFrechdax

    Jetzt wird es ein bisschen päpstlicher als der Papst. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.


    Mein Terrier hat sich von mir genau in so einer Situation wirklich aus Reflex eine eingefangen. Erst hat ihn so ein Tut nix ewig genervt, der nicht eingesammelt wurde, dann hockt mein Hund sich zum kacken hin, dann kam der Tut nix wieder zum Hallo sagen her. Jack ist direkt der Kragen geplatzt, ich bin dazwischen und der Knallkopf denkt, man könnte auch im Übersprung wunderbar in meinen Arm beißen. Hat er sich eine einfangen. Das waren Sekundenbruchteile, vom Beginn der Eskalation bis zum körperlichen Abbruch. Wir haben uns beide belämmert angeschaut und die Frau Tut nix Besitzerin hat ihr Pubsikeksi derweil schnell eingefangen, haben wir dann gar nimmer mitgekriegt.

    Weder bin ich gewalttätig noch mein Hund gefährlich. Der hatte einfach den Kaffee auf und sich die Falsche gesucht zur Abfuhr in dem Moment. Und unser Verhältnis ist seitdem weiterhin ungetrübt. Nur wurde seitdem nie mehr so aufgedreht von Herrn Hund.

    Hm. Hört sich logisch an, fand ich aber damals mit Stillkind für mich anders einfacher.

    Lässt du alles rumstehen oder rumliegen wie gehabt und sitzt mit deinem Kind ne halbe Stunde im Eck und stillst, kannst du nicht eben aufstehen und ein Nein durchsetzen. Genauso wenn du gerade das Kind wickelst oder badest.

    Da finde ich es sinnvoller, Konfliktträchtiges zumindest am Anfang wegzunehmen. Es bleibt ja genug anderes übrig, wo Konflikte entstehen, das ist die Natur eines Welpen und Jungspundes :sweet:

    Was ich aus BieBoss Beitrag mitnehme und auch weiterempfehle, ist, potentielle Konfliktauslöser zu minimieren.

    Wenn ich weiß, mein Hund reißt sich gern Kinderspielzeug unter den Nagel, um es dann in irgendeinem Eck zu bearbeiten, dann darf der nicht mehr ins Kinderzimmer. Und die Kinder müssen im Haus ordentlicher sein.

    Wenn ich weiss, der macht regelmäßig irgendwelchen Blödsinn auf der Couch am Abend, dann ist abends die Couch tabu.

    Oder er klaut Essen -> Küchenverbot

    Oder knurrt, wenn das Kind beim Fressen vorbeikrabbelt - wird separiert beim Füttern

    usw und so fort.

    "Wehret den Anfängen".

    Manchmal geht das nicht und man muss situativ und pronto ne Grenze setzen.

    Manchmal lohnt es sich aber, zu überlegen, ob man durch kleine Änderungen im Alltag das Fehlverhalten im Alltag gar nicht erst aufkommen lässt.

    Jetzt hab ich schon abgeschickt, aber mir fällt noch was ein zu Kindern:

    Unser Schäferhund war 3, als wir das erste Kind bekommen haben. Was hab ich mir da Tipps anhören müssen!

    Der beste war, ich müsse nach der Rückkehr aus der Klinik mein Baby nackt ausziehen und vor dem Hund "darbringen". Und sie müsse es dann abschlecken und so zeigen, dass sie es anerkennt als neuen Familienzuwachs.

    WTH? :ugly:

    Hab ich natürlich nicht gemacht xD

    Ich hab alles, was das Kind anging, mit Tabu belegt. Kind schreit? Hatte Hund egal zu sein. Kind lag am Boden oder auf der Couch? Da wurde nicht drangegangen. Windeln? Tabu! Jemand ging ans Kind und nahm es hoch? Hatte Hund nicht zu interessieren. Spielzeug vom Kind, ein krabbelndes, schreiendes, rennendes, Essen herumtragendes Kind? Dito.

    Damit lief es hervorragend und wir hatten so viele Jahre ganz viel Freude mir diesem Hund und den Kindern. Das Feine ist nämlich auch, legt man in den ersten Jahren ne gute Basis, dann hat man ganz viele Jahre die Lorbeeren zu ernten :herzen1:

    Ich fand damals, dass meine Schäferhündin sich am leichtesten getan hat, wenn ich ganz klar mit ihr war. Das und das ist super und will ich, das da auf gar keinen Fall und nie wieder.

    Sie war trotz LZ jetzt vielleicht auch ein sehr weicher Hund, sie wurde ja nie im Sport geführt, hat nicht gewacht und hat stattdessen alles mitgemacht, was wir damals so an sie herangetragen hatten, als mein Mann und ich noch jung waren und ohne Kinder xD

    Ihr einziges Thema war, dass sie sich immer wieder in Raufereien mit anderen Hunden gestürzt hat oder versucht hat zu stürzen. Das hat damals dann ne Weile gedauert, bis ich gecheckt hab, dass sie artgenossenaggressiv ist und das auch nicht mehr weg geht (da war sie 3).

    Sie hatte schon Einfälle. Einmal waren wir in einer Gruppe mit Kindern wandern, sie hat die Gruppe immer mal umzirkelt, aber ich war abgelenkt und hab das nicht richtig eingeordnet. Als ein (fremdes) Kind losrannte vor ihrer Nase, da schnappte sie in die fliegenden Jackenschöße des Kindes und hielt es kurz fest. Mensch, war mir das peinlich! Und die Mutter zu recht sauer! (die Jacke war nicht kaputt)

    Und da kommt dann auch kein Zergel oder Alternativverhalten, da schreist du "Aus!!" oder den Hundenamen und verfluchst dich weil du nicht aufgepasst und den Hund nicht angeleint hast.

    Ihre Leinenaggression ab und an, ok, zweite Baustelle, die legte sich erst als sie älter wurde. Auch hier, Management und Ausweichen, oder Augen zu und durch, aber Alternativen aufzeigen, wenn sie gern den kleinen Pöbler von nebenan verdreschen hätte wollen? Nö.

    Weisst du Boop, wenn man einen Hund hält mit einer gewissen Größe und einem gewissen Trieb oder Vehemenz dahinter, dann muss ich mir bewusst sein, dass, sollte ich je die Zügel verlieren, das gewaltig in die Hose gehen kann. Nicht umsonst haben Schäferhunde in D keinen allzu netten Ruf. Schade eigentlich, denn klar und konsequent geführt kann das ein völlig unauffälliger ruhiger Zeitgenosse sein, aber es gibt halt auch genug Leute, die sich einen Schäferhund holen und den dann planlos lassen, weil sie ihm keine Grenzen setzen und nicht zeigen, was sie denn von ihm sehen wollen.

    Und sich selbst überlassen, fängt er halt an, das zu tun, was er selber so an Möglichkeiten sieht: Raufen, Beute verfolgen und fangen, Sachen zerstören etc.

    Mit so Käse wie Zergelchen schmeißen wenn der Hund schnappt oder Leckerli werfen zur Ablenkung kann man sich den Hund so dermaßen versauen.

    Und deshalb haben so viele so angefressen auf deine Alternativen im anderen Faden reagiert. Die mögen auf Begleithunde passen, auf weiche Hunde ohne größere eigene Agenda und vor allem auf Hunde, die nicht mitdenken. Auf einen Schäferhundjungpubs in der Sturm und Drangzeit halt nicht.