Von wegen Fluchttier und Gericht auf dem Rücken und so weiter. Ist Reiten demnach überhaupt noch zeitgemäß?
Ich denke, würde niemand mehr reiten, würden die meisten Pferderassen aussterben mit Ausnahme der Minis und Schlachttiere.
Es ist wie bei den Hunderassen, die Nachfrage bestimmt das Angebot. Pferdehaltung ist unfassbar teuer geworden, da muss auch was "rumkommen" im Sinne von, der Mensch hat das Gefühl, er hat etwas, worüber er sich freuen kann und einen Nutzen.
Ich selber empfinde es als absolutes Geschenk, mit dem Pferd Übungen zu erarbeiten, wenn es "schnaggelt" beim Pferd und es kapiert was ich will von ihm und es motiviert bei der Sache ist und man sich für einige Momente als Einheit empfindet.
Das kann auch wirklich sehr schön aussehen und immer wieder aufs Neue eine tiefe Verbundenheit erzeugen.
Dann gibt es natürlich auch jene, für die das Pferd nur ein Vehikel ist um sich zu profilieren, die, ohne sich viel Arbeit machen zu wollen, das Pferd so hinbiegen, dass es ungefähr aussieht, wie es aussehen soll, aber dann ohne Esprit und mit hässlichen.und ungesunden Begleiterscheinungen wie durchgedrückter Rücken, hochgerissener Kopf und hervorquellenden Augen. Blut habe ich tatsächlich noch nie gesehen, aber im letzten Stall, wo wir kurz standen, viel schlechten Reitunterricht und viele unglückliche Mensch-Pferd Teams.
In der Turnierwelt bin ich so gar nicht drin, weiß aber, dass da ein unfassbarer Druck herrscht und es Pferde gibt, die absolut leistungsbereit sind bis zum Äußersten und aber auch Menschen, die das ausnutzen genauso wie Menschen, die das mit Sachkenntnis und Pferdeverstand in die richtigen Bahnen lenken möchten. Aber letztlich regiert auch da das Geld und die Tiere sind Mittel zum Zweck. Selten hat man noch Pferdemenschen der alten Schule, die die Ideale früherer Zeiten noch ausleben.