Wo ihr gerade vom Magischen Realismus sprecht (zu Lynch kann ich übrigens leider nichts sagen, sorry) - wie nennt man ein Genre, das eigentlich sehr realitätsnah ist, also eigentlich realistisch, aber in dem es Kleinigkeiten gibt, die, wie soll ich sagen, nicht ganz "passen"? Die man sich nicht so ganz erklären kann, oder Dinge, die man sich nur irgendwie erklären kann.
Eigentlich sollte ich das wissen, aber ich bin ratlos.
Ich weiß nicht mal, wie erklären, was genau ich meine. Am besten geht es wohl anhand von Beispielen:
Yann Martel - Life of Pi
Spoiler zu Life of Pi
(Welche Geschichte ist wahr? Was hat es mit dieser komischen 'lebenden', fressenden Insel auf sich? Man könnte behaupten, solche Inseln gibt es einfach, oder Pi halluziniert alles, weil er irgendwas Schlechtes gegessen hat auf seiner entbehrungsreichen Tour. Man könnte sagen, die ganze Story ist eine Metapher für etwas anderes (Tod seiner Eltern usw.), aber es könnte auch einfach so passiert sein.)
Nicholas Christopher - Eine Reise zu den Sternen
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Kleinigkeiten, wie, dass der Spinnenbiss verursacht, dass sie kaum noch schlafen muss über Jahre. Das könnte wirklich wahr sein... oder es stimmt auch einfach nicht.
Eowyn Ivey - Das Leuchten am Rand der Welt
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Der Kamm, der in der Stadt verloren geht und bei der Alaska-Expedition auftaucht. Der symbolische Rabe (ich mag Symbole, so platt sie auch sein mögen, sehr gerne). Sowas. Passieren diese Dinge wirklich oder bilden sich die Leute das ein (auch hier wieder: eine Reise mit vielen Entbehrungen)?
Eowyn Ivey - Das Schneemädchen
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ganz offensichtlich - gibt es Faina oder nicht? Ist sie wirklich ein 'Schneemädchen' oder ein ganz normales Kind?
Chloe Benjamin - Die Unsterblichen
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Wieso stimmen die Daten, an denen die vier sterben, wirklich mit den vorhergesagten überein? Schicksal? Oder so eine Art 'selbsterfüllende Prophezeiung'?
Vielleicht wird ja deutlich, was ich meine. Ich liebe solche Romane nämlich und würde gern mehr in die Richtung lesen. Sobald es zu offensichtlich phantastisch wird, ist es aber nicht mehr meins.
Ich hätte nicht gedacht, dass Jojo Moyes was für mich wäre, aber der Anfang klingt ganz interessant und nach meinem Geschmack.
Deshalb mag ich diesen Thread hier auch sehr.
Sie lebte auf dem Friedhof wie ein Baum. In der Morgendämmerung verabschiedete sie die Krähen und hieß die Fledermäuse zu Hause willkommen. In der Abenddämmerung tat sie das Gegenteil. Zwischen den Schichten unterhielt sie sich mit den Geistern der Geier, die sich in ihren hohen Ästen sammelten.
Arundhati Roy - Das Ministerium des äußersten Glücks
und die beiden letzten, ganz vergessen:
Es wird immer wahrscheinlicher, dass ich tatsächlich jene Reise unternehme, die meine Fantasie bereits seit einigen Tagen mit einer gewissen Ausschließlichkeit beschäftigt. Eine Reise, die ich, das sollte ich hinzufügen, allein unternehmen werde, in Mr. Farradays bequemen Ford, eine Reise, die mich, soweit ich das jetzt schon ermessen kann, durch einige der schönsten Gegenden Westenglands führen und mich immerhin fünf oder sechs Tage von Darlington Hall fernhalten wird. Die Idee zu einer solchen Reise geht, wie ich vielleicht erwähnen sollte, auf einen höchst liebenswürdigen Vorschlag zurück, den Mr. Farraday persönlich mir eines Nachmittags vor fast vierzehn Tagen machte, als ich gerade die Porträts in der Bibliothek abstaubte. Ich stand, wenn ich mich recht erinnere, gerade auf der Trittleiter und entstaubte das Porträt des Viscount Wetherby, als mein Dienstherr mit einigen Büchern hereinkam, die er offenbar ins Regal zurückzustellen beabsichtigte.
Kazuo Ishiguro - Was vom Tage übrig blieb
Ihm tun die Beine weh. An der Unterseite, wo Muskeln liegen, die man selten beansprucht und deren Namen er vergessen hat. Bei jedem Tritt stoßen seine Zehen an das Innenfutter der Turnschuhe, die fürs Joggen, nicht fürs Radfahren gemacht sind. Die billige Radlerhose schützt nicht ausreichend vor dem Scheuern, Henning hat kein Wasser dabei, und das Fahrrad ist definitiv zu schwer.
Zucchini nein, das war auch nicht ganz ernst gemeint. Wir haben ja die Erfahrung von unserem umgebauten Berlingo mit Vorzelt. Genau die von dir genannten Probleme machten es ungemütlich.
Bei uns dauert es noch etwas, bis wir wieder starten.
Ich denke mal, wie letztes Jahr, also Ende März, Anfang April. Da ist es dann schon gut ohne Heizung auszuhalten.
Och... es geht auch jetzt, nur ob man das möchte.
Ich muss ja noch erzählen, wo es uns letztlich hin verschlagen hat vorletztes Wochenende. Von Donnerstag Abend bis Montag Abend waren wir weg.
Der Plan bis Donnerstag Mittag lautete: Nationalpark Maasduinen (danke nochmal an tinkar für den tollen Tip!). Wir hatten da auch schon einen echt nett aussehenden kleinen Stellplatz rausgesucht.
Donnerstag Mittag ging ich mit unserer Staffel-Ausbilderin und den Hunden spazieren und sie überredete mich, doch spontan auch nach Österreich mitzukommen, wo sie ab Freitag für eine Woche im Hotel bleiben würde. Es war schon verlockend, der Gedanke an viel Schnee, aber die lange Fahrt (800 km) und überhaupt lohnt es sich ja nicht usw. ... der überzeugende Punkt war dann, dass noch zwei andere aus der Staffel auch nur für das Wochenende kämen - und es war ein Antrag geplant. Die darauf folgende Feier wollten wir uns dann doch nicht entgehen lassen.
Also spontan noch etwas dickere Klamotten gepackt und nachmittags los.
Abends haben wir kurz vor München auf dem kostenlosen Stellplatz von "Freistaat" übernachtet. Sehr empfehlenswert, es gibt Wifi umsonst, Entsorgung, Strom (für ein paar Euro) und ein paar Wege für kurze Runden mit dem Hund.
Als wir dann in Mühlbach am Hochkönig ankamen, fingen wir an etwas zu zweifeln. Das Hotel, auf dessen Parkplatz wir netterweise übernachten durften, liegt in Alleinlage als allerletztes Haus auf 1500 Metern und der Temperaturabfall zwischen München und dort war enorm. Stetig sinkende Temperaturen bis -12 Grad in der Nacht auf Montag waren vorhergesagt. Und wir haben ja noch keine Standheizung.
Und Schneeketten wären evtl. auch eine gute Idee gewesen. Naja, wir waren dann erstmal oben und der Plan war, am Montag zu schauen, wie wir wieder runterkommen.
Am ersten Abend (Donnerstag) war das Wetter noch sehr gut:
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Und was soll ich sagen, dank unserer sehr guten Schlafsäcke, der normalen Daunendecke darüber und noch einer Wolldecke haben wir überhaupt nicht gefroren. Im Gegenteil, es war super gemütlich und kuschelig warm. Und das bei der Aussicht.
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Wir hatten so eine tragbare Mini-Gasheizung mitgenommen. Damit waren wir aber sehr vorsichtig, immer nur kurz geheizt, während wir gleichzeitig gelüftet haben und natürlich anwesend waren, über Nacht gar nicht. Sie war aber für die Zeiten, die man sich tagsüber im Wagen aufgehalten hat, ausreichend.
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Irgendwie habe ich dieses ungemütliche, raue Wetter, wenn man sich rund um den Bus aufhalten musste (etwas aus dem Kofferraum holen usw.) auch genossen. Die meiste Zeit waren wir eh unterwegs.
Advantix o.ä. und Herzwurmprophylaxe kann ich nur wiederholen.
Am Gardasee fand ich es ebenfalls sehr hundefreundlich. Keiner hatte Angst vor unserem großen Hund, im Gegenteil. Obwohl es dort gefühlt nur kleine wuschelige Begleithunde gab. Auch im Restaurant hat sich jede Bedienung immer über den Hund gefreut.
Nachteil: es wurde auch davon ausgegangen, dass alle Hunde „lieb“ sind und „spielen“ müssen mit anderen Hunden und dass sich der Hund gern anfassen lässt. Also wir mussten viel (freundlich) blocken. Aber das hat man ja hier auch.
Möhren: Juni und Juli, verschiedene Sorten direkt draußen gesät
Rote Bete: mai und Juni, Jungpflanzen gesetzt
Mangold: Mai, Jungpflanzen raus gesetzt
Rosenkohl und Filderkohl: Juli, Jungpflanze
Lauch: August, September, direkt gesät
Frühlingszwiebeln: vorletztes Jahr September gesät, die haben den Winter, das komplette letzte Jahr und diesen Winter überlebt und treiben immer wieder aus
Besonders Frühlingszwiebeln, Mangold und Rosenkohl finde ich auf wenig Fläche ungeheuer ertragreich.
Ich kann verstehen, dass Dir Eure Hündin momentan noch nicht genug Wumms hat. Allerdings klingt es fast so, als läge das nur am fehlenden Wach- und Schutztrieb (und dass sie vielleicht nicht 'Dein' Hund ist)? Denn sie scheint ja sehr mutig, freundlich und gut motivierbar zu sein. (Wie unserer übrigens .) Dann warte wirklich mal noch ab. Pascow ist jetzt etwas über 3 und einige Sachen haben sich erst letztes Jahr gezeigt. Anfangs hat er auch nicht gemeldet, nun wufft er, wenn Fremde durchs Treppenhaus gehen.
Eigentlich finde ich die WSS super, wenn man keine riesigen Ambitionen hat. Total gut motivierbar für wirklich alle Bereiche, aber keine spezialisierten Spitzensportler. Wir machen Rettungshundestaffel, dazu gehört auch UO, und der Hund liebt es und macht total freudig mit. Ich könnte aber auch tricksen, canicrossen (machen wir ab und zu), scootern, longieren, ZOS, egal... er hätte auf alles Bock. Ich finde, gerade die motivierte Zusammenarbeit ist bei dieser Rasse gut gegeben, ohne dass man einen anstrengenden Spezialisten an der Backe hat.
Freunde von uns aus der Staffel haben eine Mali-Hündin (jetzt fast 6 Jahre alt, tatsächlich als Junghund zugelaufen und kein Besitzer gefunden). Sie wissen, was sie tun, sind verantwortungsvolle Hundehalter. Der Hund ist ausgelastet mit Rettungshundestaffel und Scootern und wirkt zufrieden. Und die beiden lieben das Kernige, gut Motivierbare. Dennoch sagen sie, es würde nicht nochmal ein Mali werden - der Schutztrieb nervt sie zu sehr. Sie haben Kinder und diese können halt z.B. nicht einfach problemlos Besuch empfangen, wenn der Hund nicht gemanagt wird. Wenn, klischeehaft, der Postbote kommt, würde die Hündin Hackfleisch machen, wäre sie nicht weg gesperrt.
Aber ich denke eigentlich, sowas ist Dir klar. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Du wirklich gerne was 'Griffigeres' hättest als einen WSS (vorausgesetzt, da kommt wirklich nichts mehr bei Hira) und Dich dann bestimmt auch gut informierst.
War nur eine kleine Hommage an die Schweizer und ein Appell, noch was abzuwarten.
Wirsing muss ich dieses Jahr unbedingt auch pflanzen. Ich bin so begeistert von Mangold, Möhren, Rosenkohl, Filderkohl, roter Bete, Lauch und Frühlingszwiebeln. Das können wir alles den ganzen Winter über ernten. Vorm Winter hatte ich Sorge, dass es überhaupt nichts geben würde und wir ohne Ende zukaufen müssten.