Hallo,
ich kann mich vielen Beiträgen nur anschließen, besonders @ThorstenDs, und dort besonders:
Ich würde definitiv einen Trainer darüberschauen lassen, der dich anleitet wie du dem Hund helfen kannst. Vorsichtig wäre ich bei der Auswahl des Trainers. Bei uns hat es nichts gebracht nur die Wattebauschschiene zu fahren, weil die Rasse ja so sensibel ist
. Genau so wenig half es aber auch die "Schäferhunde wurden schon immer so erzogen!" Schiene zu fahren.
Erst mit dem passenden Mix kamen wir voran.
Wenn ihr ein rassetypisches Exemplar habt, dann bringt euer Hund das wichtigste Werkzeug selbst mit: Will to please. An euch liegt es dann dem Hund zu zeigen, dass ihr viel interessanter seid als die Umwelt, ihm alternative Handlungsmöglichkeiten anzubieten und ihn zu stoppen, bevor er sich in irgendwas reinsteigert.
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Ich hoffe du hast ausreichend Sitzfleisch und nen gutes Buch. Schnapp dir den Hund, lass ihn sich lösen und hock dich z.B. einfach mal auf ne Parkbank und mach: NIX. Bis der Hund sich entspannt.Wir haben anfangs Stunden auf Parkbänken, neben Fußballplätzen, vor Schulhöfen oder am Bahnhof verbracht. Immer bis der Hund sich entspannt, das dann bestätigt und direkt mit dem Hund nach Hause.Ich hab hier auch son Schnüffler der sich gerne reinsteigert. Dann ist es vorbei mit der Leinenführigkeit oder der Ansprechbarkeit.
Gassi gehen (an der Leine) bedeutet hier Gassi GEHEN und nicht permanent mit gesenkter Nase von Haufen 1 zu Haufen 2 zu ziehen.
Beigekommen sind wir dem in 3 Schritten. 1. Aufmerksamkeit die dir der Hund schenkt direkt belohnen, 2. schnüffeln an der Leine zulassen solange es im Rahmen der gewünschten Leinenführigheit oder nach Freigabe stattfindet und 3. sich reinsteigern direkt abbrechen. Abbrechen funktionierte anfangs nur körperlich (Berührung an der Flanke) und später erst verbal.
Dein Hund würde bei mir Freilauf, Artgenossenverträglichkeit vorausgesetzt, ausschließlich in eingezäunten Flächen erhalten. Dies aber regelmäßig, damit Hundekontakt ein wenig die stressverstärkende Wirkung verliert.Außerhalb wäre er an der Führleine oder an der Schlepp, alles andere halte ist für extrem kontraproduktiv.
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halte ich für wertvolle Tipps. 
Beim letzten Punkt ist immer die Frage, ob/wie das am jeweiligen Wohnort überhaupt machbar ist (wäre es hier nicht, außer Hundeschule) und ob man das 'Risiko' eingehen möchte, die Problematik des Pöbelns durch einen unangenehmen Kontakt mit einem unbekannten Hund noch zu steigern. Ich würde eventuell eher auf Felder rausfahren, wenn möglich, und dort ableinen und den Hund powern lassen, da man eine gute Rundumsicht hat und rechtzeitig anleinen (!) kann. Ich glaube, dass es sehr wichtig für eure Hündin wäre, ab und zu mal Energie abzulassen.
Aber es geht ThorstenD ja eigentlich um die Regelmäßigkeit von Hundekontakten, damit diese nicht mehr so stressig sind. Vielleicht ist eure Hündin auch unsicher bei Hundebegegnungen, weil sie zu wenig Kontakte hat? (Habe ich das überlesen?) Möglich wäre so eine Art "Spielstunde" in der Hundeschule, wo man die Hunde in der Regel kennt und wo Trainer dabei sind. Oder vielleicht findet sich ja jemand hier im Forum, mit dem man sich mal treffen könnte?
Ansonsten würde ich aber auch nicht mehr ohne Schleppleine laufen lassen, wenn sie dann anderen Hunden hinterher sprintet. Das klingt nun auch nicht unbedingt nach Unsicherheit, oder? In Kombination mit der Schnüffelei auf dem Boden würde ich eher sagen, dass da eine andere "Baustelle" (Pubertät) dazukommt.
Unserer ist auch erstmal misstrauisch bei Fremden, die die Wohnung betreten. Nun haben wir das Glück, dass er dabei nicht bellt. Aber er musste auch von Anfang an auf seinem Platz bleiben, wenn Menschen in die Wohnung kommen. So hat er akzeptiert, dass er sich nicht darum kümmern muss. Nun kommt er halt irgendwann nach der Freigabe mal gucken und dann ist auch gut.
Insgesamt würde ich...
- versuchen, eine/n Trainer/in zu finden, der/die sich selbst methodisch flexibel auf euch einstellen kann,
- ganz viele Pausen mit reinem Gucken und Entspannen aus der Ferne verbringen, ganz viel Zeit geben, evtl. 'Zeigen und Benennen' machen,
- auf Spaziergängen nur kurze Einheiten Leinenführigkeitstraining machen,
- unerwünschtes Verhalten wie Schnüffeln (während des Trainings) und Pöbeln abbrechen und Alternativverhalten aufzeigen - da findet ihr evtl. einen Weg mit Trainerhilfe,
- dem Hund die Möglichkeit geben, Energie loszuwerden, aber bei uneinsichtigen Spaziergängen an die Schlepp nehmen,
- Deckentraining (für Besuch) anfangen.
Das wird schon. Das sind ganz tolle Hunde. 