Beiträge von WeisseSchwalbe

    "Das Schneemädchen" hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Ich bin sehr hin- und hergerissen, wie ich das Buch finde. Wobei ich sagen muss, direkt nach Beenden des Buches war ich nicht begeistert, nach einigem Nachdenken sehe ich es doch wieder positiver.

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    Leider nahm, wie anscheinend bei einigen hier, mein Gefallen im Laufe des Buches ab. Den ersten beiden Teilen oder Dritteln konnte ich einfach noch viel mehr abgewinnen.

    Eigentlich ist die Story genau 'mein Ding': die verschwommene Grenze zwischen Realem und Fantastischem. Handelt es sich bei dem Mädchen um einen Menschen oder nicht? Könnte man das Kind rational erklären?

    Es ist gut geschrieben. Den Anfang finde ich beeindruckend - das Schweigen, das zwischen den bedrückt kinderlosen Eheleuten ausgebrochen ist, ist schon fast zu hören. Gekoppelt mit der Kälte und Stille Alaskas, die wirklich großartig beschrieben ist.

    Aber hallo! Ich konnte das Land beim Lesen wirklich erleben. Wie auch tinybutmighty schrieb:

    Alaska erwacht da vor einem inneren Auge wirklich zum Leben, ich höre das satte Knirschen des Schnees über mir, sehe den Fluss in seiner scheinbar bodenlosen, rauschenden Schwärze, spüre, wie mir die Winterkälte ins Gesicht schlägt...

    Beim Lesen wurde mir wunderbar kalt (schön eingemummelt in eine Decke):schneewerfen:und ich fühlte mich, als würde ich mich selbst mit Jack mühsam durch den Schnee und eine bedrückende Stille kämpfen, die Hänge hinauf, schwitzend, beobachtet, während alle Geräusche rund um mich verschluckt werden außer das Knirschen meiner Schritte.


    Zum Auftauchen des Mädchens bis (ca.!) S.118:
    Zitat von Marabea

    Wunderschöne Landschaftsbilder, berührender Überlebenskampf in der Wildnis Alaskas, sympathisches Protagonistenpaar, bewegende Nachbarschaftshilfe bzw. Freundschaften..., alles super, gäbe es nicht dieses merkwürdige Mädchen.

    Als das Mädchen zum ersten Mal auftaucht, ist für mich noch klar: das ist Einbildung. Alles spricht für mich dafür:

    Ihre Spuren bewegen sich nur vom Schneemann fort, nicht hin (vgl. S. 67) und Jack und Mabel erblicken beide das Mädchen zum ersten Mal, als sie geschlafen haben und "das Wetter umgeschlagen" (S. 63) ist/es eine "Veränderung" (S. 72) im Wetter gab.

    Sie sehen außerdem anscheinend unterschiedliche Spuren: Jack sieht Fußabdrücke (vgl. S. 64), Mabel Stiefelabdrücke (vgl. S. 70) - oder ist das ggf. eine Ungenauigkeit der Übersetzung? Jedenfalls fand ich das sehr irritierend. Falls nicht, würde das für mich für unterschiedliche Wahrnehmungen sprechen, für eine ähnliche, aber unterschiedliche Halluzination, einen gemeinsam geschaffenen Traum. Die beiden haben das Mädchen ja geradezu gezeugt, indem sie nach dem Bauen des Schneemanns miteinander schlafen (vgl. S. 61).

    Einige Wochen lang scheint das Mädchen nicht greifbar. Niemand berührt sie, auch wenn Mabel es sich so sehr wünscht; sie hinterlässt kaum Abdrücke im Schnee (scheint eher auf dem Schnee zu gehen, so leicht ist ihre Gestalt), sie macht keinerlei Geräusch beim Laufen durch den Wald (vgl. S. 116). Ist sie wirklich da? Ihre Spuren sind bereits wenige Momente nach ihrer Anwesenheit wieder verwischt: "Noch während [Mabel] zum Stall ging, verwehte der wirbelnde Schnee ihre Fußstapfen und auch die vom Kind und Fuchs. Sie sah keinen toten Vogel und keine Blutflecken, als sie an der Stelle vorüberkam - auch sie waren verschwunden." (S. 75) Schneeverwehungen und -stürme vernichten stets die Beweise für ihre Existenz, auch wenn es von den Nachbarn heißt: "'Schneesturm? Es hat seit Wochen keinen...'" (S.99). Also bilden sich Mabel und Jack doch alles nur ein? "Es war phantastisch und unmöglich, aber Mabel wusste, es war wahr" (S. 110). Ich persönlich mag dieses nicht-sicher-wissen sehr.



    Ab (ca.) S. 118:

    Mir ging es dann ähnlich wie einigen hier: der Zauber verfliegt ein wenig, als das Mädchen die Hütte betritt und anfängt, am Alltag der beiden teilzunehmen.

    Zitat von Marabea

    Ist das Mädchen ebenso tot wie sein Vater und erscheint nur so real (sodass Reden, Essen, Berührungen etc. „gesehen oder erfahren“ werden können), weil der unerfüllte Kinderwunsch so quälend war und ist?

    Du sagst es - plötzlich spricht das Mädchen mit den beiden, es nimmt an ihren Mahlzeiten teil, es wird sogar berührt. ("Mabel berührte mit den Fingerspitzen ganz leicht die Haare des Mädchens. Vielleicht war es doch kein Traum." S. 123) An diesem Punkt fing ich ganz leicht an, mich zu sträuben, hatte ich mir doch fest vorgenommen, das Mädchen als Illusion zu sehen. xD Festgefahren, wie ich bin, habe ich es mir dennoch weiterhin als Traum der beiden erklärt - auch Berührungen usw. könnten sich die beiden einbilden (bzw., berührt Jack sie überhaupt?), weil, wie Marabea sagt, der unerfüllte Kinderwunsch sie extrem quält.

    Die erste Situation am Esstisch fand ich auch bizarr: "Als Jack und Mabel zu essen anfingen, aß auch das Mädchen. Sie nahm einen Schiffszwieback in die Hand, schnupperte vernehmlich daran und legte ihn wieder hin. Mabel lachte. "Ich stimme dir zu", sagte sie und legte ihren eigenen Zwieback beiseite." (S. 123) - Das wirkt auf mich wie eine Spiegelung. Beobachtet sich das Ehepaar sozusagen nur selbst? Haben sie tatsächlich den von den Nachbarn beschriebenen "Hüttenkoller" (S. 99)?

    Und dann kommt die Geschichte des toten Vaters dazu. Der Vater ist Russe, da ist die Verbindung zum russischen Märchenbuch...

    So, kleine Pause - mein Laptop beschwert sich lautstark über die Schneeverwehungen im Dogforum. :schneewerfen_wald: So schön das ist, aber das schafft er nicht mehr lange. xD

    Oder im Gewürzladen. Hier gibt es ein oder zwei auf Gewürze spezialisierte Geschäfte.

    Wir haben unseres von einer Kette, die Essige, Öle, Schnäpse usw. abfüllt und auch das ein oder andere „Besondere“ hat, meist als Geschenk, z.B. Vom Fass oder Barrique oder wie sie alle heißen.

    Ich habe mir überlegt, dass ich immer, wenn etwas vegan ist, ein V hinter den Namen setze. Vegetarisch ist es ja eh, aber dann kann man direkt erkennen, ob es zum Nachkochen für einen interessant wäre. :smile:

    Minipizzen mit Kürbis-Parmesan-Creme, belegt mit roter Bete, dazu Feldsalat

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    Möhren-Mangold (alles von der Terrasse :D)-Dinkel-Gemüse, dazu Brot mit rote-Bete-Aufstrich (der weg musste) V

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