1. Ihr habt diesen Hund nicht gerettet. Er war in einer Organisation, die ihm die Grundbedürfnisse erfüllt hat. Die Orga hat ihn gerettet, ihr habt ihn aufgenommen, gekauft, ausgesucht, whatever. Nicht einmal adoptiert würde hier passen.
2. Verantwortung, richtig. Nettes Wort. Mit verflucht viel Bedeutung.
Bedeutet ganz konkret, dass man sich bewusst ist, welches Risiko wann von diesem Hund ausgeht und es auf ein absolut nicht mehr zu verringerndes Maß herunterregelt und die dann noch entstehenden Konsequenzen trägt.
In eurem Fall ist genau das schwierig, weil das mit euren Wünschen und Plänen kollidiert und ihr teilweise nicht einmal bemerkt, was das Problem ist oder damit nicht umgehen könnt/wollt.
In dem Beispiel mit Silvester:
Der Hund hatte Angst und Stress. Das habt ihr gesehen. Ihr hattet aber keine Handlungsoption, wie man damit umgeht und habt euch leichtsinnig in Gefahr gebracht. Doppelt leichtsinnig an die Grenze des dämlichen, wenn man bedenkt, dass ihr wisst, dass der Hund zum Zahneinsatz neigt. Und das muss ich so direkt sagen.
Das Gehirn hat 4 Reaktionswege auf massiven Stress. Jerry’s Weg ist der Kampf. Wäre das neu, wäre es blöd gelaufen, aber ihr WUSSTET das.
Mein Butterblümchen Schäferhündchen, der niemals nicht auch nur einem Teppichfussel gefährlich wird, trägt beim Tierarzt bei potentiell unangenehmen Untersuchungen und Behandlungen einen Maulkorb. Immer. Better safe than sorry.
Sein Weg ist die Flucht. Geht das nicht, weil jemand ihn festhält, lege ich meine Hand nicht ins Feuer, was dann passiert. Darum hält den niemand fest, wenn er Stress hat. Außer mir und auch nur gesichert.
Was hättet ihr besser tun können?
Vor allem Denken. Für euren Hund denken. Nach vorne denken.
Silvester ist ein festes Datum, es ist bekannt, dass es da knallen wird und absehbar, dass es trotz Verbot knallen wird. Bei einem neuen Hund treffe ich Vorkehrungen, ich bereite meine Wohnung vor, dass der Hund Rückzugsorte hat, spreche ggf je nach Hund mit meinem Tierarzt, besorge mir Thundershirts, Eierlikör, whatever helps.
Kommt er dennoch in Stress, kann man Kontakt anbieten, aber nicht aufzwingen. Immer einen Rückweg lassen.
Bei euch lies sich alles danach, dass ihr sehr leichtsinnig an Entscheidungen ran geht.
Feier? Naja, geht der Hund halt in die Box so lange.
Stress? Naja, bisl Trost wird es schon richten.
Beißen bei Besuch? Naja, aber er will ja so gerne dabei sein, Maulkorb drauf und gut ist.
Dafür habt ihr aber den grundfalschen Hund. Wer da verantwortlich ist, ist egal, SO wird es nicht gehen, es wird früher oder später gewaltig knallen. Noch warnt Jetry euch nur