Beiträge von Munchkin1

    Ihr betont das Wort Leichtführig falsch. Die Betonung liegt auf der Silbe -führig, nicht auf dem leichten.

    Schäferhunde sind tolle Hund, ich liebe dieses Engagement, den Willen, dieses egal was ist, ich will was tun. Und wenn ich dabei drauf gehe. Also alle Eigenschaften, die einen Gebrauchshund ausmachen.

    Aber das bedeutet im Gegenzug auch, dass ich diese Eigenschaften lenken muss.

    Ich erzähle dir mal ganz genau, wieso:

    Mein Hund, intakter Rüde, 3,5 Jahre kommt aus einem Leistungszuchtwurf. Tolle Hunde, allesamt. Bin hellauf begeistert.

    Als ich ihn ausgesucht habe, hielt mir der Züchter zwei kleine Jungs hin und sagte, dass ich mir mit meinen Ansprüchen von den beiden einen anhand Sympathie und Optik aussuchen könnte, beide sind charakterlich wie ein Ei und das andere.

    Einige Jahre später ist einer der beiden (A) im Sport geführt mit Prüfungserfolgen, wohnt einer der beiden Hunde im Kinderheim mit traumatisierten Kindern in einer Großstadt und hat bislang jeden Paketboten von Hundeangst therapiert, der andere Hund (B) hat diverse Beißvorfälle hinter sich, verlässt sein Grundstück nicht und treibt die Besitzer in den Wahnsinn.

    Beides derselbe Wurf.

    Und um das Spielchen auf die Spitze zu treiben - beide Hunde kenne ich bei der Arbeit mit anderen Menschen. Hund B wird bei der Arbeit mit einer kompetenten Person lenkbar. Nicht ungefährlich, aber er kann sich konzentrieren und „funktioniert“, wenn auch unter Aufsicht und Sicherung. Zuhause geht das Spiel dann aber von Neuem los.

    Hund A zeigt bei kompetenten Personen dasselbe Verhalten wie beim Halter, lässt man aber jemanden an den Hund, der diesen nicht führen kann, macht der Hund schlichtweg Blödsinn.

    Quintessenz dieses Romans:

    Einen Gebrauchshund, der in einer Familie lebt und problemlos führbar ist, kann man haben. Wenn man bereit ist, sich auf das Wesen dieser Hunde einzulassen und MIT ihnen zu arbeiten. Tut man das nicht, hat der Hund keine Orientierung, keine Stabilität, keine Struktur, dann geht das Ganze massiv schief und wo das bei einem Kleinhund vlt nur nervig ist und belächelt wird, kriegt man bei einem Gebrauchshund ein monstermäßiges Problem.

    Zur Erklärung der Coronazeit hier in diesem Thema:

    Während weite Teile der Bevölkerung sich Sorgen machen, wie sie ihren Lebensunterhalt sicherstellen sollen so zwischen Entlassung, Kurzarbeit und sozialer Isolation wütet immer noch ein Virus zwischen uns, dass den Alltag maximal möglich verkompliziert und einfach Angst macht, nach wie vor.

    Und auf dieser Grundlage liest man von einer versauten Hundefrisur und den heftigen emotionalen Reaktionen der Halterin.

    Jupp, ich gebe zu, auch meine erste Reaktion war ein Augenrollen.

    Und ich schäme mich nicht dafür, weil ich im Thema nicht drin sitze und es für Laien wie ein Modepüppchenproblem wirkt, wenn der Fifi eine unpassende Frisur bekommt. Erst, wenn man sich reingelesen hat, wenn man von den gesundheitlichen Aspekten mitliest, dann macht die Sorge deutlich mehr Sinn.

    Ich kann nur ansatzweise aushelfen. Mein Hund hat auch ein Doppelfell, also Unterwolle und Deckhaar, aber als Schäferhund etwas anderes Doppelfell, nur ein halblanges. Da er regelmäßig Böut spendet wird immer wieder eine Stelle am Hals ausgeschoren. Die wächst nach, das dauert jedoch. Ich würde tippen, sicherlich 3-6 Monate, bis es nicht mehr sichtbar ist. Sobald die ersten Haare sprießen, creme ich etwas, damit es nicht juckt. Stelle ich mir so vor, wie bei uns nach dem rasieren, wenn die Stoppeln kommen. Wenn die Fläche bedeckt ist, mache ich gar nichts mehr.

    Auf dem Bild ist dein Hund ja von Fell bedeckt (bis auf die Ohren), also keine richtigen nackten Kahlstellen. Bauch und Beininnenseiten sind der Sonne nicht sonderlich ausgesetzt. Jetzt im Frühjahr, sofern es grade nicht kalt ist, würde ich nichts anziehen, die Sonne hat noch nicht so viel Wärme, dass es ernsthaft schaden könnte. Aber zur Fellpflege lasse ich gerne Profis den Vortritt

    Mich würde ja interessieren, was der Hund denn ganz konkret macht, wenn du die „Videoanleitung“ befolgst?

    Ich habe nämlich so ein bisschen ein Bild vor Augen, wo der Hund schlichtweg etwas mehr Zeit braucht.

    Als ich mit meinem Schäfi das Verweisen von Gegenständen für die Fährte geübt habe, kam ziemlich am Anfang irgendwann der Punkt, da wurde der Herr kreativ und hat einfach mal alle möglichen Verhaltensweisen gezeigt, von Bellen über Kratzen bis hin zum anknabbern bis dann irgendwann der Punkt kam, an dem der Herr sich meckernd hingeworfen hat und DANN gab es den Keks. Da war die Devise warten, bis er gewünschtes Verhalten anbietet und dann belohnen. Konnte auch mal etwas dauern - mein Hund ist teilweise sehr kreativ und stur wie ein Esel.

    Sonst hätte ich gesagt, zerleg dir die Übung in winzige Stückchen - folgen der Futterhand mit dem Blick, folgen mit dem Kopf, aus dem stehen Hand rauf zum sitzen, Hand runter zum folgen nach vorne, dann nach hinten

    Ich hab da mal kurz reingeluschert in das Video:

    Imho ist das kein IGP Problem, sondern ein Trainingsproblem, was sich auf jeden beliebigen Zweig des Hundesports 1:1 übertragen ließe. Und ich gehe noch weiter - nicht nur auf den Hundesport, ebenfalls auf den Reitsport.

    Immer dann, wenn Menschen ihr Ego damit booster, was sie alles können, geschieht genau sowas. Wenn um jeden Preis Leistung erfolgen muss. Wenn man keine Zeit/Lust/Nerven/Können/Geld hat, um ordentlich auszubilden.

    Die Idee, hier massiv einzugreifen ist richtig, aber der Weg ist falsch.

    Es ist falsch, einen Sport zu verbieten, der artgerecht und verhaltensspezifisch auslastet, weil manche Menschen ihren Verstand und ihre Empathie zuhause vergessen und den Hund mit einer Maschine verwechseln, die zu funktionieren hat, sonst...

    Tja, aber was wäre nun der bessere Weg?

    Oder der goldene Weg?

    Ich wäre jedenfalls ab vom Kollektivverbot und definitiv in Richtung Individualstrafe.

    Die Kontrollmöglichkeit ist ja bei beiden Varianten bestenfalls fragwürdig - wer sich drüber wegsetzen will, kann es tun und wird es tun

    Mailo war am Umzugstag selbst mit mir trainieren, meine Eltern haben das Umzugsteam kommandiert, alles war im Vorfeld abgesprochen und organisiert.

    Die ersten Tage Garten nur an der Schleppleine, er ist beim ersten Gartenbesuch wie eine gehängte Sau gerannt und gerannt und gerannt, das musste ich unterbinden.

    So war das Ideal für alle Beteiligten

    Wir haben nur minimal renoviert, also gestrichen, Treppenstufenteppiche neu verklebt, etc.

    Dafür haben wir Mailo abgetrennt, wäre es mehr gewesen, hätte ich ihn lieber nicht im Haus gehabt

    Wichtig für uns war: so wenig neues wie möglich. Heißt ich habe ihn in die fertige neue Umgebung gesetzt und dort ankommen lassen. Hätte ich ihn den Ort erst noch in drölfzig Zuständen und Variationen sehen lassen, hätte ihn das verwirrt