Ok, also mal klein gedröselt:
Den Gebrauchshunden ist gemeinsam, dass sie solche Dinge wie zB Wachen, Schützen, Hüten tief genetisch verankert in ihrem Wesen haben. Da gibt es noch etliche mehr.
Heißt, sie werden wachen, schützen, hüten.
Jetzt können wir diesen Hunden die Möglichkeit dazu geben, indem wir ihnen Aufgabenbereiche geben, in denen das möglich ist, also sprich Schafe hüten lassen, Grundstücke bewachen lassen oder im idealen Regelfall - einen Sport geben, wo sie genau das ebenfalls dürfen. Bei Schäfern sagt man gerne IGP, Obedience wäre auch eine Idee.
So ausgelastet sind diese Hunde wirklich nett und zufrieden.
Wenn sie aber ihr dringendstes Bedürfnis nach Arbeit nicht in geordneten Bahnen ausleben können, suchen sie sich Ersatzbefriedigungen. Im harmlosesten Fall treiben sie die Besitzer in den Wahnsinn und demolieren das Haus. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich das genetische Verhalten dann eben 1:1 unkontrolliert zeigt - Radfahrer jagen, Besucher stellen, Familie hüten. Dann wird der Alltag zum Spießrutenlauf, weil tendenziell alles als Anlass für eine Ersatzbefriedigung genutzt werden kann - Autos, Gehstöcke, Kinder, Fahrräder, Katzen. Teils wird der eigene Mensch kontrolliert und eingeschränkt. Und ja, die Schätzchen wissen um die Argumente in ihrem Maul.
War das plastisch genug?