Ich freue mich jedes Mal, wenn jemand tatsächlich mal auf die Körpersprache der Hunde achtet, seine Erziehung ernst nimmt und für seinen Hund dann die passende Verantwortung übernimmt. Und nicht alles auf den anderen abwälzt.
Ich mag die Halter, die ihre Hunde anleinen oder festhalten, wenn wir uns angeleint nähern.
Die ein Spiel, auch ein körperbetontes Spiel, von einer Risikosituation unterscheiden und passend reagieren können.
Die vorausschauend laufen und Gefahrensituationen vermeiden.
Da hatte ich heute zwei Negativbeispiele:
Mit der einen Hündin (OEB, etwa 6 Monate, mehr breit als hoch) sind wir seit Welpenalter immer wieder zusammen gerasselt, da die Teenie-Halterin leider absolut verantwortungslos ist.
Heute wieder - die Tonne zieht das Mädel quer über den Gehweg, kein Wunder, wenn Madame auch mit einer Hand am Handy tippt und den Blick nicht nach vorne hat.
Ich lasse Mailo absitzen, damit er seine Hormönchen sortiert kriegt und nicht wie eine Wildsau hin zerrt. Das Mädel bleibt derweil (ungelogen) 3m vor uns stehen, tippt im Wechsel auf dem Handy und schaut zu uns rüber. Ihr Hund zerrt in unsere Richtung und sie nähert sich uns, hat in der Form auch keine andere Wahl so einhändig halbherzig.
Ich kümmere mich darum, dass Mailo ruhig bleibt und nicht aufspringt zum hinrennen, sie kommt bis auf einen Meter näher.
Ich blocke die Begegnung, Mailo versteht nicht, warum die Hündin röchelnd zu ihm zieht und er sitzen soll. Das Mädel offenbar auch nicht. „Jetzt stehen Sie im Weg, sie wollte da hin.“
„Richtig und das will ICH nicht. Ich erziehe meinen Hund und entscheide damit, wann und mit wem er Kontakt hat.“
Sie stand dann noch eine Weile reglos da, wohl in der Hoffnung, dass ich es mir anders überlege. Ich habe derweil mit Futter meinen Hund wieder auf mich konzentrieren können und bin dann gegangen, während sie mir noch „Zicke“ hinterher gemurmelt hat.
Die Zweite Begegnung war auf der Gassirunde. Mailo an der Schlepp, vor uns ein weißer Wuschel unangeleint.
Ich lasse Mailo wieder absitzen und auf mich konzentrieren, in der Hoffnung, die Halterin geht vorbei oder leint an oder tut sonst was sinnvolles.
Öhm nö, tut sie nicht.
Ihr Hund auf meinen zu, ich wieder geblockt.
Da kriege ich zu hören „Ja, richtig so. Sie mag Schäferhunde nicht so, da kriegt sie immer was aufs Dach wenn sie die anbellt, da müssen die Halter der großen halt auf meinen Kleinen aufpassen.“
Hmm ja nee, seh ich nicht so. Wenn so ein Wischmopp auf Pfoten meint, einen gut 3x so großen Hund ankieken zu müssen, dann muss der Halter des Wischmopps eben mit einer Reaktion des Großen rechnen und entweder den stänkernden Hund sichern oder mit den Konsequenzen leben. Ich wüsste nicht, wieso ich suizidgefährdete Kamikaze-Ratten vor Ihrem selbstgewünschten Schicksal schützen sollte.
Mailo fängt NIE eine Käbbelei an und ich will, dass das so bleibt. Bislang musste er sich auch nicht allzu oft wehren und wenn, war es immer in Fällen, in denen er sehr souverän eine Ansage gemacht hat, die zugegeben sehr furchteinflößend wirkt, aber NULL Schäden beim anderen Hund verursacht.
Und auch das soll bitte so bleiben.