Ich würde sagen: entspann dich. Einen Hund zu haben, ist (zumindest für mich) das Schönste auf der Welt. So schwarz wie alles gerne gemalt wird, ist es nicht und ihr habt doch ziemlich optimale Bedingungen.
Die allermeisten Hunde können es problemlos lernen, einige Stunden allein zu bleiben... Und 4 Stunden sind jetzt echt nicht viel. Hunde, die das nicht können, sind wirklich die absolute Ausnahme oder haben es einfach nicht vernünftig gelernt. Außerdem habt ihr doch sogar die Möglichkeit den Hund mit zur Arbeit zu nehmen (und für einen kleinen Begleithund ist es ganz sicher kein Problem, einmal die Woche ein paar Stunden Zug zu fahren, schon überhaupt nicht, wenn er es als Welpe lernt).
Ich kann gut verstehen, dass ihr bei dem Tierheim Hund, den ihr zuerst bekommen habt, unsicher geworden seid.... Es ist nicht witzig, wenn der als nett angepriesene Hund plötzlich anfängt gegen einen zu Schnappen oder die Katzen anzugehen, schon gar nicht, wenn noch ein Kind im Spiel ist. Ich habe selbst eine ähnliche Erfahrung gemacht.
Meine erste Hündin, ein Hollandse Herder Mix aus dem Tierheim, war einfach toll. In Retrospektive betrachtet war es recht mutig, uns so einen Hund zu geben, als Familie ohne Hundeerfahrung, bei der ich (mit 12 Jahren) die Hauptbezugsperson für den Hund werden sollte. Aber das war damals in Frankreich und die nahmen es nicht so genau mit der Vermittlung. Sie war echt der tollste Hund der Welt und zwar nicht gerade einfach, aber sie hat mir viel beigebracht und hat Gott sei Dank nie Aggressionen gegenüber Menschen gezeigt.
Meine zweite Hündin hat mich dann trotz 10 Jahren Hundeerfahrung anfangs zum Verzweifeln gebracht. Sie wurde mir auch als "eigentlich nett, aber nicht erzogen" vermittelt. Ich wusste, dass das so nicht ganz stimmt, habe aber 1a unterschätzt wie heftig sie sein kann. Als sie das erste Mal nach uns geschnappt hat, war ich schon gestresst. Als sie das erste Mal die Katzen killen wollte, weil sie beim Fressen in den selben Raum gekommen ist, war ich schockiert. Und als sie versucht hat den Pudel unserer Nachbarn zu zerlegen, war mir wirklich klar, was ich da für ein Kaliber an der Leine habe. Wäre ich Ersthundehalter gewesen, hätte ich sie abgegeben, ohne Frage.
Der Punkt ist aber, das läuft nicht immer so. Es gibt ganz tolle Tierschutz Hunde und es gibt wahnsinnig tolle Welpen vom Züchter. Wenn ihr euch eine unkomplizierte Rasse und einen seriösen Züchter aussucht, vorher ein paar gute Bücher lest (ich empfehle Patricia McConnell - Das andere Ende der Leine, Karen Pryor - Positiv verstärken, sanft erziehen (bzw generell fast alles von ihr, wenn du Englisch sprichst) und speziell im Hinblick auf Welpen Social, Civil and Savvy von Laura Vanarendonk Baugh, leider auch nur auf Englisch) und du dir eine gute Hundeschule oder einen guten Trainer für ein paar gute Ratschläge für die erste Zeit suchst, bin ich eigentlich überzeugt davon, dass ihr das super hinkriegt.
Und ja, es gibt auch die super unkomplizierten, netten Hunde im Tierschutz. Ich würde dir raten, dir gute Tierheime/Tierschutzvereine empfehlen zu lassen, mit denen andere gute Erfahrungen gemacht haben. Ich habe mit meinen aktuell 3 Hunden alles durch, die super kompetenten, ehrlichen Tierschutzvereine und die schwarzen Schafe, die einfach nur ihre Hunde an irgendwen loswerden wollen und jeden Mist erzählen würden. Ein gutes Indiz ist meistens, wenn auf der Homepage nicht alle Hunde als lieb, nett, unkompliziert beschrieben werden, sondern auch klar die möglichen Baustellen angesprochen werden.
Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du dich irgendwann durchringen kannst, es wieder mit einem (passenden) Hund zu versuchen. Sie bereichern das Leben schon sehr.