Beiträge von Vrania

    Bzgl. Welpengruppen: eine gut moderierte Welpengruppe ist super und definitiv wertvoll. Aber ich würde dabei beachten, dass viele Hundeschulen und gerade Hundesportvereine Leute mit keiner richtigen Trainerausbildung und/oder wenig Ahnung die Welpengruppen leiten lassen. Also selbst wenn du da einen Trainer hast, der Hunde ganz gut einschätzen kann und nicht das Chaos toben lässt, oft geben die sehr fragwürdige Ratschläge und Erklärungen, wenn es um Sachen außerhalb der Welpengruppe geht.

    Mein Lieblibgssatz in Lumis Welpengruppe war ja "Wenn 2 oder mehr Hunde zusammen sind, ist das ein Rudel. Wenn dann noch Menschen dabei sind, ists eine Meute." 🤣 Das ist natürlich eine Aussage, die keinen Schaden anrichtet, aber vieles was dort empfohlen wurde eben potentiell schon.

    Hier gibt's 2 getrennte Modi:

    Bleib in meiner Nähe 5-10 m, wir machen gemeinsam was. Heißt ich frage regelmäßig Tricks ab, belohne Check Ins und in der Nähe bleiben hochwertig, lasse Leckerlis suchen, zergel kurz oder zeige dem Hund interessante Stellen und dazwischen darf Hund im Radius sein Ding machen. Ist aber halt immer in der Erwartungshaltung "es könnte jederzeit eine Gelegenheit geben was abzustauben oder gemeinsam Spaß zu haben".

    Und dann gibt's die Freigabe für "Lauf und mach dein Ding". Da kann Hund seinen Radius selbst wählen, in Ruhe schnüffeln und rennen wie er will und bekommt nur Signale, wenn es notwendig ist. Also Warte, Weiter, Hier und Sitz. Check Ins lobe ich auch, belohne sie aber nicht so hochwertig und gebe den Hund sofort aktiv wieder frei.

    Das können meine Hunde sehr gut unterscheiden und freuen sich sogar, wenn ich den engeren Radius einfordere. Grundsätzlich gegen den "natürlichen" Radius abarbeiten finde ich auch eher sinnlos und frustig.

    Mein Zwerg schläft auch am liebsten unter/auf dem Drehstuhl, wenn ich am Rechner bin. Er will halt nah bei mir sein. Ich find das eher süß und mich stört es nicht. Natürlich kannst du das verbieten, aber ich würde nicht die Frage "wer erzieht wen" im Vordergrund sehen, sondern die Information draus ziehen, dass sie im Moment ein hohes Bedürfnis nach deiner Nähe hat. Und schauen, wie man das anderweitig befriedigt kann. Unser Pinscher hat zum Beispiel einen Schlafplatz auf einem Stuhl neben meinem Mann. Da kann er zwischendurch gestreichelt werden und fühlt sich sicher.

    Ich finde, du hast da genau das richtige Gefühl. Wenn du merkst, dass im Hundehirn nichts mehr ankommt und die Impulskontrolle dünn wird, ist es Zeit aufzuhören. Ich persönlich breche, wenn ich nicht verpenne, schon 5 Minuten früher ab. Nämlich dann, wenn es noch gut läuft. Gilt auch für alles, was wir machen. Man bekommt ja mit, wenn der Hund müde und/oder unkonzentriert wird. Und dann kann/sollte man auch nichts erzwingen, sondern die Übung positiv beenden und es gut sein lassen.

    Klar KANN man trotzdem weitermachen, aber der Hund lernt dabei nix Sinnvolles und es sorgt bei allen Beteiligten nur für Frust.

    Kommt doch darauf an, WO Du bist.

    An Straßen, auf Wegen, wo viel los ist - klar, dann ist Leine besser!

    Aber, auf eigenem Grundstück, welcher sicher eingezäunt ist, oder irgendwo in der Pampa, wo nichts los ist, was spricht dagegen, den Knirps mal laufen zu lassen? :ka:

    Wie gesagt, ist ist IMMER Situationsbezogen! Diese Tipps sind nicht falsch, nur eben angepaßt. Auf die Umgebung, der Situation, wie der Hund so drauf ist, und so weiter.... :ka:

    Laut den Quellen mit den unterschiedlichen Tipps gibt es da keine Unterscheidung sondern eine klare Regel: Draußen = Leine. Auch auf ruhigen Feldern oder so wisse man nie, was den Welpen verschrecken könne und er ausbüchst. Klar, in einem sicher eingezäunten Bereich wie dem Garten ists was anderes.

    Einfach nein. Für die allerallermeisten Welpen gilt: Gerade solange der Welpe noch klein ist, hat er einen extrem kleinen Radius. Und versucht den Anschluss zu halten. Dass ein Welpe wegläuft, weil er sich erschreckt, halte ich für fast ausgeschlossen. Ein normaler Welpe wird Schutz bei dir suchen, wenn er sich erschreckt. Und wenn er generell munter, aufgeschlossen und gut aufgezogen ist, würde ich mir da GAR keine Sorgen machen. Bei einem Hund aus dem Auslandstierschutz wäre ich da bei dir, aber bei einem Welpen vom Züchter ist das einfach Unsinn.

    Wenn es dich beruhigt: mach eine lange Wäscheleine ans Geschirr als Schleppleine. Und lass die dann auch einfach schleppen. Sollte der Hund durchstarten, könntest du immer noch die Leine greifen. Und ganz ehrlich, einen 10 Wochen alten Mops hole sogar ich ein 🤣

    Ich finde es wichtig, dass der Welpe Freilauf kennenlernt und gleich merkt, dass es sinnvoll ist, sich an dir zu orientieren. Wenn er größer ist, wird auch der Radius größer und andere Dinge interessanter. Mein 6 Monate alter Husky Junghund hat seit ein paar Wochen meistens ne Schlepp dran, sicherheitshalber, aber vorher ist er immer frei gelaufen.

    Eine allgemeine Anmerkung von mir :)

    Ich würde bei einem Welpen nicht in "Gassirunden" oder Metern oder Minuten pro Lebensmonat denken. Mach einen klaren Unterschied zwischen "raus zum Lösen", dabei würde ich weder trainieren noch spielen noch sonst irgendwas, das die Erwartungshaltung "uiuiui jetzt passiert was Lustiges" befeuert. Und dann macht Ausflüge. Zum Erkunden, zum Schnüffeln, zum frei (oder an der Schlepp) rennen, etwas Neues entdecken, spielen, einfach mal dasitzen und beobachten oder Hundekumpels treffen. Das darf auch schonmal ne Stunde oder länger sein, je nachdem wo ihr gerade unterwegs seid. Und Meter machen muss man dabei halt auch nicht. Hauptsache Hund hat die Möglichkeit die Welt in seinem Tempo zu entdecken.

    MoniHa danke für deine wertvollen Beiträge.

    Edit: ich habe gerade nochmal gelesen, ich dachte er macht das vor allem zu Beginn des Spaziergangs und aus Aufregung. Wenn das mehr zwischendurch ist und nicht unbedingt positiver Stress, würde ich vor allem daran arbeiten das Stresslevel insgesamt zu senken. Siehe Punkt 2. Und ich würde kritisch überprüfen, wo ich den Hund überfordere, was er beim Spaziergang leisten muss und ob es andere Dinge gibt, die Stress verursachen wie Schmerzen.

    Es ist halt seine Standardroute heute gewesen. Da ists schwierig herauszufinden was ihn wirklich überfordert. Meinst du ich sollte mehr Ruhephasen in den Spaziergang einbauen?

    Das Problem ist aber halt auch, dass wir ihn heute gar nicht mehr abhalten konnten, das ging echt ewig so weiter

    Man muss sich halt immer das Gesamtbild anschauen. Wie ist sein Stresslevel generell. Ich denke schon, dass es auch stark an seinen Verdauungsproblemen liegen könnte. Bei Lumi merk ichs sofort an seinem Verhalten, wenn der Bauch zwickt oder sowas.

    Also ich finds generell gut, wenn ein Junghund lernt, bei einem Spaziergang zwischendurch einfach mal runterzufahren, sich entspannt hinzulegen und einfach nur zu gucken. Was zum Kauen hilft auch dabei runter zu kommen und Stress abzubauen. Genauso wie Gelegenheiten das in Bewegung umzusetzen.

    Wenn Lumi sehr freudig aufgeregt ist, macht(e) er das auch. Passiert eigentlich gar nicht mehr.

    Ich habe 3 Dinge gemacht:

    -Bei Leinenbeißen komplett ignorant sein. Stehen bleiben und ihn spinnen lassen. Nur festhalten ohne Gegenzug. Weiter gings erst, wenn er aufgehört hat. Das wird sehr schnell langweilig, wenn keiner mitspielt. Dann ein Stück rennen oder spielen oder Leckerlis werfen, damit die Energie raus kann. (Nur keine ungünstige Verhaltenskette entstehen lassen 😂)

    -Das Stresslevel bzw. die Erwartungshaltung beim Spaziergang generell senken. Bewusst langsam machen. Hinsetzen und einfach nur warten, bis Hund ein bisschen runterkommt. Pattern Games helfen auch sehr.

    -Ihm Zerren und Stoppen auf Signal beigebracht, erst mit Spielzeug, dann auch mit der Leine. Ja, bei manchen Leinen wärs ein bisschen schade drum, aber andererseits ist es einfach sehr praktisch, wenn man in Form von der Leine immer ein Spielzeug zur Hand hat. Und man kann Zerren halt einfach abbrechen, wenn man das gut unter Signalkontrolle hat. Aber: wenn der Hund Stress hat, behandelt das halt nur das Symptom, nicht die Ursache.

    Edit: ich habe gerade nochmal gelesen, ich dachte er macht das vor allem zu Beginn des Spaziergangs und aus Aufregung. Wenn das mehr zwischendurch ist und nicht unbedingt positiver Stress, würde ich vor allem daran arbeiten das Stresslevel insgesamt zu senken. Siehe Punkt 2. Und ich würde kritisch überprüfen, wo ich den Hund überfordere, was er beim Spaziergang leisten muss und ob es andere Dinge gibt, die Stress verursachen wie Schmerzen.

    Ich meinte nicht dich mit "böser Kampfhund", sondern das Bild, das der Öffentlichkeit vermittelt wird. 😊 Alles gut. Wobei die meisten Leute ja nichtmal den Unterschied zwischen Amstaff, Staffbull und Bullterrier kennen. Ich erinnere mich nicht mehr genau an den Thread, den du meinst, ehrlich gesagt. Aber meine Aussage war (zumindest gemeint!) nur: wenn man ihn wie einen normalen, gesunden! Hund beschäftigt und auslastet, ist ein Staffbull ein super cooler, lustiger, alltagstauglicher Hund, der für alles zu haben ist, aber nichts Spezielles braucht. Wäre das kein Listenhund, würde der garantiert sehr regelmäßig empfohlen werden für Leute, die einfach einen aktiven Allrounder suchen. Eine Alternative für Leute, die im Grunde eine kranke Bulldogge wollen, ist er natürlich keine Alternative.

    -Ann-

    Naja, das ist ja irgendwie mein Punkt 🙈 Es gibt diese netten "man muss mit denen nichts machen" unkomplizierten Begleiter mit Sturkopf, aber ohne echte Probleme, in der Form meiner Meinung nach nicht in gesund.

    Bzw. im Umkehrschluss: Bulldogge und auch Möpse haben diesen Ruf, weil sie halt meistens einfach krank sind und nicht mal können, wenn sie wollen. Damit erledigen sich viele Probleme halt einfach von selbst.

    Die Leute finden es ja sogar witzig, wenn ihre Bulldogge unverträglich ist, weil womit soll die denn bitte beißen? Dann knurrt und röchelt und fährt Scheinattacken oder fiddelt das Tier halt so süß, weil es gar nichts anderes machen kann.

    Dass die Leute die Erwartungshaltung haben, dass Hunde so sind, das ist in meinen Augen das Problem. Ein junger, gesunder Hund liegt halt einfach nicht den ganzen Tag rum und geht gemütlich an der Leine durch die Stadt flanieren. Jedenfalls nicht, wenn das die einzige Beschäftigung ist, die das Tierchen bekommt. Aber die Leute erwarten das, weil Bulldoggen ja so sind. Klar, dass die Erwartung dann keine gesunde Rasse erfüllen kann.

    Am ehesten würde man diese Anspruchshaltung noch in der Gruppe der Begleithunde erfüllt sehen. Aber selbst die machen als Junghunde Party (mal nicht von denen zu reden, die ebenfalls brachyzephal sind) und erziehen sich nicht von alleine. Auch die hätten gerne irgendeine Beschäftigung. Das sind halt wirklich die einfachsten, nettesten Hunde auf der Welt, aber die will man dann nicht alternativ zu Bulldogge und Co, weil die muss man ja frisieren oder das sind Frauenhunde oder die sind zu klein. Oder man liebt halt so den Charakter und die Sturheit der Bulldoggen. Naja. Da kommt man halt imo einfach am nächsten mit einem Staffbulli dran. Aber das ist halt ein böser Kampfhund. Und wie Phonhaus richtig sagt, das sind sehr aktive Hunde mit Power und Sturkopf. Auch Sofa- und Kuschel- und Überall Dabei Hunde (wenn die Menschen nicht so schwachsinnige Angst vor denen hätten) und totale Clows, wenn sie eben entsprechend viel Auslastung und Bewegung und Erziehung haben. Das muss man halt auch wollen.