Beiträge von Esiul

    Außerdem - wie ja schon erwähnt - „belohne“ ich meinen Hund ja nicht nur durch Streicheln, sondern durchaus auch anders, was aber auch nicht mehr Erfolg zeigt.

    Und seltsamerweise konnte ich ihr bisher - trotz meiner scheinbaren Unfähigkeit und völliger Fehleinschätzung meines Hundes - trotzdem andere Dinge schon beibringen.

    Wenn dein Hund deine Belohnungen als tatsächliche Belohnungen und deine seltsamen Strafversuche als Strafen anerkennen würde, dann wär sie jetzt leinenführig. Die Dinge, die du schreibst, zeigen leider keinen kleinschrittigen, durchdachten Aufbau, sondern du machst halt einfach irgendwas. Du kannst natürlich gern weiterhin glauben, dass du alles richtig machst, und dein Hund leider ein Wunderwerk der Natur ist, an dem die Lerngesetze außer Kraft gesetzt sind, oder du nimmst endlich mal Kritik an deinen Methoden an.

    Daheim und draußen sind zwei unterschiedliche Dinge. Mein Hund ist im Haus super verschmust, zu viel streicheln gibts nicht. Beim Spazierengehen kann ich ihn zwar anfassen, er ist aber nicht begeistert. Am Hundesportplatz könnte man auf die Idee kommen, ich würde den regelmäßig verprügeln, wie er meiner Hand ausweicht.

    Ich glaube, du bestätigst völlig falsch und hast auch komplett falsche Erwartungen an den Lernerfolg des Hundes. Ich trainiere sehr viel mit meinem Hund am Hundeplatz. Nur weil mein Hund gerade mit seinem Spielzeug über den Hundeplatz ballert, als ob er sein Gehirn am Eingang vergessen hätte, heißt das nicht, dass er vergessen hat, dass er 20 Sekunden davor für seine tolle Fußarbeit bestätigt wurde. Das was vor der Bestätigung passiert, ist der relevante Teil, nicht was der Hund danach macht. Ich würde an deiner Stelle mal die Leinenführigkeit in einer komplett langweiligen Umgebung aufbauen, wo es nicht viel zu schnüffeln gibt. Und wenn das dann sitzt, dann kannst du sie ja mal draußen fordern, für ein paar Meter, und es dann auch wieder gut sein lassen.

    Danke für eure Antworten. Der Welpe wird acht Wochen alt sein. Das mit dem Handtuch ist schon mal eine gute Idee. Wir haben zwar keinen Balkon, aber einen Garten. Der wäre zwar nicht soo viel näher, aber immerhin müsste ich dann nicht über die Straße. Nur soll der Hund dann später eigentlich nicht in den Garten machen... :???:

    Meinen Hund habe ich als Welpe immer dafür gelobt, dass er in den Garten gemacht hat, dennoch pinkelt er jetzt als erwachsener Rüde im Normalfall nicht mehr wirklich in den Garten. Allerdings finde ich es auch praktisch, wenn der Hund trotzdem in Notfällen sich im Garten lösen kann, ich hätte jedenfalls keine Lust auf Gassigänge, wenn ich krank bin. Terrassentür auf & Hund raus ist da schon deutlich angenehmer...

    Wirklich schimpfen oder bestrafen tu ich auch nicht, weil das würde sie sicher nicht verstehen.

    Und wenn sie dann eine Weile neben mir läuft, wird sie auch gelobt oder mal am Bein gekrault, was sie gern mag.

    Dein Hund lernt, wie alle anderen Hunde (und Menschen, Vögel, Pferde, etc.) auch, über positive Verstärkung, negative Verstärkung, positive Strafe und negative Strafe.

    Positive Verstärkung ist das Hinzufügen von etwas Angenehmen. Beispiel: Du rufst, dein Hund kommt zu dir, du gibst ihr ein Leckerchen.

    Negative Verstärkung ist das Wegnehmen eines unangenehmen Reizes. Beispiele dafür kann man z.B. bei Cesar Millan sehen, wenn man den Ton ausstellt und sich nur auf die Körpersprache konzentriert: Der Hund wird körperlich bedrängt, zeigt er das erwünschte Verhalten, wird das Bedrängen eingestellt.

    Verstärkung (egal ob positiv oder negativ) führt dazu, dass gewisse Verhaltensweisen häufiger ausgeführt werden.

    Positive Strafe ist das Hinzufügen von etwas Unangenehmen. Beispiel: Dein Hund kommt am Weidezaun an und erhält einen Stromschlag. Dein Hund wird vermutlich nicht nochmal gegen den Stromzaun laufen.

    Negative Strafe ist das Wegnehmen von etwas Angenehmen. Beispiel: Du spielst mit deinem Hund, dein Hund beißt in deine Hose. Du beendest das Spiel und ignorierst sie. Dein Hund wird, wenn du das jedesmal, wenn er im Spiel in die Hose beißt und das einen Spielabbruch zur Folge hat, und ihr das Spiel wichtig ist, merken, was sie zu lassen hat, damit das Spiel nicht aufhört.

    Strafe (egal ob positiv oder negativ) führt dazu, dass ein Verhalten weniger häufig ausgeführt wird.

    Wenn du Zischlaute und Hand-vors-Gesichthalten als Methode verwendest, dann veruchst du, deinen Hund über positive Strafe zu erziehen, denn du möchtest ihr etwas unangenehm machen. Jetzt trainierst du aber nicht in einem Vakuum, wo nichts außer dir und deinem Hund existiert, sondern in der realen Welt und dein Hund hat genügend andere Reize, die er als angenehm wahrnimmt. Schnüffeln ist für deinen Hund sicherlich ein belohnendes Verhalten. Und jetzt entscheidet sich dein Hund entweder dafür, etwas Angenehmes (das Schnüffeln) sein zu lassen, um etwas Unangenehmes zu vermeiden (dein Zischen und die Hand vorm Gesicht) oder ob sie deine seltsamen Verrenkungen in Kauf nimmt, und trotzdem weiterschnüffelt. In deinem Fall scheint die Hand vorm Gesicht in der Situation einfach nicht effektiv genug gewesen zu sein. (Lies das bitte jetzt nicht als Aufforderung, deinen Hund härter zu strafen!) Man kann übrigens einem Hund auch beibringen, immer heftigere unangenehme Reize zu dulden.

    Lob und Bein kraulen sind eigentlich positive Verstärker, aber auch hier: Dein Hund entscheidet in der Situation, was wichtiger und belohnender ist. Wenn nichts über Schnüffeln geht, dann lohnt es sich in ihren Augen auch nicht, für ein Lob neben dir zu bleiben. Wenn sie über Futter motivierbar ist, dann arbeite doch damit! Die Häufigkeit, mit der Futter in den Hund wandert, ist natürlich anfangs eher hoch. Woher soll dein Hund denn wissen, was du von ihr eigentlich willst, vor allem, wenn du die Leckerchen gleich wieder weglässt?

    Hat dein Hund denn am Spaziergang auch Phasen, wo es von dir absolut gewollt und geduldet ist, dass sie Hundedinge machen darf? Mein Hund würde mir auch beide Mittelkrallen zeigen, wenn ich von ihm verlangen würde, dass er ständig auf mich acht gibt. Er darf frei herumlaufen, schnüffeln und markieren. Kommt uns ein Jogger, ein anderer Hund, Spaziergänger oder Fahrradfahrer engegen, wird er zu mir gerufen, in ein lockeres Fuß oder an die Leine genommen und dann wird er wieder frei gegeben. An der Leine darf er auch machen, was er will, solang die Leine dabei nicht auf Spannung geht.

    Edit, weil neuer Beitrag: Für einen Hund ist nunmal schnüffeln deutlich interessanter als nur rumzulatschen. Ich an deiner Stelle würde einen verlässlichen Rückruf aufbauen, die Leinenführigkeit anfangs nur über kurze Sequenzen fordern (und mit Leckerlies belohnen), ansonsten halt erstmal an der Schleppleine machen lassen. Überleg dir mal, was dein erster Trainingsversuch aus Hundesicht war: Jedes Mal, wenn die mich an die Leine nimmt, wird sie doof und zischt blöd herum. Ich hätt da dann auch keine Lust mehr auf Kooperation.

    Das ist ein großer Spaziergang, würde ich sagen. Das schafft auch jeder anatomisch gesunde Begleithund locker.

    Es kommt auch ein bissel auf die Höhenmeter und den Untergrund an, sprich die Trittsicherheit ist wichtig und Berg auf Berg ab :)

    Hier reden wir aber von einmal in der Woche und wenn er lieber am Rhein lang läuft als über Stock und Stein freut sich meine Frau ;)

    Also um Trittsicherheit muss man sich bei Hunden normal keine Sorgen machen. Ich habe hier einen Pudel, also Begleithund. Und ich schick den auf Berge, und zwar so richtig. (Siehe Profilfoto.)

    Probiers auf einer kurzen, ungefährlichen Strecke aus. Wenns nicht funktioniert, musst du halt heimwärts schieben. Garfield tut sich am Rad viel leichter, als wenn ich eine normale Leinenführigkeit von ihm verlange, weil das Tempo besser zu ihm passt und er sich nicht aufs Zurücknehmen konzentrieren muss. Inwiefern kommt dir Fay denn unkoordiniert vor?