Beiträge von Esiul

    Um ehrlich zu sein brauche ich das Kommando "Sitz" nur am Hundeplatz, und da passiert es ganz selten, dass er mal keine Bestätigung dafür kriegt. Bei so Alltäglichem Zeug wie Leinenführigkeit hat sich der Leckerliegebrauch von selber eingependelt. Im ersten Jahr wars noch "Hund-Leine-Handy-Schlüssel-Leckerlietasche", wenn ich das Haus verlassen habe, und zwar immer und überall, und irgendwann steckt man halt nur noch ein paar Gutzis ein und vergisst irgendwann auch mal drauf, dann nimmt man wieder mal welche mit, etc.

    WTP bedeutet nicht, dass der Hund alles ohne Gegenleistung oder nur für verbales Lob macht. Wenn mein Hund etwas kann, dann führt er es auch mal aus, ohne dass er dafür irgendwas kriegt. Z.B. nehme ich nicht immer etwas zum Spazierengehen mit, aber er reagiert trotzdem auf den Rückruf, auch wenn er vermutlich genau weiß, dass jetzt nix anderes kommt, als ein "Suuupiii, und ab!" Beim Aufbau habe ich trotzdem IMMER mit Leckerlies belohnt. Ein Hund ohne WTP findet dagegen findet häufig die Zusammenarbeit selbst mit Leckerlies auch komplett überflüssig.

    Dein Hund kann die Basics der Leinenführigkeit einfach nicht. Irgendwie wirr mal ab und an ein Leckerchen in den Hund stopfen bringt nix. Das ist kein kleinschrittiger, durchdachter Aufbau, was du da betreibst, das ist Müll. Mach dir eine Liste, von den Dingen die du willst: Ich will, dass mein Hund an der lockeren Leine geht. Ich will, dass sich mein Hund selbst korrigiert, wenn die Leine auf Spannung geht. Ich will, dass ich meinen Hund ansprechen kann und eine Reaktion darauf kommt. Und dann beginnst du zu trainieren. Und wenn draußen kein Training möglich ist, dann trainierst du eben erstmal in der Wohnung.

    Hier noch das gesammelte Machwerk an Videos von Flying-paws zur Leinenführigkeit: RE: Tipps für Leinenführigkeit, (Sorry, ich komm mir hier schön langsam vor wie der reinste Arschkriecher, aber ist nunmal ein guter Leitfaden.)

    Zum Thema Strafe:

    Ja, wenn ich in eine andere Richtung gehen will wie mein Hund, sie aber nicht auf mich achtet und darum einen Ruck an der Leine spürt, dann wird sie natürlich rein theoretisch „bestraft“.

    Aber auch jeder Mensch muss mit negativen Auswirkungen auf falsche Entscheidungen leben.

    Ich werde meinen Hund nicht in Watte packen, nur dass er keine negativen Auswirkungen mehr erlebt.

    Ich finde nur, es kommt darauf an, welche Auswirkungen eine Strafe hat. Und mal ein „Hey“ oder ein Ruck in der Leine sind eher etwas, das sie halt aufmerksam macht und deswegen nicht direkt kontraproduktiv, weil es ja eine „Strafe“ ist.

    Nö, Strafe ist nicht kontraproduktiv, wenn sie funktioniert. Bei dir funktioniert sie aber nicht. Du gehst deinem Hund einfach nur auf den Keks, ohne dass du eine wünschenswerte Veränderung bewirkst.

    Es waren misslungene Strafversuche, keine Strafen. Frag dich doch mal, was passieren hätte sollen, als du es mit Zischen und Hand vors Gesicht probiert hast? Hätte sie es geil finden sollen (positive Verstärkung) oder hätte das dazu führen sollen, dass sie das Verhalten einstellen hätte sollen (positive Strafe)? Wolltest du ihr mit den Zischlauten die Situation angenehm machen? Wenn ja, dann ist es das seltsamste Training, von dem ich je gehört habe, wenn nein, dann wolltest du Strafe anwenden. Selbiges beim Richtung Wechseln. Was passiert, wenn du die Richtung wechselst? Wenn du umdrehst und der Hund läuft weiter, kriegt er einen Ruck mit der Leine. War das als Belohnung gedacht?

    Ist es dann schon eine Strafe, wenn ich meinen Hund Sitz machen lasse, obwohl er vielleicht gerade keine Lust auf sitzen hat?

    Oder dass sie erstmal Sitz machen muss, bevor sie fressen darf und sich nicht direkt auf ihr geliebtes Futter stürzen darf?

    Entweder man lässt den Hund ohne Erziehung alles machen, worauf er Bock hat, oder man muss ihn immer irgendwie mal „bestrafen“, indem er halt das machen soll, was man gerade von ihm will.

    Lässt man dann einen aggressiven Hund auf alles losgehen, weil Abhalten wäre da ja eine Strafe für ihn?

    Das zeigt, dass du die vier Quadranten doch noch nicht so toll verstanden hast, wie du behauptest. Strafe ist Strafe, ob du das jetzt toll findest oder nicht. Ich sag ja auch nicht, dass man nie strafen darf, aber man sollte wenigstens wissen, was man da tut. Baut mein Hund Scheiße, dann hau ich ihm ein lautes "EYY!!" um die Ohren. Funktioniert sehr zuverlässig, ja mein Hund ist eine Mimose. Ja, das ist Strafe. Sage ich "Sitz" und mein Hund macht es nicht und ich schrei "EYY!", dann strafe ich, ganz klar.

    Du sagst "Sitz" und dein Hund kriegt Futter, das ist positive Verstärkung. Du sagst "Sitz", dein Hund macht es nicht, kriegt kein Futter, dann nutzt du negative Strafe.

    Nein, einen aggrassiven Hund lässt man nicht auf alles losgehen, und falls du schon mal mit so einem Hund zu tun gehabt hast, dann wirst du merken, dass das reine Abhalten keine ausreichende Strafe darstellt, weil der Hund wird, obwohl er bei jedem Spaziergang davon abgehalten wird, andere Hunde zu schreddern, weiter austicken. Und weißt du, was man dann macht? Training. Mit Belohnung. Und irgendwann kommt man vielleicht an anderen Hunden vorbei, ohne dass der aggressive Hund austickt.

    Mir ist nicht ganz klar, inwiefern die ersten beiden Versuche Strafe sind.

    Wenn man sich Zeig von Hundetrainern durchliest/anschaut, sind das so die gängigen Methoden bei Hunden, die vorauslaufen wollen.

    Also das Aufhalten beim Überholen und das ständige Wechseln der Richtung, dass der Hund darauf achtet, wohin man geht.

    Es waren misslungene Strafversuche, keine Strafen. Frag dich doch mal, was passieren hätte sollen, als du es mit Zischen und Hand vors Gesicht probiert hast? Hätte sie es geil finden sollen (positive Verstärkung) oder hätte das dazu führen sollen, dass sie das Verhalten einstellen hätte sollen (positive Strafe)? Wolltest du ihr mit den Zischlauten die Situation angenehm machen? Wenn ja, dann ist es das seltsamste Training, von dem ich je gehört habe, wenn nein, dann wolltest du Strafe anwenden. Selbiges beim Richtung Wechseln. Was passiert, wenn du die Richtung wechselst? Wenn du umdrehst und der Hund läuft weiter, kriegt er einen Ruck mit der Leine. War das als Belohnung gedacht?

    So kannst dus auch machen. In ablenkungsarmer Umgebung beginnen. Dauert halt eine gewisse Weile, bis es sitzt.

    Hui, wo hast Du denn dieses Video ausgegraben. =) Wichtig bei dieser Geschichte ist zu wissen, dass das der ALLERERSTE Schritt zum Einstieg in ein vernünftiges Training ist. Danach muss es weitergehen mit Schritt zwei, drei usw ... sonst landet man da auch schnell in einer Sackgasse. Aber, wenn man die Schritte geht, dann kommt man in der Tat gut vorwärts. Im wahrsten Sinne des Wortes. :D

    Hab ich vor Ewigkeiten mal gefunden und für gut befunden. Findet man ganz schnell, wenn man in Youtube "flying paws leinenführigkeit" eintippt. xD

    Du sollst die Leinenführigkeit vernünftig und belohnungsbasiert üben. Das kann ich dir jetzt noch hundertmal schreiben. Du streitest dich ja lieber damit herum, ob Bein Kraulen eine Belohnung ist oder nicht. (Tipp: Wenns nicht funktioniert, dann ist es keine (ausreichende) Belohnung für den Hund). Du musst etwas finden, was sie gerne hat. Im ersten Beitrag hast du geschrieben, dass sie Leckerlies geil findet, aber das was du über deinen Leckerlieeinsatz geschrieben hast, zeigt halt auch recht deutlich, das du nicht so wirklich Ahnung hast, wie du die Leckerlies einsetzen musst, um zu einer vernünftigen Leinenführigkeit zu kommen. Und ich kann dir auch noch hundertmal schreiben, dass du um einen kleinschrittigen Aufbau, den du in ablenkungsarmer Umgebung beginnst, nicht herumkommen wirst. Ich weiß nicht, was du dir erhofft hast: Befolge die fünf Tipps und dein Hund wird übermorgen brav neben dir herlaufen?

    Und weil ichs lustig finde, verlinke ich dir ein Video, wie flying-paws einem Schaf die Leinenführigkeit beibringt.

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    So kannst dus auch machen. In ablenkungsarmer Umgebung beginnen. Dauert halt eine gewisse Weile, bis es sitzt.