Mein Pferd haart gerade wie verrückt, ich habe heute locker eine dreiviertel Stunde mit Fellwechselhilfe verbracht. Wieso ist der Gaul so süß, das sollte verboten sein. Mein Pferd hat ja so ihre Lieblingsstellen (und die sind nicht jeden Tag gleich). Im Normalfall kann sie mir ja sagen, wo es gerade besonders fein ist (das kommuniziert sie nicht besonders subtil, sie legt den ganzen Hals schräg, verdreht die Augen und macht die Tapirnase), aber im Kampf gegen die Fellmassen kommt immer früher oder später die Situation, dass ich nicht durchgehend den Pferdekopf im Blick haben kann, weil ich z.B halb zwischen den Vorderbeinen hänge. Macht nix, mein Pferd hat als Alternative ein berührungsbasiertes Kommunikationssystem gefunden. Wenn ich also den Pferdekopf nicht sehen kann, bekomme ich die Tinker-Tapirnase in den Rücken, auf die Schulter oder gegen ein beliebiges anderes erreichbares Körperteil gedrückt. Sollte gerade keines erreichbar sein, weil da aus irgendwelchen Gründen jemand den Tinker mit einem Strick festgebunden haben sollte, wird so lange verzweifelt am Strick gezerrt, bis das arme Tier endlich von seinen Fesseln befreit wird. Die Pferdenase wird daraufhin zur Gefälligkeitsanzeige genutzt. Solange ich nur einen halbwegs passablen Putzjob mache, bleibt sie ruhig liegen. Komme ich in die Nähe einer guten Stelle, beginnt die Oberlippe hin- und herzuwandern. Habe ich die Stelle gefunden und striegle kräftig genug, bekomme ich eine kräftige Massage im Gegenzug. Hach, dieses Pferd. 