Ok, das wusste ich nicht. Demzufolge müssten intakte Rüden ja extrem unelastisches Bindegewebe haben infolge des wesentlich höheren Testosteronspiegels verglichen mit einer kastrierten Hündin. Trotzdem sind sie weniger gefährdet als ihre kastrierten Geschlechtsgenossen...
Normalerweise sollte ein Tier in seinem "natürlichen" Zustand die für dieses Tier passende Festigkeit und Elastizität im Bindegewebe haben. Weibliche Säugetiere haben (aus naheliegenden Gründen) generell elastischeres Bindegewebe als männliche, aber insgesamt ist die Balance zwischen Elastizität und Festigkeit bei beiden Geschlechtern so ausgewogen, dass es den üblichen Belastungen standhält: elastisch genug um sich ausreichend zu dehnen, fest genug um unter üblicher Belastung nicht zu reißen. Das wird nicht ausschließlich von den Hormonen aus den Keimdrüsen reguliert aber die spielen in diesem Kreislauf eine beachtliche Rolle.
Ein Eingriff in diesen Mechanismus verändert diesen Regulationsmechanismus und kann die Balance beeinträchtigen. Das führt nicht dazu, dass kastrierte Hündinnen dann Bindegewebe wie ein Rüde haben (oder umgekehrt). Es führt dazu, dass in einem normalerweise funktionierenden Regelkreislauf ein Regler "ausgeschaltet" wird, während die anderen Regler so weiterarbeiten als gäbe es den Gegenspieler noch. Bei Rüden wird ein für größere Festigkeit ausgelegtes Bindegewebe "schwächer" (als würde man ein festes Gummiband verlängern), bei Hündinnen wird das auf mehr Elastizität angelegte Bindegewebe "härter" (als würde man ein weicheres Gummiband verkürzen).
(Bitte die vielen "kann" und das "normalerweise sollte" beachten. Die Auswirkungen der Kastration sind vor allem bei Hündinnen so deutlich, dass sie bei älteren Hündinnen auf den ersten Blick sichtbar sind, aber sie sind keineswegs so gravierend, dass in einem normalen, unfallfreien Hundeleben Probleme auftreten.)