Beiträge von Selkie

    Ich habe die aktuelle Geschichte nicht soo weit verfolgt. Aber ich denke, was Rapumo meint: Für Medikamente sind Tierversuche eine Zulassungsvoraussetzung. Heißt: Wenn eine aktuell laufende Versuchsreihe nicht abgeschlossen wird, dann wird sie woanders neu aufgesetzt. Das soll jetzt keine Wertung über den Sinn und Unsinn von Tierversuchen sein - es ist momentan einfach nur Faktenlage.

    Ob Studien, in denen gemauschelt wurde, von vorneherein von den Zulassungskommissionen als unzulässig erklärt werden? Weiß ich nicht. Angesichts der Summen, um die es da geht, würde ich Mal Mittel und Wege vermuten ...

    Aber genau das müsste hier passieren. ALLE Versuche, die in diesem Labor durchgeführt wurden, sind fragwürdig. Denn es ist doch anscheinend erwiesen, dass die munter getrickst haben und niemand weiß, welche aktuellen und vergangenen Studien von dieser Trickserei betroffen sind und welche Manipulationen die sich noch haben einfallen lassen. Das heißt: man kann keiner dort durchgeführten Versuchsreihe vertrauen. Alles für die Tonne.

    Das ist ganz unabhängig von den Überlegungen des Tierleids. Da geht es um Menschenleben. Das sollte dann auch der letzte Zweifler verstehen: der kleinste Zweifel, ob in einem Tierversuch für die Pharmaindustrie manipuliert wurde ist ein Verbrechen an Tieren und Menschen. Die Tiere haben völlig umsonst gelitten, die Menschen bekommen Medikamente, deren Sicherheit nicht korrekt nachgewiesen wurde. Der nächste Medikamentenskandal ist dann nur eine Frage der Zeit.

    So wird das in Californien gehandhabt.

    https://www.laanimalservices.com/laws-policies/…uter-ordinance/

    Alles ab 4 Monate wird kastriert. Einige wenige Ausnahmen sind möglich.

    Mein Englisch reicht nicht dafür, daher frage ich mal. Was ist mit potenziellen Zuchthunden? Die sind ja mit 4 Monaten noch nicht zuchtreif, wie verhindert man sowas?

    Die Ausnahmen sind ziemlich umfangreich: Hunde mit Papieren (das ist in USA anders als hier, dort gibt es Papiere nicht für den ganzen Wurf sondern der Besitzer kann mit Einverständnis des Züchters einen Hund beim Zuchtverein registrieren; da wird außerdem beschrieben, was alles registriert sein muss) können ausgenommen werden, sofern eine Zucht- oder auch nur Ausstellungskarriere für den Hund angestrebt wird. Arbeitshunde aller Art (Hüten, Herdenschutz, Führ- und Assitenzhunde, Rettungshunde, Diensthunde usw. usf.) können ausgenommen werden. Ein TA kann ein Attest ausstellen, in dem begründet wird, warum dieser Hund (noch) nicht kastriert werden sollte ...

    Das dort geschriebene gilt aber nur für LA, nicht für ganz Californien.

    In USA ist das Problem, dass es dort beachtliche Streunerpopulationen gibt. Wie eine Kastrationspflicht daran etwas ändern soll, was nicht genauso gut mit sinnvolleren Maßnahmen erreicht werden kann, ist mir absolut unklar.

    Allerdings haben die offensichtlich auch so ihre gut gepflegten Mythen. Ich mal zwei Bücher von Cesar Millan gelesen (weil ich wissen wollte, ob es stimmt, dass dort so viel gutes drin steht, wie manchmal behauptet wird). In einem der Bücher stand, dass es in Deutschland kein Problem mit Streunern gäbe, weil wir hier eine Kastrationspflicht für alle Hunde hätten. :ugly: Was man nicht so alles über das eigene Land erfährt, wenn man Bücher vom anderen Ende der Welt liest. :rollsmile:

    Möglicherweise sind solche Mythen schuld an diesen wenig sinnvollen Gesetzen.

    Und mal ehrlich: die Vermehrer wird es nicht treffen. Die lassen sich dann halt als Züchter eintragen und machen genauso weiter.

    Off topic zur Katze:

    Ich frage mich, wirklich aus Unwissen und Interesse - wieso der Unterschied zwischen Hunde und Katzen? Ganz im Grunde finde ich es nicht verkehrt wenn man sich überlegt wie oft Bello über Wilma rutscht. Wobei ich einen Halterschein auch für wirksamerer erachte. Aber im Endeffekt - wer soll es kontrollieren?

    Abgesehen von der sozialen Komponente (Hunde sind immer unter Aufsicht zu halten, Katzen laufen unbeaufsichtigt rum) ist bei Katzen der Zyklus anders. Der Deckakt löst bei Katzen erst den Eisprung aus und ohne Eisprung gibt es keinen vollständigen, abgeschlossenen Zyklus. Deshalb laufen unkastrierte Katzen Gefahr, dauerrollig zu werden. Aber auch wenn sie es nicht werden: eine Katze, die nicht gedeckt wird, ist hormonell kein bischen besser dran als eine kastrierte Katze. Deshalb kann man durchaus argumentieren, dass es bei Katzen, die nicht zur Zucht eingesetzt werden sollen, eine grundsätzliche medizinische Indikation zur Kastration gibt.

    Alle habe ich nicht durchgerechnet, vor allem nicht beim Trockenfutter. Aber da stimmen auf jeden Fall die Fett- und Rohfaserwerte.

    Das Low Fat - Nassfutter wurde mir vor 3 Jahren als geeignet für Leberdiät genannt, also gehe ich davon aus, dass auch die anderen Werte passen, denn Leberpatienten brauchen außer Kupfer alle Mineralstoffe und Vitamine in normaler oder sogar höherer Menge. Die für mich wichtigsten hatte ich damals auch überprüft, aber nicht alle.

    Jein. Es ist nicht nur die lange Version, es ist auch eine Version, die Hinweise darauf gibt, Wie ein Diätfutter beschaffen sein muss und wie weit man kurz- und langfristig reduzieren kann.

    Kalorienreduziertes Diätfutter ist eine Lösung, die hoffentlich genau das berücksichtigt. Tun allerdings laut Buch nicht alle Futter. Eines derjenigen, die genau das beachten, wurde hier gerade wegen hohen Rohfasergehaltes diskutiert.

    Huhu! Auch eine Winterfrage: Wenn die Heizung an ist und es draußen kalt ist und sie ständig nass wird, neigt Charlotte immer etwas zu trockener und juckender Haut. Akute Stellen schmiere ich natürlich ein, aber kann ich das eventuell mit einem Öl als Futterzusatz etwas lindern? Es gibt natürlich 100 verschiedene Öle für Hunde, hat jemand mit einem gute Erfahrungen gemacht? Zuhause hätte ich Olivenöl, Kokosöl und Rapsöl.

    Von den vorhandenen dürfte noch am ehesten Rapsöl die benötigten Fettsäuren liefern. Ansonsten kenne ich vor allem Hanföl, Leinöl und Fischöl als gut geeignet zur Lieferung der essentiellen Fettsäuren. Es kann aber auch an Mineralien (Zink z.B.) oder Vitaminen liegen, wenn die Haut nicht so schön ist.

    Aber Vorsicht: viel hilft nicht viel. Zu viel Öl kann mehr Probleme machen als es löst.

    Und zuletzt noch eine Empfehlung: als meine alte Hündin Hautprobleme bekam, habe ich die mit einem Spot on quasi sofort beseitigt. Wenn ich mich richtig erinnere, war es das Allerderm von Virbac. Eigentlich ist so ein wiederkehrendes Probleme auch ein Thema für den Tierarzt.

    aber ist es nicht auch so dass viele Nährstoffe pro umgesetzte Energie verbraucht werden? Irgendwas hab ich da im Hinterkopf.

    Wenn du das noch findest, würde es mich sehr interessieren, wie das berechnet wird.
    Hier ist es leider so, dass richtige Löcher im Fell entstehen und das Immunsystem leidet, wenn ich zu weit unter der Fütterungsempfehlung bleibe.

    Ich kenne es so ähnlich aus dem großen Meyer/Zentek. "So ähnlich", weil diese Berechnung normalerweise den Vergleich einfacher macht - wenn man zwei Futter mit sehr unterschiedlicher Energiedichte hat, dann kann man die absoluten Analysezahlen schlecht vergleichen. Deshalb rechnet man mit Menge der Nährstoffe pro umsetzbare Energie. Es ist auch so, dass ganz viele Nährstoffe dafür verbraucht werden, die Energie zu verwerten - also tatsächlich von der umgesetzten Energie abhängit sind. Steht ausführlich im Buch.

    Allerdings kommt der Fall, dass ein Hund dauerhaft weit unter seinem Bedarf frisst, dort nicht vor und ist offensichtlich nicht so unproblematisch. Ich hab grad noch mal nachgelesen. Die nennen z.B. bei adipösen Hunden (das ist der kleine Kerl wirklich nicht) als eine Möglichkeit, das Futter so zu reduzieren, dass nur 60% des Erhaltungsbedarfs im angestrebten Gewicht zugeführt werden (der Erhaltungsbedarf für z.B. einen 6kg-Hund ist bei 2 MJ pro Tag, davon 60% wären nur 1,2 MJ pro Tag), sagen aber deutlich, dass dann die Versorgung mit Nährstoffen (außer Energie) problematisch werden kann.

    Deshalb ist deren Empfehlung für nicht intensiv medizinisch begleitetes Abnehmen Reduktionsdiät mit einer Energiedichte, die (durch wenig Fett- und viel Rohfaseranteil im Futter) um etwa 40% weniger Energie als normales Futter liefert(*). Bei diesem Vorgehen warnen sie nicht vor möglichem Nährstoffmangel und nennen keine Gründe, eine solche Diät nicht dauerhaft zu füttern. (Was nicht heißt, dass es im Einzelfall nicht trotzdem Mangel an bestimmten Nährstoffen geben kann.)

    Übrigens: der Schilddrüse und der Nebenniere fügen M/Z noch mögliche Fehlfunktionen der Keimdrüsen als medizinisch abzuklärende Ursache für Übergewicht zu.

    edit, weil das (*) missverständlich sein könnte: 40% unter dem Energiegehalt eines normalen Futters ist nicht dasselbe wie 40% unter dem Erhaltungsbedarf. Die meisten Futter liefern mehr als den Erhaltungsbedarf (ist auch richtig so). Allerdings finde ich auch bei nochmaligem Nachlesen keine genauen Zahlen, ab wann es problematisch wird. Das müsste man vermutlich für jeden Nährstoff einzeln überprüfen. Wer das nicht selbst machen mag oder kann, der sollte in so einem extremen Fall am besten professionelle Beratung suchen.

    Trotzdem ist dann die Frage mit den Nährstoffen schon sehr wichtig.

    Denn wenn er - egal ob vom Diätfutter, oder normalem Futter - nur die halbe Menge bekommt, muss ich ihm ja Nährstoffe zusätzlich füttern...

    Habe ich nie gemacht.

    Die Frage ist: welche Nährstoffe willst du denn da geben? Eiweiß, Fett, Kohlehydrate braucht er offensichtlich weniger, sonst wäre er nicht dick. Mineralien und Vitamine? Vielleicht, aber meines Wissens wird auch deren Menge idealerweise an der Gesamtfuttermenge orientiert. Heißt: ein Hund mit geringerem Bedarf hat einfach nur einen geringeren Bedarf.

    Wenn allerdings sein aktueller Bedarf wirklich weit unter dem für sein Gewicht üblichen liegt, dann würde ich vor der Brutal-Diät mal medizinisch schauen. Schilddrüse fällt natürlich immer als erstes ein, aber auch an die Nebenniere würde ich denken (auch wenn es da extrem untypisch wäre, wenn sich ein Problem nur im Gewicht zeigen würde).