Heho @AriaShepherd
Hier sitzt auch ein Schweizer Schäferhund, inzwischen etwas über 3 Jahre alt, seit knapp 2 Jahren bei mir und ich bin der 4te (und letzte!) Halter.
Alles was ich zu dem Thema beitragen kann ignoriert die Tatsache, dass dein Hund erst 6 Monate alt ist. Ich kann dir nur sagen was ich mit einem ausgewachsenen und schlecht sozialisierten Exemplar das exakt eure Geschichte haben könnte machen konnte und teilweise musste, damit keine Gefahr für andere Leute und mich selbst besteht.
Er ist extrem wachsam. Wenn wir draussen sind, kann er sich nicht beruhigen, schaut nach jeder kleinsten Bewegung und alles, was vermeintlich auf ihn zukommt, stellt eine Bedrohung dar.
Frontalannäherungen und auch schnell von hinten aufschließende Reizobjekte (Jogger, Radfahrer) waren hier auch lange Zeit ein wirkliches Problem. Zeigen und Benennen + das einstudierte Umorientieren zu mir haben hier Abhilfe geschaffen. Zu zeigen und benennen gibt es hier einen extra Thread, schau ihn dir bitte an. Die Kurzform ist: Hund sieht möglichen Stressauslöser und wird dafür belohnt BEVOR er sich "aufregen" kann. Setzt hochwertige Belohnung und gutes Timing voraus.
Umorientieren ist ein Kommando ("Schau") worauf hin dein Hund sich zu dir halt umorientiert, vom Reizauslöser weg, und dafür belohnt wird. Beides führt im Idealfall dazu, dass der Hund lernt, Frauchen/Herrchen ist viel viel geiler als der Reizauslöser bzw., dass vom Reizauslöser keine Gefahr ausgeht, sondern das Erblicken eine Belohnung nach sich zieht. Wie gesagt, wirf einen Blick in den Thread, hat viel mit Timing zu tun und geht nicht von jetzt auf gleich.
Klar machen solltest du dir auch, dass es immer Situationen geben wird in denen es nicht klappt bzw. klappen kann. Dann musst du die Situation managen und nicht trainieren. Leine dran und kurz nehmen oder halt am Hetzhalsband am Auslöser vorbeiführen und die Klappe halten. Einen eskalierenden Hund anzupampen bringt dir und dem Hund gar nix in dem Moment.
Das:
Die zweite Sache ist seine Angst vor Hunden. Letztens ist es wieder passiert. Ich war mit Ares draussen und da kam ein anderer großer Hund, den ich vorher der Bäume und Büsche wegen nicht sehen konnte. Beide Hunde waren unangeleint und Ares ließ sich nicht mehr zurück rufen. Ares also, so "mutig" wie er ist, geht bellend, knurrend und mit aufgestelltem Nackenfell auf den Boxer zu. Der Boxer macht einen Schritt nach vorne und bevor man irgendwie handeln kann, rennt Ares völlig verängstigt davon
plus das:
Ich muss, auch wenn ich Hate und Unverständnis befürchte, sagen, dass ich keine Hundeschule mit Ares besucht habe und immernoch nicht besuchen kann.
ist ein Problem. Dürfte schwer werden ohne das live zu sehen hier eine Beurteilung abzugeben. Jugendlicher Übermut? Unverträglich? Übersprung? Angst?
Ich dachte anfangs Luna wäre unverträglich. Nach 30 Minuten mit unserer Trainerin (Einzelstunde, nix Hundeschule) war jedoch klar, dass sie "nur" Leinenpöbler ist und im Freilauf mit allen Hunden verträglich, auch wenn sie auf Grund schlechter Sozialisierung oftmals auf eine höfliche Annäherung verzichtet
Gibt es einen Weg, Ares dazu zu bringen Hunde zu ignorieren oder währe eine "Konfrontationstherapie" mit ausgeglichenen Hunden besser?
Soziale Isolation würde das Problem massiv verstärken. Der Kontakt, online/offline mit wirklich ausgeglichenen Hunden verschiedenster Größe und verschiedenstem Alter war es das uns sehr geholfen hat. Wir haben uns dafür bei Facebook ( ) Eine Gassirunde gesucht und sind mehrmals die Woche dort mitgelaufen.
Inzwischen sind wir im Hundesportverein, besuchen Turniere, gehen auf brechend volle Auslaufflächen und über den Wochenmarkt. Natürlich klappt nicht immer alles problemlos, aber mit der Zeit erkennt man die Situationen und managed die ruhig und gelassen.
Noch was zum Schweizer, aus Erfahrung am eigenen Hund, den beiden anderen im Verein und den Kontakt zu Haltern anderer Schweizer.
Sie sind sensibel und haben eine Menge Will-to-Please mit dem man wunderbar arbeiten kann. Trotzdem brauchen sie klare Grenzen und die kannst du nur setzen wenn DEIN Verhalten konsequent ist.