Beiträge von *Sascha*

    Man muss nicht um jeden Preis Leben verlängern, nur weil es medizinisch machbar ist - und gerade am Anfang und am Ende eines Lebens können sich die ganz großen ethischen Fragen stellen -

    Ist in diesem Thema aber OT.

    Und wie du schon schreibst eine sehr große ethische Frage, auf die wohl jeder erstmal seine individuellen Antworten finden muss.

    Einen direkten Bezug zur Qualzucht sehe ich hier nicht.

    Da ist nun ein Frenchie mit aufgeschnittenem Hals und da kommt die Botschaft: Schaut, das geht.

    Interessant. Bei mir kommt da eher die Botschaft an: "Wie schrecklich, nun mussten sie dem armen Hund sogar ein Loch in den Hals schneiden, damit er überhaupt noch atmen kann."

    Also keine Ahnung, ob diese Leute das Leid ihrer Bulldogge bewusst in Kauf nehmen oder ob sie einfach für ihre schon vorhandene Bulldogge einen tiermedizinischen Eingriff gewählt haben, der das Leben dieses individuellen Hundes verbessern soll.

    Wenn wir das Leid dieser Tiere nachhaltig wirklich stoppen wollen, dann wird es ohne Verbote sowieso nicht funktionieren, denn selbst wenn es nur wenige Menschen wären, denen das Leid dieser Hunde egal ist, weil sie eben genau einen solchen Hund haben wollen, dann werden solche Hunde auch weiter gezüchtet und vermarktet.

    Bin ich eigentlich hier die einzige, die es geschmacklos findet hier öffentlich und seitenlang seine Meinung über Tod oder Leben von einem Individuum kund zu tun?

    Ob es geschmacklos ist, das weiß ich nicht, aber es befremdet mich schon sehr, dass es Menschen gibt, die online der Meinung sind, über die Lebensqualität eines individuellen Tieres befinden zu können, weil sie einen tiermedizinischen Eingriff in einer bestimmten Form ablehnen.

    Ich habe persönlich dazu gar keine Meinung, ob man diesem Hund mit diesem Eingriff einen Gefallen getan hat. Dazu fehlt mir der Hintergrund, ich kenne den Hund nicht, ich kenne die Situation nicht.

    Ob ich es verwerflich finde, Hunde zu züchten, die nicht normal atmen können? Ja, natürlich! Ob ich deswegen dafür bin, dass alle bereits lebenden Hunde, die nicht normal atmen können, euthanasiert werden? Nein, natürlich nicht.

    Was man im einzelnen für ein bereits vorhandenes Lebewesen tun kann, um ihm ein lebenswertes Leben zu ermöglichen oder ob man es euthanasiert, um seinem Leiden ein Ende zu bereiten, dafür gibt es keine pauschalen Antworten, sondern nur individuelle Lösungen. Und nein, meiner Erfahrung nach muss ein Leben nicht schmerz- und leidensfrei sein, damit es lebenswert ist. Das entbindet uns Menschen aber nicht davon bei der Zucht von Tieren alles dafür zu tun, dass Schmerzen oder Leiden in der Nachzucht eben nicht billigend in Kauf genommen werden.

    Limetti
    Wenn du mit Menschen nicht den Halter meinst, dann verstehe ich deine Aussage nicht wirklich. Wer sollte denn deiner Meinung nach dann die Entscheidung über eine Euthanasie oder eine tiermedizinische Behandlung treffen, wenn es nicht Menschen sein sollen?

    Dürfen sie nicht. Das Veterinäramt hat jederzeit die rechtlichen Möglichkeiten einzuschreiten und eine Euthanasie anzuordnen oder ein Zuchtverbot auszusprechen.

    natürlich machen Menschen das laufend, man denke nur an all die produzierten Möpse, Frenchies, Basset Hounds, ec all diese Züchter, Vermehrer oder wie immer man diese Leute nennen soll, machen munter weiter. Niemand bremst sie.

    Das TschGesetz ist zumindest in Hinblick dieses Aspekts so wertvoll wie Klopapier.

    Ja, weil wir ein Durchführungsdefizit haben. Denn dass es selbst mit dem jetzigen TschG geht, das machen ja einzelne Veterinärämter durchaus vor. Das Problem ist hier, dass es immer Einzelfallentscheidungen sind und zwar auch dann, wenn ein Zuchtverbot schließlich gerichtlich bestätigt wird. Heißt, Züchter A darf nicht mehr züchten, Züchter B kann weitermachen, solange das zuständige Veterinäramt nicht einschreitet.

    Dürfen sie nicht. Das Veterinäramt hat jederzeit die rechtlichen Möglichkeiten einzuschreiten und eine Euthanasie anzuordnen oder ein Zuchtverbot auszusprechen.

    Was halt eher nicht passieren wird , man bedenke nur den shitstorm bei Hunden wie Chico .

    In der Realität passiert das allerdings gar nicht so selten, dass Tierhaltungen überprüft und auch entsprechende Verfügungen erlassen werden. Manchmal endet das vor Gericht, manchmal auch in der Presse und manchmal erfährt auch kaum einer etwas davon.

    Die Aussage allerdings, dass ein einzelner Mensch (der Halter) allein über das Leben eines Tieres bestimmen darf, die ist in jedem Fall falsch.

    Und die wären? Also ganz exakt. Wann darf jemand bestimmen, DIESER Hund wird jetzt sofort eingeschläfert?

    und die Frage umgedreht sollte man sich eben auch stellen: Warum dürfen Menschen so über das Leben bestimmen, daß sie Lebewesen so verunstalten dürfen. Warum dürfen sie so bestimmen, daß ein Leben weitergeführt werden muß, obwohl es schon längst kein Leben mehr ist.

    Dürfen sie nicht. Das Veterinäramt hat jederzeit die rechtlichen Möglichkeiten einzuschreiten und eine Euthanasie anzuordnen oder ein Zuchtverbot auszusprechen.

    Ist das nicht individuell zu betrachten, was Qual ist und was nicht? Welcher Tierarzt schläfert denn jedes Tier ein, "nur" weil es einer bestimmten Rasse angehört? Egal, wie das Tier selbst aufgestellt ist.

    Qualzucht impliziert doch, dass es pauschal zu sehen ist.

    Und das wäre bei dieser Definition auch wichtig, sich ganz klar auf Merkmale zu einigen die auch entsprechende Konsequenzen möglich machen.

    Sonst passt die Definition ja nicht. Es muss schon davon ausgegangen werden dürfen, dass die Tiere auch entsprechend leiden.

    Da liegen bei mir definitiv unterschiedliche Bewertungskriterien vor, ob ich ein Leben beende, weil es mit Schmerzen oder Leiden verbunden ist oder ob ich ein Leben überhaupt erst entstehen lasse, das mit höherer Wahrscheinlichkeit mit Schmerzen oder Leiden verbunden sein wird.

    Ich denke einfach, wenn man ein Leben nur um des Lebens willen erhält, und es im Grunde ohne Lebensqualität ist - ist es dann so zwingend besser, zu leben als zu sterben?

    Natürlich nicht. Ich stelle nur infrage, dass es pauschale Antworten gibt und auch, dass man sich online dazu eine abschließende Meinung bilden kann, ohne dass man die individuelle Situation und den Hund/das Tier kennt.

    Ich frage mich halt, wenn die Alternative die Euthanasie oder eine weitere Qual im Ringen um Atemluft ist, was hat der Hund zu verlieren. Einschläfern kann man ihn immer noch. Ich tu mich aber ohnehin schwer damit, ein krankes Leben gegen ein gesundes zu stellen, denn die Alternative ist ja in der Regel eben kein gesundes Leben, sondern einfach nur der Tod. Und die Frage nach der Lebensqualität lässt sich als Außenstehender ohnehin schwer und online sowieso nicht beantworten.