Beiträge von *Sascha*

    Ein Führungszeugnis vorweisen zu müssen, um einen Hund im Schutzdienst führen zu dürfen, macht für mich keinen Sinn, wenn ein Hund durch einen korrekt ausgeführten Schutzdienst nicht gefährlicher ist als ohne.
    Wenn es Probleme mit nicht korrekt ausgeführtem Schutzdienst und daraus resultierend gefährlicheren Hunden gibt, dann macht es für mich aber absolut Sinn, die Schutzhundearbeit auf den Hundeplatz zu beschränken und eine entsprechende Ausbildung der Teilnehmer sicherzustellen.

    Das kommt ja leider häufig dabei raus, wenn sich wie in Bayern nur auf eine Rasseliste fokussiert wird.

    Das hat nach meinem Empfinden nicht nur mit Listen zu tun, sondern dass man hier allgemein recht lang zuschaut, bis man Nägel mit Köpfen macht. Ist glaub ich ein Stück weit auch Mentalitätssache, ohne irgendwas entschuldigen oder werten zu wollen.

    Nah klar ist das einerseits natürlich eine Mentalitätsfrage, aber eben auch eine Frage der gesetzlichen Grundlage. Gerade Bayern empfinde ich hier als sehr "extrem". Auf der einen Seite werden hier Rassen gelistet, deren Haltung mit der gefährlicher wilder Tiere gleichgesetzt wird, auf der anderen Seite gibt es keine rechtliche Grundlage einen "normalen" Hund nach Vorfälligkeiten als gefährlich einzustufen. Für "normale" Hunde gibt es keine speziellen Regelungen, hier sind die Ordnungsämter gefordert nach eigenem Ermessen bzgl. der Gefahrenabwehr, Auflagen zu verhängen. Lediglich absichtsvoll "scharf gemachte" Hunde können den sogenannten Kampfhunden gleichgestellt werden.

    Das kommt ja leider häufig dabei raus, wenn sich wie in Bayern nur auf eine Rasseliste fokussiert wird.

    „Labradormischlinge“, neben Boxermischling nahezu ein Klassiker. Hypothetisch.

    Oder einfach nur irgendwelche Hunde. Das ist meine Beobachtung, dass in den Ländern mit Rasseliste immer eher betont wird, wenn es sich um eigentlich ungefährliche Hunde handelt und eben das Amt dann entsprechend langsam reagiert. Diese Unterscheidung scheint in den Ländern ohne Liste weniger ausgeprägt zu sein. Sicher werden auch hier große Hunde eher begutachtet als kleine, aber diese Unterscheidung in normale und gefährliche Hunde gibt es hier nicht so. Es ist also auf dem Amt erstmal egal, ob es ein Husky oder ein Rottweiler ist, der da frei über das Schulgelände läuft und Angst verbreitet. Nach meinem subjektiven Gefühl wird da in anderen BL viel eklatanter unterschieden, sodass bei einem Listenhund direkt die Haltererlaubnis weg ist, selbst wenn der Hund nett ist und nur 1x ausgebüxt, während sich andere nicht gelistete Hunde und ihre Halter häufig lange Zeit sanktionslos daneben benehmen können.

    Was man sich da im vorliegenden Fall Elmo so zusammenbastelt ist ja generell echr schräg...

    Und die Frage, ob man mit bestimmten Rassen diesen Sport ausüben sollte, spielt ebenfalls keine Rolle, denn es wurde kein professioneller Vereinssport ausgeführt. Es spielt auch keine Rolle, ob es sich um AmStaffs oder Chihuahuas gehandelt hat. Die Justiz wird klären, ob mit den Hunden Übungen durchgeführt wurden, die dazu geeignet waren, einen solchen Vorfall zu begünstigen und ob den Haltern daraus ein fahrlässiges oder sogar grob fahrlässiges Verhalten vorzuwerfen ist.

    Meine persönliche Meinung: Nach allem, was ich von den Haltern gelesen habe, gehe ich nicht davon aus, dass die Hunde bewusst "scharf" gemacht wurden, dass aber eine gewissen Faszination für den Schutzhundesport bestand. Ob dabei der Rahmen normaler Beutespiele überschritten wurde, das wird die Justiz nun klären und im Zweifel beweisen müssen.

    Eine Leistung deiner Versicherung ist es, unberechtigte Ansprüche abzuwehren. Wenn du deiner Versicherung den Schadensfall nicht umgehend (innerhalb einer Woche) meldest, dann verletzt du deine Obliegenheitspflichten und die Versicherung wird gar nichts mehr übernehmen.
    Sollte die Geschädigte dich tatsächlich angezeigt haben, dann wirst du wahrscheinlich auch noch Post vom Ordnungsamt bekommen. Dann wird es sowieso noch viel komplexer.

    aber wie wahrscheinlich ist es , dass mein Hund in einer milisekunde wenn überhaupt einem anderen das Ohr abbeist?

    War dein Hund nun an dem anderen dran oder nicht? Melde es deiner Versicherung und schildere den Vorfall und auch, dass du der Meinung bist, dass da etwas nicht stimmt, da sich die Hunde nicht berührt haben.
    Kam es aber doch zu einemkurzen Kontakt, dann kann sowas passiert sein, ja.

    Gersi
    Wie gesagt, es hängt von vielen Faktoren ab, ob eine hinreichende Sicherheit besteht, eine absolute gibt es nie.
    Fünf große Hunde sind sicherlich selten. Personen, die drei große Hunde problemlos führen, kenne ich genügend. Da stehen die Hunde halt einfach im Gehorsam, egal ob da eine Leine gerade dran ist oder nicht. Und dann kenne ich Hundehalter, die werden von ihrem Labrador und ja (Sorry) häufig sind es Schäferhunde ... durch die Gegend gezogen, ohne dass sie da etwas zusetzen können.
    Klar kann man auf dem Standpunkt stehen, dass jeder seinen Hund zu jeder Zeit körperlich halten können muss. Ich gehe da sogar mit, wenn es um die Anschaffung geht, denn jeder sollte sich überlegen, welche Möglichkeiten man hat, wenn es mit der Erziehung nicht so funktioniert wie geplant und dann steht man eben mit Bernhardiner und 50kg Kampfgewicht schnell etwas dumm da. Aber wenn die Hunde gut erzogen sind und gut im Gehorsam stehen und zwar in allen möglichen Situationen, dann sehe ich das weniger kritisch, denn dann beherrscht man die Hunde nicht über Körperkraft und Leine. Aber vllt sehe ich das auch einfach etwas entspannter, weil man Pferde auch nicht halten kann und ja, die sind ziemlich gefährlich, wenn sie als Fluchttier außer Kontrolle geraten.

    Also wie viele Hunde ein Mensch mit einer hinreichenden Sicherheit führen kann, das ist doch höchst individuell und hängt von vielen Faktoren ab. Da gibt es Hundehalter, die sind sichtlich mit einem Individuum an der Leine überfordert und andere, die führen 5 Hunde an Leine und im Freilauf völlig problemlos.
    Bzgl. der Züchterin aus OÖ sah es auf ihrer Facebookseite nicht wirklich so aus, als wenn sie grundsätzlich Probleme gehabt hätte, ihre Hunde auch zu zweit durch die Stadt oder Geschäfte zu führen. Das sah mir nach zwei gut erzogenen braven Hunden aus, durchhängende Leine, Maulkörbe, eben so, wie man sich das bei verantwortungsvollen Hundehaltern vorstellt.
    Wenn man nun natürlich der Meinung ist, dass man einen AmStaff aufgrund einer allgemeinen besonderen Gefährlichkeit immer besser sichern muss, als schwerere Hunde anderer Rassen, ja gut, diese Meinung darf man ja haben. Mir erschließt sie sich nur nicht.