Beiträge von DarFay

    Ich habe das dumpfe Gefühl, dass viele denken, wir holen uns einen Hund, weil wir gerade dank Corona zu Hause sitzen. Und dagegen muss man erst mal ankämpfen. Dem ist nicht so. Ich habe bereits Labradorerfahrung über mehrere Jahre und wir haben 3 Jahre lang hingearbeitet, dass unsere Situation endlich so ist, dass wir uns einen Hund holen können, der unser Leben und wir seines bereichern.

    Ich hoffe, ich konnte damit einigen ein paar Fragen beantworten und hoffe auf viele weitere Posts von Ähnlicher Qualität wie oben. Danke für Eure Zeit.

    Nene, also ich glaube nicht, dass hier wer denkt, ihr holt euch den typischen "Coronahund". Es ist eher so: Alle fingen mal mit dem ersten Hund an und haben dann den Unterschied zwischen Fantasie und Realität bemerkt. Und man sieht hier im Forum ganz gut, welche Themen besonders oft Probleme machen (auf Grund der Fantasie vorher und der Realität danach).

    Darum ist AL als Ersthund einfach schwierig, da man sich das schön denkt, aber dann später merkt, was es wirklich bedeutet (oder was man eigentlich vom Hund möchte). Und damit ist wie gesagt weniger gemeint, dass man nicht genug auslastet. Sondern dass sich Baustellen auftun, die weniger eifrige Hunde eben nicht haben. Vielleicht kann er nie ohne Leine laufen (weil zu starker Trieb), vielleicht will er andere Hunde/Menschen loswerden (weil zu nervös). Viele Arbeitshunde können nie mal mit ins Café oder Restaurant (weil zu hibbelig für so viel Input). Es ist wie gesagt diese Balance zur Ruhe und zur Arbeit, die man in der Realität dann oft nicht hinbekommt. Besagte Erwartungshaltung sorgt schnell dafür, dass der Hund überhaupt nicht mehr zur Ruhe kommt, weil man dem Hund nie den An/Aus Knopf vernünftig vermittelt bekommen hat. Man isoliert sich dann recht schnell, wenn der Hund sehr speziell ist. Und am Ende gibt man total überfordert den Hund ab, der aber auch schwer vermittelbar sein wird. Das wäre das Worst Case. Sieht man im Forum immer wieder. Gebrauchshund - falsche Vorstellungen - Überforderung - Abgabe.

    Fängt bei Futter vom Tierarzt an, was eben viel Geld bring und schnell mal verschrieben wird

    OT, aber: So ein Quatsch, jetzt bitte mal die Kirche im Dorf lassen.

    Echtes Vet-Futter ist umfangreich getestet (im Gegensatz zu vielen Boutique-Futtern) und für die jeweiligen Anwendungsgebiete erwiesenermaßen sinnvoll. Und viel Geld bringt das ebenfalls nicht. Die Preise in den Praxen sind nicht viel höher als im Netz, und es ist auch Lagerraum erforderlich, oftmals läuft was ab... und aufgedrängt wurde mir sowas noch NIE. Und ich hab zwei Hunde, die Vet-Diäten erhalten. Lediglich Empfehlungen gab es.

    Außerdem: Tierärzte sind auch nur Menschen. Nicht jeder kann auf jedem Gebiet top sein und jeder arbeitet im Rahmen seiner Möglichkeiten. Klar gibt es engagiertere und weniger engagierte/empathische, aber dieses "böse, böse, reiche Tierärzte" find ich langsam wirklich... anstrengend.

    Und das kommt von jemandem, der ne wahre Odyssee hinter sich halt.

    Wie gesagt, meine Erfahrungen beruhen eher auf Katzen und da ist das Futter totaler Schrott. Kannst dich gern dazu genauer erkundigen.

    Und ich sagte nicht, dass Tierärzte Böse sind. Ich sagte, sie sind oft nicht spezialisiert. Was ja kein Drama ist. Nur wenn man dann weiß, wo was im Argen liegen könnte, gehe ich nach dem Allgemeindoc eben zum Spezialisten. Ich lass mir beim Hausarzt ja auch nicht die Schilddrüse einrichten, sondern lasse das dann vom Spezialisten beobachten. Auch wenn der Hausarzt der ist, der erst einmal feststellt, dass es an der Schilddrüse liegen könnte.

    Ich sehe hier ehrlich gesagt auch keine AL. Dieses hin und her zeigt schon ein wenig, dass es eher die schöne Traumfantasie ist (und die Optik mehr im Fokus steht). Was Neulinge nämlich bei solchen Hunden am schlechtesten hinbekommen ist nicht, sie gut genug auszulasten. Viel mehr wird zu viel und in falscher Qualität ausgelastet. Da drehen die Sicherungen schneller beim AL-Hund durch, als man schauen kann. Bis man nämlich wirklich schön zu arbeiten beginnt, wartet man viele Monate und macht eher wenig, aber dafür qualitativ sehr hochwertig. Und genau diese Balance ist der Stolperstein jedes Ersthundhalters. Schaut euch die Beiträge im Forum an, da fällt bereits auf, dass viele mit ihren Showlabbiwelpen Schwierigkeiten haben. Selbst die werden oft überlastet.

    Was kann der Showlabbi denn nicht, was ihr anbietet? Nur bringt er den Bonus, dass er rundum besser rein passt und sich besser anpasst. Die Logik der AL erschließt sich mir hier leider nicht. Wirklich nicht böse gemeint, aber kannst du mir nochmal sagen, was der Showlabbi bei euch nicht kann, was aber der AL dafür hinbekommt? (Ich glaub viele verstehen das gerade nicht.)

    Leider machen viele Tierärzte Fehler, da die wenigsten spezialisiert sind und ihr 0815 Programm fahren. Fängt bei Futter vom Tierarzt an, was eben viel Geld bring und schnell mal verschrieben wird und hört bei überschneller Antibiotikumgabe auf. Wenn man sich dahingehend umliegend näher informiert, merkt man das schnell.

    Mittlerweile verlasse ich mich da gern auf die sehr starken FB Gruppen, die von spezialisierten Tierärzten teilweise geleitet werden. Das half schon eine Menge, um zb. Niereninsuffizient auszuschließen (hat der Tierarzt bescheinigt und teures/schlechtes Nierenfutter verkauft), Leukose bei der Katze auszuschließen (kam auch vom Tierarzt... samt Todesurteil) oder die Schilddrüse korrekt einzustellen (Medikament wurde weder eingeschlichen dank Tierarzt noch korrekt gegeben (1 Tablette am Tag, dabei gibt man 2 Tabletten verteilt)). Meine Erfahrungen beruhen zwar eher auf Katzen, da meine Hündin bisher kerngesund ist, aber da zeigte sich bereits, dass blindes Vertrauen beim 0815 Tierarzt zu Spezialfällen so seine Tücken hat. Besonders Schilddrüsenwerte werden eben schnell ignoriert und nur T4 genommen. An sowas merkt man dann eigentlich, dass der Tierarzt in dem Bereich kein Profi ist.

    Nur kurz mein Erfahrungswert nach vielen Jahren und Krankheiten mit Haustieren. Aber am Ende ist natürlich jedem überlassen, wie sehr man solche Aussagen und Behandlungen einfach mitmacht. Daraus lernt man selbst (weil es eben dadurch oft zu weiteren Komplikationen kommt ).


    Zum Verhalten deines echt süßen Jungspunds: Manchmal sind schlecht sozialisierte Welpen noch ganz cool drauf. Im Erwachsenwerden merkt man dann erst die Lücken, die dadurch entstanden sind. Weißt du wie er aufgewachsen ist? Eher isoliert im Tierheim oder Pflegestelle?

    Hoffentlich kommt Sophie an einen Ort, wo sie erneut Hundeorientierung nach Amiks Ableben finden kann. Glaube nur mit Mensch allein wird die auf Dauer nicht glücklich.

    Habe hier auch einen Angstaggressiven Pöbler an der Leine. Große Hunde sind schlimmer als kleine Hunde.

    Wir haben viel trainiert gehabt (in Berlin, da gibts viele Hunde zum Üben). Sie hat aufgehört zu pöbeln (außer der andere fing an zu pöbeln, da wurde dann eingestimmt...) Jetzt im Dorf merkt man, dass das Training dezent nachlässt, da man seltener Hunde trifft und diese somit mehr im Fokus stehen als früher. Äußert sich aber nicht im direktem Pöbeln, eher darin, dass sie nun nach vorn ziehen will.

    Hier hilft nur eins: VERTRAUEN. Eigentlich das, was du schon begonnen hast. Klickern bei Sicht, ihre Individualdistanz einhalten zum Üben. Keinen Fremdhundkontakt mehr zulassen. Entweder umdrehen oder gut Blocken lernen (Ich kanns nicht, da mein Wusel dann hinter mir mit ausflippt. Wir drehen eher ab). Die Distanzen kleinschrittig verringern und irgendwann kommt man ohne Drama vorbei, da der Hund gelernt hat, DU hast alles im Griff. Er muss sich nicht verteidigen oder irgendwas mit anderen Hunden managen.

    Ich werfe ankommenden Hunden Kekse vor die Füße, wenn ich weiß, dass es mit Ella nicht passt. Während die die suchen, gehe ich mit Ella weiter.

    Ist es einfach ein ungehorsamer, aber netter Hund, der vom Typ zu Ella passt, versuche ich uns Stress zu ersparen und Ella darf Kontakt aufnehmen.

    Meine wär angepisst, dass sie von den Keksen nix abbekommt und der Fremde schon! :lol:

    Leider klappt bei mir Verscheuchen irgendwie auch nie. Ausfallschritt, richtig angepisst "Hau ab!" dazu... aber der Hund schaut nur blöd. Meine denkt sich dann erst recht, dass da was im Argen ist und ich fördere nur ihre Probleme. Grundlegend ruhig bleiben fruchtet hier viel mehr. Ich bin wohl einfach nicht der Typ, der Hunde abwehrt. :tropf: Das mit dem Bluten ist natürlich ein Punkt. Meine ist vom Tierschutz kastriert, darum haben wir das Thema hier nicht.

    Aber ich finde, irgendwie muss das beim Fremdhundkontakt auch zu einem passen, dass man da mega taff auftritt. Selbst wenn ich mir ernsthaft und angepisst vorkomme, klappts trotzdem nie.

    Ich nehme IMMER hoch, wenn der andere Hund out of controle ist und auf uns zuschießt wie irre. Auch "Rudel"-Umrundung gibts nicht - hochnehmen. Meine Hündin hat durch ihr Leben auf der Straße Angst vor Fremdhunden und vor eine Gruppe Fremdhunden noch mehr. Wir laufen also auch gezielt so, dass sowas möglichst nicht passiert. Wenn doch, dann nehm ich sie aus der Schussbahn und gehe einfach recht coolbleibend weg. Fertig. Warum den Vorteil kleiner Hunde nicht nutzen. Mehr kann man nicht machen. Müsste ich einem Fremdhund Wasser ins Gesicht sprühen, wäre ich selbst aufgeregter und vermittle direkt wieder das Falsche.