Ich kann da nur aus der Sicht mit meinem Kaninchen reden (insgesamt hatte ich 3). Das eine wurde untypisch alt (Kaninchen werden 8-10 Jahre, meins war dann 14). Mit 9 Jahren bekam es bereits Krebs, der wurde entfernt, dabei jedoch bemerkt, dass es bereits Metastasen gab. Durch ihr Alter schritt das allerdings kaum mehr voran und wir hatten es soweit im Griff. Es konnte mit 11 Jahren immer schlechter laufen, ich habe die Beine massiert und so ging es immer wieder kurzzeitig. Am Ende waren die Muskeln aber so schwach, dass es 2 Tage trotz Massage nicht mehr hoch kam. Im Kopf war es noch total fit, freute sich über seine Petersilie zum Naschen. Morgens, als es weiter nur lag, entschied ich mich, es gehen zu lassen. Ich ging noch zur Arbeit und ließ es am Nachmittag einschläfern. Vorher bekam es noch alles Leckere, was es sich nur erträumte. So traurig es war, ich war auch sehr erleichtert. Das Gefühl war gut, ich konnte meinem Kaninchen helfen.
Nun, mit noch etwas mehr Abstand nach einigen Jahren, muss ich sagen: Ich hätte es eher gehen lassen sollen! Aber das ist eben das Problem. Man kann nicht in die Zukunft schauen. Man kann nur in sich hineinhören und sich fragen, ob man emotionale Erleichterung verspürt, wenn das geliebte Tier erlöst wird. Ob man denkt, dass es eine Hilfe war. Tatsächlich ist meiner Meinung nach etwas zu früh gehen besser, als zu spät. Also stell dir das Szenario vor. Hat es etwas Gutes, neben der Trauer?