Viele deiner Themen sind sehr individuell. Erziehung funktioniert von Hund zu Hund unterschiedlich. Bei dem einen funktioniert eher das und bei dem anderen eher das. Darum gibt es auch nicht DIE Lösung, die überall funktioniert. Je besser man einen Hund kennt, desto besser kann man einschätzen, was wirkt, was nicht wirkt etc.
Genauso sieht es auch beim Fiddeln aus. Die Körpersprache muss man immer im Ganzen sehen und im Zusammenhang. Wenn ich meinen Hund kenne, merke ich, was gespielt ist, Taktik oder echt. Beispiel: Mein Hund ist Bürohund. Sie hat ihre Ecke bei meinem Schreibtisch. Kommt jemand zu meinem Tisch rum (beispielsweise zum Pflanze gießen oder quatschen), geht meine Maus zu der Person und hüpft diese "freudig" an und schwanzelt da so rum. Man möchte meinen, sie freut sich. Juhu, Besuch! Aber nein, sie begrenzt. Sie will die Person "wegschieben". Das ist ihre Ecke und meine Ecke und Besuch bitte keinen. Ich könnte dir jetzt hier nicht erklären, woran du das an ihr siehst. Ich kenne sie einfach und weiß um ihre Taktik des Kontrollierens. Da das aber logischerweise MEIN Tisch ist, darf sie das nicht ausleben und wird sofort auf ihren Platz geschickt, falls sie damit anfängt.
Ein sich freuender Hund hat einfach eine Körperhaltung, da wedelt quasi der ganze Körper. Der Fiddler hingegen hat Stress. Da kann man nach dem "Stressgesicht" schauen (Augen, Mundpartie, Haut im Gesicht).
Impulskontrolle kann man in den Alltag einbauen. Beispielsweise warten vor dem Futter. Warten wenn der Ball fliegt und erst auf Kommando nachlaufen. Entspanntes Losgehen beim Gassi. Einfach immer Ruhe und Geduld bei Dingen üben, die aufregend sind. Warten wenn man einen Keks wirft und freigeben nach 5 Sekunden. Warten wenn Besuch kommt, bis der Hund hinlaufen darf. Sowas. Und wenn man in einer Situation ist, die bereits versemmelt wurde (Hund klebt in der Leine und bellt), ja.. da hilft nur entspannt weggehen. Nicht wütend, nicht schreiend. Einfach gehen und das nächste mal Distanz einhalten.
Kommando sinnlos: Man übt ja Kommandos am besten schrittweise. Erst zuhause, dann vor der Tür, dann draußen. Dabei bekommt man ein Gefühl, wie weit man gehen kann. Bauchgefühl ist bei vielen Erziehungsthemen durchaus ein wichtiges Stichwort.
An der Leine hat mein Hund 2 Chancen. Wenn er dann beim Rufen noch trödelt oder was auch immer ignoriert, nutze ich die Leine und gehe einfach weiter oder angel den Hund. Klappt gleich? Super, Lob und Leckerli (je nachdem um was es geht). Klappt bei Runde 2? Leichteres Lob, kein Leckerli. Klappt nicht? Leine nehmen und gehen. Ich ziehe den Hund nie einfach kommentarlos weg, wenn er eigentlich die Erlaubnis zum Trödeln hat. Wir kommunizieren eigentlich alles miteinander.
Ich hab mir jetzt mal nur einige Themen rausgepickt. Man sollte nie zu theoretisch denken. Als ich das gelernt habe, lief es in vielen Dingen besser. Einfach Gefühl für den Hund entwickeln. Harmonisch miteinander leben. Jeder knüpft andere Bedingungen, was der Hund können soll oder darf. Nicht zu streng sein, im gemeinsamen Leben. Spaß haben. Wichtig ist, dass am Ende alle zusammen happy sind. 