Beiträge von ChiBande

    Gerade sowas wie eurem 2. Hund meine ich.
    Da hat meiner Meinung nach der Hund 4 Jahre gelitten und war mehrfach gefährdet überfahren zu werden, weil man nicht kastrieren wollte.
    Wieviel Streß hätten sich alle erspart, wenn man nicht auf Muss die Kastration hinauszögert.

    Hunde die keine Probleme mit läufigen Hündinnen bzw den ganzen Hormonchaos im Allgemeinen haben, würde ich auch nicht kastrieren lassen.
    Aber ich würde nicht Jahre zuwarten.

    Ich habe meinen Rüden letzten Donnerstag mit 13 Monaten kastrieren lassen.
    Die letzten Wochen waren anstrengend mit ihm. Es gab ständig Reibereien mit unserem 2. Rüden. Es wurde herumgegockelt und geknurrt. Wege abgeschnitten und begrenzt.

    Natürlich habe ich das unterbunden. Aber ganz ehrlich.
    Ich bin nicht für ein Aussitzen dieses Verhaltens. Es ist auch gar nicht sicher, dass es sich wieder gebessert hätte. Ev. manifestiert sich einiges.

    Ich habe für uns entschieden, dass er kastriert wird.
    Ständig wurden die Rüden zurechtgewiesen, ständig musste man ermahnen, streng sein...
    die ganze Beziehung der Gruppe leidet darunter.

    Obwohl die Kastration erst 1 Woche her ist, haben sich die Rüden bisher nicht ein einziges Mal angeknurrt, Enzo hat Otis noch nie begrenzt, sie liegen sogar nebeneinander.
    Otis wirkt so gelöst. Irgendwie entspannt.
    Er hat auch kein einziges Mal mehr im Haus markiert, was er ansonsten täglich mehrmals (er hatte schlussendlich eine Windel an) gemacht hat.

    Auch mein Verhältnis zu den Hunden ist entspannter. Kein ständiges zurechtweisen, auf die Plätze schicken, die Hündinnen, die vorher zickig waren (das fällt mir jetzt erst auf) sind jetzt wieder entspannt miteinander. Mir ist gar nicht aufgefallen, wie unentspannt es langsam unter den Hunden geworden ist. Es hat sich so eingeschlichen. Und man lernt damit umzugehen.

    Auch das spazieren gehen ist für meine Hunde entspannter.
    Heute erst ist mir aufgefallen, dass ich den ganzen Spaziergang über nur ganz selten die Hunde rangerufen habe. Es war ein harmonisches Miteinander. Kein Wer ist der Erste - wer darf neben den Mädels gehen - Komm mir ja nicht zu nahe - Und dränge dich schon gar nicht zwischen die Mädels und mich....

    Jetzt wird mir gleich vorgeworfen, dass ich das gemacht habe, weil es für mich einfacher ist...ja auch.
    Aber ich kann nicht verstehen wie man monatelang zuschaut wie die Beziehung die man sich mit dem Hund aufgebaut hat leidet, nur damit der Hund nicht kastriert wird.

    Wenn ich hier so oft lese, wie User grantig auf ihre Rüden sind, weil sie abgepascht sind, weil sie die Hormone überrannt haben, wie sie sauer sind, weil sie die Ohren auf Durchzug stellen, weil eine läufige Hündin irgendwo ist. Die Mitleid mit ihrem Rüden haben, weil er fiepend in der Leine hängt und man sich nicht traut ihn loszumachen, weil man Angst hat, dass er nichts mehr mitbekommt.
    Dann kann ich nicht verstehen, wie lange man da zuschaut nur um des Nicht-Kastrierens-Willen.

    Also um zum Titel was zu sagen.
    Ja meine Rüden und die ganze Gruppe hat durch die Kastration das "bessere" Leben.

    Fast ganz gut gemacht:

    Wir sind in der Au gegangen und an einer Kreuzung auf einen Goldi gestoßen.
    Obwohl nur ca. 8m entfernt, hat keiner meiner Hunde gebellt und alle sind brav zu uns gekommen. Wir sind dann angeleint abgebogen, weil Goldi stehenblieb und Frauchen noch weit weg war.

    Nach einiger Zeit merke ich, dass die 2 den gleichen Weg eingeschlagen haben und hinter uns gehen. Frauchen mit größerem Abstand. Hund nur ca 3-4 Meter hinter uns.
    Auch da waren alle brav. Haben nicht gebellt und sich nur immer wieder umgedreht.

    Irgendwann hat es mich genervt, dass meine angeleint sind und ich hab mich an den Wegrand gestellt, weil ich die 2 vorbeilassen wollte.

    Wir standen am Rand, Goldi blieb dann gegenüber am anderen Wegesrand stehen.
    Frauchen noch weiter weg und kam angeschlendert.

    Alle Hunde sind brav abgesessen und haben sich füttern lassen.

    Als der Hund dann zum Fiepen angefangen hat, und wir schon eine zeitlang gesessen sind, wurde es Flo dann zuviel und sie hat 2x gebellt. Ohne ziehen und nicht aggressiv. Aber leider sind die Buben eingefallen. Aber auch da - nicht aggressiv und kein Bell-Stakkato.

    Endlich kam Frauchen und Hund folgte ihr dann.

    Gut: Sie waren bis zum Schluss sehr brav. Auch als der Hund nur 1,5 Meter von uns weg war und die Hunde angestarrt/beobachtet hat, sind sie sehr brav geblieben. Ich vermute auch, dass wenn Flo nicht angefangen hätte zu bellen, dass die Buben ruhig geblieben wären.

    Wir waren jetzt bei 33Grad im Schatten 1,5 Stunden in der Au.
    Mir ist der Schweiß ohne Ende geronnen.
    Jetzt lieg ich vor dem Ventilator und reibe mir mit einem nassen Waschlappen immer wieder mal über die Arme und Dekolleté. Da bekommt man richtig Gänsehaut. :lol: