Sagt mal, bei eurem allerallerersten Trail, folgte da euer Hund schon richtig mit der Nase der Spur oder war das mehr Zickzack, bissl Zufall, bissl Glück, jaja, ich rieche was und huch, da ist sie ja?
Ich habe als Trainerin schon viele Hunde, auch mit verschiedenen Methoden (mit/ohne Sichtreiz) angetrailt, und finde das jedesmal wieder ungemein spannend und erhellend. ABER: es sagt mir zwar viel über die (Nasen)veranlagung des Hundes, aber nicht unbedingt, ob das ein guter Trailer wird oder nicht! Es sagt mir auch viel über bisherige Erziehung/Beschäftigung und das Team HH/Hund....
Nur um da möglichst viel Info zu erhalten traile ich vorerst alle Hunde blind an, also komplett ohne Sichtreiz (auch keine extra GAs auf der Spur). Danach geht es individuell, je nach meiner provisorischen Einschätzung weiter.
Meine eigenen Hunde:
Rhian und Splash wurden beide mit Sichtreiz angetrailt, waren daher sehr zielorientiert. Beide haben sofort die Nase eingesetzt, wenn das Auge nicht reichte. Emrys habe ich blind angetrailt. Er hat direkt die Nase eingesetzt, konnte aber nicht wissen, dass er eine Person suchen soll und nicht Wild oder eine Schweissspur (was er schon ein wenig kannte). Hat das aber in den Folgetrails sofort gecheckt.
Den instinktiven Naseneinsatz sehe ich üblicherweise bei Jagd- und Gebrauchshunden. Kann aber durch übermässiges Gehorsams- und Aufmerksamkeitstraining blockiert/negativ belegt sein. Bei Hütis und Gesellschaftshunden sehe ich eher die "Cheffe, sag mir was ich tun soll"-Reaktion, und wenn da keine Antwort kommt, planloses Rumgeeier, Hilfeforderungen oder Übersprungshandlungen. Diese Hunde brauchen eine sorgfältigere und kleinschrittigere Erklärung, was sie tun sollen als die "Instinktiven". Können aber trotzdem gute Trailer werden, wenn sie entsprechend geführt und aufgebaut werden.